Städteregion: 1132 Schüler mehr an den Berufskollegs

Von: Jutta Geese
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Vielfältige Ausbildungsmöglichkeiten für bessere Qualifikation: Die Statistik für die 19 Schulen in Trägerschaft der Städteregion nennt verbindliche Zahlen und Daten. Der städteregionale Schulausschuss wird sich damit befassen. Foto: Kurt Bauer

Städteregion. Mit Prognosen ist das so eine Sache. Mal landet man einen Volltreffer, mal liegt man daneben. Letzteres trifft auf das Gutachten der „Projektgruppe Bildung und Region“ aus dem Jahr 2013 zur Entwicklung der Schülerzahlen an den städteregionalen Berufskollegs zu.

Damals gingen die Bonner Experten davon aus, dass sich der Abwärtstrend fortsetzen würde und prognostizierten für das Schuljahr 2015/2016 exakt 17 813 Schülerinnen und Schüler. Tatsächlich besuchen derzeit 18.945 junge Leute eines der neun Kollegs, das sind 1132 mehr als damals vorhergesagt.

Das geht aus der Statistik für die 19 Schulen in Trägerschaft der Städteregion – neben den Berufskollegs sind dies sieben Förderschulen, eine Abendrealschule, ein Abendgymnasium und eine Schule für Kranke – hervor, mit der sich der städteregionale Schulausschuss am Donnerstag, 18. Februar, beschäftigen wird.

Leichte Umkehr des Trends

Einen Abwärtstrend gibt es aber dennoch: Vor fünf Jahren wurden noch 19 305 Schülerinnen und Schüler an den Kollegs unterrichtet. Seitdem wurden es von Jahr zu Jahr immer weniger. Erst jetzt hat sich dieser Trend leicht umgekehrt, mit einem Plus von 104 jungen Leuten gegenüber dem Vorjahr. Ob dies eine Trendwende einleitet oder nur ein einmaliges Aufflackern ist, werden die nächsten Jahre zeigen.

Das Schülerplus in den Kollegs ist übrigens nicht der gestiegenen Zahl junger Leute in einer dualen Ausbildung geschuldet. Nur noch 10.577 junge Frauen und Männer besuchen im Rahmen einer betrieblichen Ausbildung die klassische Berufsschule, knapp 500 weniger als vor fünf Jahren. Zudem werden auch deutlich weniger junge Menschen an den Kollegs auf eine Ausbildung vorbereitet als vor fünf Jahren.

Dem erst im laufenden Schuljahr eingerichteten Bildungsgang „Ausbildungsvorbereitung“ – er ersetzt die bisherigen Bildungsgänge Berufsgrundschuljahr, Berufsorientierungsjahr und berufsvorbereitende Maßnahmen – werden 1397 junge Leute zugeordnet, rund 260 weniger als vor fünf Jahren.

Junge Flüchtlinge eingerechnet

Eingerechnet sind hier bereits die jugendlichen Flüchtlinge, die eine der aktuell 19 Internationalen Förderklassen besuchen. Deutlich gestiegen ist dagegen die Nachfrage nach einem Platz in einer der verschiedenen Fachschulen an den Kollegs, inklusive des Beruflichen Gymnasiums.

Unterschiedlicher Verlauf

Über die vergangenen fünf Jahre betrachtet, verläuft die Entwicklung der Schülerzahlen an den neun Berufskollegs recht unterschiedlich. Während etwa das Berufskolleg Eschweiler in dieser Zeit kontinuierlich Schüler verloren hat – insgesamt 238 auf jetzt noch 2543 –, hat das Berufskolleg Stolberg/Simmerath ebenso kontinuierlich von Jahr zu Jahr zugelegt und zählt aktuell 2419 Schülerinnen und Schüler, das sind 181 mehr als fünf Jahre zuvor.

Zugelegt hat im gleichen Zeitraum auch das Berufskolleg für Gestaltung und Technik in Aachen (+ 53 auf jetzt 2337 Schülerinnen und Schüler), das Paul-Julius-Reuter-Kolleg in Aachen (+ 53 auf 2097) und das Berufskolleg Herzogenrath (+ 51 auf 1317). Weniger Schülerinnen und Schüler als vor fünf Jahren verzeichnen außer Eschweiler das Berufskolleg Alsdorf (- 47 auf jetzt 1588) sowie das Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung (- 45 auf 2104), die Käthe-Kollwitz-Schule (- 181 auf 2357) und die Mies-van-der-Rohe-Schule (- 53 auf 2197).

Die Abendrealschule erfreut sich nach wie vor großen Zuspruchs und ist in ihrem Bestand nicht gefährdet. Über die gesetzlich geforderte Mindestschülerzahl von 160 können die Verantwortlichen nur müde lächeln, bilden sich doch seit Jahren mehr als doppelt so viele Erwachsene am Abend an dieser Schule fort. Exakt 349 Frauen und Männer sind es in diesem Schuljahr. Das sind 27 mehr als im Vorjahr, aber auch 71 weniger als noch vor fünf Jahren.

Der Mindestschülerzahl nahe

Während die Schülerzahlen an der Abendrealschule mal rauf, mal runter gehen, sinkt die Zahl der Abendgymnasiasten seit 2011 kontinuierlich. Nur noch 267 Erwachsene wollen derzeit am Abendgymnasium ihr Abi bauen, 43 weniger als vor einem Jahr und 92 weniger als vor fünf Jahren. Damit kommt sie der gesetzlichen Mindestschülerzahl von 240 gefährlich nahe – wohl auch ein Grund, weshalb die Städteregion derzeit prüft, ob eine Zusammenführung mit dem Euregio-Kolleg Würselen möglich ist.

Wenig Bewegung gibt es an den sieben Förderschulen mit den Schwerpunkten „emotionale und soziale Entwicklung“, „geistige Entwicklung“ und „Sprache“ sowie an der Schule für Kranke. Derzeit werden an den Förderschulen 933 Kinder und Jugendliche unterrichtet, das sind neun mehr als noch vor einem Jahr und acht weniger als vor fünf Jahren.

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