Sporthallen: Nutzung weiter kostenfrei?

Von: Michael Grobusch
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Im Vorfeld der heutigen Sitzung des Städteregionstages deutet einiges darauf hin, dass die Pläne für die Einführung einer Sporthallennutzungsgebühr vorerst nicht weiterverfolgt werden. Foto: Imago/Ralph Peters

Städteregion. Die Einführung einer Nutzungsgebühr für die Sporthallen der Städteregion scheint zumindest vorerst vom Tisch zu sein. Die Verwaltung schlägt dem Städteregionstag für seine Sitzung am Donnerstag vor, die Beratungen zu diesem Thema um ein Jahr zurückzustellen.

Damit reagiert sie offenbar auf eine Stellungnahme des Regiosportbundes (RSB), der sich in aller Deutlichkeit gegen eine kostenpflichtige Nutzung der Hallen ausspricht.

Im vergangenen Herbst hatte die Politik der Verwaltung im Rahmen des Strukturkonzepts den Auftrag erteilt, bis zum 30. Juni die Möglichkeiten zur Erstellung einer Gebührensatzung zu prüfen. Dahinter stand die Idee, zumindest einen Teil der Personalkosten in Höhe von 220.000 Euro, die durch die Beschäftigung von sieben Hallenwarten sowie zwei Honorarkräfte nanfallen, sowie Anteile der nicht näher bezifferten Nebenkosten zu decken – und auf diesem Wege den arg strapazierten städteregionalen Haushalt zu entlasten.

Inwieweit diese Idee realisierbar ist, lässt die Verwaltung offen, eine Kosten-Nutzen-Analyse, wie es sie bis Ende des Monats geben sollte, legt sie nicht vor. Stattdessen verweist sie nunmehr auf die Bedenken des Regiosportbundes und schlägt eine Vertagung des Sachverhaltes vor.

In ihrem Schreiben verweist RSB-Geschäftsführerin Judith Blau darauf, dass die Einführung einer Gebührensatzung im Gegensatz zu der im „Pakt für Sport und Bildung“ vereinbarten Stärkung des organisierten Sports stehe. Besagten „Pakt“ hatten der Regiosportbund und die Städteregion im Januar 2015 besiegelt und damals eine „nachhaltige Unterstützung und Weiterentwicklung des organisierten Sports“ vereinbart. Zudem warnt Blau vor einer drohenden Ungleichbehandlung der Vereine, die aus den vertraglichen Vereinbarungen mit der Stadt Aachen resultieren würden.

Diese besagen, dass die Städteregion für die Sporthallen der Berufskollegs und Förderschulen, die sie von der Stadt übernommen hat, frühestens ab dem Jahr 2025 eine Nutzungsgebühr erheben darf. Bis dahin wäre eine solche Regelung also auf die Hallen im ehemaligen Kreis Aachen beschränkt. Und das führe, so Judith Blau, zu einer deutlichen Diskrepanz statt zu der angestrebten Vereinheitlichung.

Eine solche würde aus Sicht des RSB auch mit Blick auf die Einrichtungen der regionsangehörigen Kommunen drohen. Denn bis dato erheben nur sechs von zehn Städten und Gemeinden eine Gebühr für die Nutzung ihrer Halle: Alsdorf, Eschweiler, Herzogenrath, Monschau, Stolberg und Würselen. „Und die Konditionen sind sehr unterschiedlich“, gibt Schuldezernent Gregor Jansen zu bedenken. Eine kostenfreie Hallennutzung bieten derweil Aachen, Baesweiler und Simmerath an, in Roetgen ist nach Verwaltungsangaben die Vergabe auf den TV und den SV Roetgen beschränkt.

Logistische Herausforderung

Nicht zuletzt macht der Regiosportbund auch auf die Schwierigkeiten aufmerksam, die für die Vereine durch die Unterbringung von Flüchtlingen in städteregionalen Hallen verbunden waren und noch sind. „Das hat viele Sportvereine in den letzten Monaten vor die logistische Herausforderung gestellt, ihren Vereinsalltag innerhalb kürzester Zeit umzugestalten“, gibt Judith Blau zu bedenken. Und sie stellt fest: „Auch in diesen Zeiten war und ist es für viele Sportvereine selbstverständlich, ihre Angebote für Flüchtlinge zu öffnen und so einen nicht unwesentlichen Beitrag zur Integration zu erbringen.“

Aus Sicht des Regiosportbundes gibt es also viele gute Gründe, auf die Erhebung einer Nutzungsgebühr zu verzichten. Die Verwaltung ist diesen gegenüber aufgeschlossen. Und es deutet einiges darauf hin, dass die Politik ihrem Vorschlag heute Abend mehrheitlich folgen wird.

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