Simmerath - Spendenaktion: Peter Borsdorff erläuft 12.000 Euro für Augenoperation

Spendenaktion: Peter Borsdorff erläuft 12.000 Euro für Augenoperation

Von: ale/hes/nile
Letzte Aktualisierung:
9996311.jpg
Peter Borsdorffs fantastischer Einsatz hat sich wieder einmal gelohnt: Beim Mailauf überreichte er Viktoria Freihöfer 12.000 Euro, so dass die Familie das Mädchen zur Augen-OP nach Berlin begleiten kann. Foto: Lauscher

Simmerath. Es war ein hoch emotionaler Moment, der einen verregneten Mainachmittag in Simmerath gewaltig aufhellte: Sage und schreibe 12.000 Euro hat der Dürener Läufer Peter Borsdorff in nur einem Monat für seine Aktion „Vicky: Berlin sehen!“ erlaufen.

Mit diesem stolzen Betrag ermöglicht der „Läufer mit der Sammelbüchse“ es der 16-jährigen Viktoria Freihöfer aus Kesternich, in Begleitung ihrer Mutter und ihrer Schwester eine Reise nach Berlin anzutreten. Die Schülerin wird sich dort einer komplizierten Augenoperation in einer Spezialklinik unterziehen, die dem Mädchen zumindest einen größeren Teil seines Sehvermögens zurück geben könnte.

Denn „Vicky“, wie die lebenslustige junge Dame von allen genannt wird, erlitt vor drei Jahren in der Schule einen Sportunfall, in dessen Folge sie ihr Sehvermögen zu über 90 Prozent verlor. Bereits damals konnte Peter Borsdorff dem jungen Mädchen helfen: „Mit einer Spende konnte ich Viktoria ein neues, blindengerechtes Smartphone schenken, mit dem sie sich zum Beispiel Texte und E-Mails anhören kann”, erinnert sich der Läufer.

Der Unfall und der Verlust ihres Augenlichts sollten für Viktoria und die Familie Freihöfer jedoch nicht der einzige Schicksalsschlag bleiben: Vor zwei Jahren verstarb Viktorias Vater völlig unerwartet. Seitdem kümmert sich Mutter Astrid alleine um ihre vier Töchter. Kein einfacher Job, denn Viktorias Schwester Angelina hat ein Down-Syndrom und bedarf daher besonderer Pflege.

Im vergangenen Jahr erhielt die Familie aus Kesternich bereits Hilfe vom Team der RTL2-Dokusoap „Zuhause im Glück – Unser Einzug in ein neues Leben”. Fernsehteam und Bauarbeiter schlugen in Kesternich auf, um das Haus der Familie Freihöfer zu modernisieren und behindertengerecht umzubauen.

Seit ihrem Unfall hat Viktoria bereits unzählige Ärzte besucht, ihr Augenlicht konnte sie bisher aber nicht zurückgewinnen. Nun jedoch haben Voruntersuchungen in einer Berliner Klinik ergeben, dass eine Operation einen Teil ihres Sehvermögens womöglich zurückbringen könnte.

Und hier kommt Peter Borsdorff erneut ins Spiel: „Ich habe bereits direkt nach dem Unfall zu Viktoria und ihrer Familie gesagt, dass sie sich jeder Zeit bei mir melden können, wenn sie noch einmal Hilfe brauchen”, erzählt Peter Borsdorff. Dieser Hilferuf erreichte Borsdorff dann vor Wochen in Form einer sehr ausführlichen E-Mail von Viktorias Mutter. Das Problem der Freihöfers: Die Kosten für die Operation und den Klinikaufenthalt übernimmt zwar die Krankenkasse, nicht übernommen werden jedoch die Kosten für den Aufenthalt der Mutter und Victorias pflegebedürftiger Schwester Angelina, die beide mit nach Berlin reisen müssen.

Doch Peter Borsdorff wusste Rat, startete die Aktion „Vicky: Berlin sehen!“ Und er fand, wie immer, viele, viele Unterstützer. So wie das Team von Optik Kaulard, das die Idee hatte, eine Schutzbrillen-Aktion zu starten. Urs Kaulard erzählt hierzu: „Als im März kurz vor der angekündigten Sonnenfinsternis der große Andrang auf die Schutzbrillen losging, waren die in den meisten Fachgeschäften bald vergriffen. Wir hatten aber reichlich Spezialfolie vorrätig und stellten sie kostenfrei gegen eine Spende zur Verfügung – die Interessenten konnten sich ihre Schutzbrille selbst basteln.“

Lachend erinnert er sich, dass zeitweise „mehrere hundert Leute“ vor ihren Geschäften standen. Die Kaulards beschlossen, den Erlös aus der Aktion für einen sinnvollen Zweck zu spenden. Was lag näher, als Kontakt zu Peter Borsdorff aufzunehmen, der seit Wochen unterwegs war für Viktoria Freihöfer. Am Ende stand ein stattlicher Scheck über 1400 Euro für Borsdorffs jüngste Aktion. Und die Spendensumme wuchs weiter, landete am Ende bei 12.000 Euro, die der Dürener Sportler „erlaufen“ konnte.

Am Sonntag, im passenden Rahmen des Simmerather Mailaufs, konnte „Pitter“ den symbolischen Scheck der sprachlosen 16-jährigen Viktoria unter tosendem Beifall der vielen Lauffreunde überreichen. Da kullerten ein paar Tränen aus Vickys Augen – aus den Augen, die hoffentlich in einigen Wochen zumindest ein bisschen von „Berlin sehen“ werden.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert