Aachen - Sozialkosten explodieren in fünf Jahren um 20 Millionen

Sozialkosten explodieren in fünf Jahren um 20 Millionen

Von: Jutta Geese
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Aachen. Die Zahl der Menschen, die aufgrund von Arbeitslosigkeit oder zu geringem Arbeitseinkommen auf Leistungen nach den Hartz-IV-Gesetzen angewiesen sind, hat im Altkreis Aachen seit dem Jahr 2005 bis Ende 2009 zwar abgenommen.

Zugleich aber stieg die Zahl derer, die auf staatliche Leistungen angewiesen waren, weil sie etwa zu wenig Rente bekamen, die Kosten für eine Heimunterbringung aufgrund ihrer Pflegebedürftigkeit nicht selbst tragen konnten oder aufgrund einer Behinderung zusätzlicher Hilfe bedurften. Und da zudem der Bund seine Beteiligung an den Unterkunfts- und Heizungskosten für Hartz-IV-Bezieher stetig gesenkt hat, stiegen die Ausgaben im Sozialbereich von insgesamt rund 56,3 Millionen Euro im Jahr 2005 auf etwa 77,6 Millionen Euro im Jahr 2009. Dies geht aus einem Bericht hervor, den die Verwaltung jetzt den Politikern vorlegte.

Und für die kommenden Jahre rechnet die Verwaltung eher mit steigenden, denn mit sinkenden Kosten. Dies sei unter anderem eine Folge der demografischen Entwicklung. Da immer mehr Menschen immer älter werden, werde etwa die Zahl der Pflegebedürftigen steigen. Und auch bei der „Grundsicherung im Alter” - also den Leistungen für Menschen über 65 Jahren, deren Rente nicht zum Leben reicht - gehen die Fachleute von einem steigenden Bedarf aus.

Geschuldet ist dies zum einen den teils niedrigen Löhnen, die zu einer niedrigen Rente führen, aber auch den „gebrochenen Erwerbsbiografien”, wie es im Fachjargon heißt. Sprich: Viele Menschen erwerben aufgrund längerer Arbeitslosigkeit weniger Rentenansprüche. Schon in den vergangenen Jahren ist die Zahl der auf Grundsicherung im Alter angewiesenen Menschen im Altkreis zwar langsam, aber stetig gestiegen - von 1434 Mitte des Jahres 2006 auf 1619 Ende 2009. Ähnliche Steigerungsraten sind bei der Gruppe der 18- bis 64-Jährigen, die wegen einer Erwerbsminderung Hilfe bedürfen, zu verzeichnen. Ihre Zahl stieg im gleichen Zeitraum von 748 auf 909.

Auch die Zahl der Menschen, die in Pflegeeinrichtungen leben und Sozialleistungen benötigen, ist von 2006 bis 2009 deutlich gestiegen. Hilfe zur Pflege einschließlich Lebensunterhalt mussten Mitte 2006 exakt 774 Frauen und Männer in Anspruch nehmen, Ende 2009 waren es schon 1023. Pflegewohngeld bezogen im Jahr 2006 genau 1165 Menschen, Ende vergangenen Jahres waren es 1361. Und Grundsicherung erhielten 2006 im ehemaligen Kreisgebiet 201 Frauen und Männer, Ende 2009 waren es 236. Die Ausgaben des Altkreises für diese drei Leistungsarten stiegen von 14,2 Millionen Euro auf 17,8 Millionen Euro.

Wie sehr sich die Reduzierung des Bundesanteils an den Kosten für Unterkunft und Heizung für Hartz-IV-Bezieher auswirkt, verdeutlichen folgende Zahlen: Während die Zahl der Anspruchsberechtigten in den neun Kommunen von 28880 Ende 2006 auf 28033 zurückging, stiegen die vom Altkreis aufzubringenden Leistungen von rund 44,9 Millionen Euro auf 54,5 Millionen Euro.
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