Sizarr beim „Kulturfestival X“ im Energeticon

Von: Markus Bienwald
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Raus aus dem Studio, rauf auf die Bühne: Dass Sizarr seit längerer Zeit nicht mehr live gespielt hatte, war beim Auftritt im Energeticon wahrlich nicht zu merken. Foto: Markus Bienwald
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Sänger, Gitarrist und Klavierspieler: Fabian Altstötter bewies in Alsdorf seine Vielseitigkeit. Foto: Markus Bienwald

Alsdorf. „Radiotauglich“ ist ein Label, das gerne Bands angeheftet wird, die eingängige Musik spielen. Doch bei Sizarr, deren Musik auch zwischen stadiontauglich und intim pendelt, ist das wirklich zu kurz gegriffen. Das stellte das Trio aus dem pfälzischen Landau jetzt bei seinem Gastspiel im Rahmen des „Kulturfestival X“ der Städteregion unter Beweis.

Im gut gefüllten Fördermaschinenhaus des Alsdorfer Energeticons sprang dabei der Funke zwischen den Dreien auf der Bühne und dem Publikum unmittelbar über. Schon ab dem ersten Lied tanzten an der Seite ein paar Gäste mit. Da war der Hinweis des charismatischen Sängers Fabian Altstötter – „Wenn es euch irgendwann nicht mehr auf den Stühlen halten sollte, dann tut euch keinen Zwang an“ – schon fast überflüssig.

Überaus flüssig hingegen war das, was Sänger, Gitarrist und Pianospieler Altstötter und seine Kollegen Marc Übel (Schlagzeug) und Philipp Hülsenbeck (Synthesizer) in die Ohren der begeisterten Gäste gossen. Was beim ersten Hinhören beinahe simpel-reduziert klang, entwickelte sich zu einem vielschichtigen Liedgut, das mit Titeln wie „Scooter Accident“ oder „Baggage Man“ glänzte. Ein kleines bisschen klang das Ganze bekannt, zeigte aber mit Druck aus einem auf Bass und Schlagwerk aufgebauten Klangbild einen Zug nach vorne, der in Kombination mit Altstötters Stimme eine ganz eigene Energie entwickelte.

Liebe und große Gefühle

Ganz so, als ließe er die in der früheren Kraftzentrale des Alsdorfer Steinkohlenbaus produzierte Elektrizität wieder anlaufen, sang er sich durch Texte über Liebe, Nachdenken und große Gefühle. Dass er dabei an den leider viel zu früh gestorbenen Jeff Buckley erinnerte, dunkles Timbre wie Nick Cave aufbauen konnte und gemeinsam mit seiner Band eine Art schwungvolle Version der Tindersticks aus dem Hut zauberte, machte den Genuss perfekt.

Dass das Terzett derzeit im Studio am dritten Album arbeitet und schon länger nicht live gespielt hat, hörte man nicht. „Sie haben extra für uns eine Ausnahme gemacht“, freute sich Dr. Nina Mika-Helfmeier als Veranstalterin von der Städteregion da völlig zu Recht. Und nicht nur die Mädels im gemischten Publikum waren völlig hin und weg, als Altstötter, dessen Haare der einzig widerspenstige Punkt des Abends waren, dann alleine auf dem Podium, nur mit seinem Piano zum Solo anhob.

Große Momente waren das in Alsdorf. Und dass die Jungs aus der Provinz sich im Aachener Umland trotz der laufenden Arbeiten sehr wohlfühlten, konnte jeder spüren, der an diesem außergewöhnlichen Abend dabei war.

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