Seray Polat kann sich Hoffnungen auf das Finale machen

Von: Silvia Möller
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Sie machten es der Jury nicht gerade leicht: die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des städteregionalen Vorlesewettbewerbs, im Bild mit Mitorganisatorin Vera Sauren (l.) . Foto: Andreas Herrmann

Städteregion. Aufgeregtes Raunen und Murmeln wird im Forum M der Mayerschen Buchhandlung in Aachen laut. „Das Mikrofon steht doch da, du musst es nicht festhalten“, wird Joyce Jansen von ihrer Mutter beruhigt. Sie ist eine von 19 Sechstklässlern, die am Kreisentscheid des Vorlesewettbewerbs 2016 teilnehmen, und wie ihre Mitstreiter ist sie ziemlich nervös.

„Ich hatte damals wirklich ein bisschen Angst vor der Jury“, gibt auch Emilia Klara Kühl zu. Sie ist die Siegerin des Stadtentscheids 2015 und gehört nun selbst zum Kreis der Wertungsrichter. „Ich weiß, wie sich die Schüler fühlen und kann mich gut in ihre Lage versetzten“, fügt sie hinzu. Dank dieser Erfahrung hat sie die beste Voraussetzung, um fair zu entscheiden, wer für die Städteregion – mit Ausnahme der Stadt Aachen, die einen eigenen Wettbewerb hat – weiterkommt und zum Bezirksentscheid, der im März und April stattfindet, gehen darf.

Um 15 Uhr eröffnet Moderatorin Vera Sauren die Veranstaltung. Im Vorraum des Forums verrät sie noch, dass sie ein wenig aufgeregt und „hibbelig“ ist, doch das merkt man ihr nicht an. Ihre Gefühlslage ist verständlich, handelt es sich bei dem Wettbewerb doch um „ihr“ Projekt. „Für die IHK-Abschlussprüfung muss jeder Absolvent ein Projekt organisieren. Das hier ist meins“, erklärt sie stolz. Allerdings hatte sie dabei Hilfe und Unterstützung von Ingrid Voigt, die den Wettbewerb schon seit vielen Jahren in der Mayerschen Buchhandlung organisiert.

Wer am Vorlesewettbewerb teilnimmt, muss in der ersten Runde einen Textabschnitt aus einem Buch seiner Wahl vorlesen. Dabei darf die Zeit von drei Minuten nicht überschritten werden. Nach einer kurzen Pause folgt die zweite Runde, in der die Schüler einen ihnen unbekannten Text vortragen müssen um zu zeigen, wie sie ohne Vorbereitung mit dem Geschriebenen zurechtkommen.

Aufregung ist bei fast jedem zu spüren, doch nach den ersten Worten verschwinden alle Unsicherheiten und die Schüler stellen gekonnt ihre Textausschnitte vor. Dabei wird das Publikum an verschiedenste Orte entführt – ob in die Hütte der „Vorstadtkrokodile“, in die magische Welt von „Tintenherz“ oder ins Auenland zum „Kleinen Hobbit“ Bilbo Beutlin. Immer wieder wird gelacht, stolze Eltern machen Fotos und Aufnahmen und beglückwünschen ihre Kinder zum gelungenen Auftritt – das Publikum ist begeistert.

Am Ende entscheidet die Jury, zu der neben Emilia Kühn auch Christa Kontny aus der Kinder- und Jugendabteilung der Stadtbücherei Aachen, die Aachener Kinderbuchautorin Sabine Blatzy, Buchhändlerin Uschi Drechsler und die Logopädin Daniela Päßler gehören, dass Seray Polat vom Städtischen Gymnasium Herzogenrath ihre Texte am überzeugendsten vorgetragen hat. Sie ist eine Runde weiter und darf beim Bezirksentscheid antreten – und vielleicht im Juni zum Finale nach Berlin fahren. Doch alle Kinder können stolz auf ihre Leistungen sein. Schließlich haben sie die Vorentscheide in ihren Schulen gewonnen.

Bundesweit haben rund 7500 Schulen im vergangenen Herbst zunächst in internen Wettbewerben ihre besten Vorleserinnen und Vorleser gekürt, die nun in regionalen Entscheiden an den Start gehen. Die Etappen führen über Stadt-/Kreis-, Bezirks- und Länderebene bis zum Finale.

Der Vorlesewettbewerb wird seit 1959 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels durchgeführt und steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten.

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