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Schule kann den Weg zum Verein ebnen

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:
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Bewegung für die Lehrer stand auch auf dem Programm bei der städteregionalen Premierenfortbildung. Doch in erster Linie ging es um die Frage, wie Schüler zu Sporthelfern ausgebildet werden können. Foto: M. Grobusch

Städteregion. Sporthelfer an Schulen sind Mangelware. Das gilt beinahe für ganz Nordrhein-Westfalen – und für die Städteregion gilt das ganz besonders. Gerade einmal fünf Schulen beteiligen sich bis dato außerhalb von Aachen an dem vom Landessportbund und der Sportjugend NRW initiierten Programm.

Es zielt darauf ab, Jugendliche ab der achten Klasse so auszubilden, dass sie zunächst in der Schule und später vielleicht auch in einem Verein sportliche Angebote mitorganisieren und betreuen können – und dürfen.

Nun liegt die Vermutung nahe, dass den Schulen zwischen Baesweiler und Monschau schlichtweg das Interesse fehlt. Doch diesem Eindruck tritt Ingrid Schäfer mit Bestimmtheit entgegen. „Es werden pro Jahr lediglich zwei Fortbildungen in NRW für insgesamt 50 Lehrkräfte angeboten. Das ist eindeutig zu wenig“, meint die Bildungsreferentin des Regiosportbundes Aachen. Zumal die wenigen Plätze von den zuständigen Bezirksregierungen stets per Losverfahren vergeben und zwei Anmeldungen von einer Schule wegen der arg begrenzten Kapazitäten von vorneherein ausgeschlossen würden.

Immerhin kann Schäfer jetzt einen ersten Erfolg bei ihren Bemühungen um eine Erweiterung des Angebotes verbuchen: In dieser Woche hat im Rahmen eines Modellprojektes erstmals eine dezentrale Lehrer-Qualifizierung für die Ausbildung von Sporthelfern stattgefunden – im Gymnasium Würselen statt wie sonst üblich in der Sportschule Hennef. Der vom Regiosportbund erhoffte Effekt stellte sich prompt ein: An der zweitägigen Maßnahme haben 13 Lehrer von neun Schulen aus der Städteregion teilgenommen. Und die waren am Ende ebenso zufrieden wie die beiden Leiter Marco Effing und Markus Strauch.

Ihnen ist es nach eigener Aussage gelungen, den Lehrern in Theorie und Praxis die Unterschiede zu vermitteln, die es zwischen dem Erteilen von Sportunterricht und der Fortbildung zum Sporthelfer gibt. „Das fängt bei der Auswahl geeigneter Jungen und Mädchen an und geht weiter über den rechtlichen Rahmen und die organisatorischen Voraussetzungen bis hin zu der Frage, welche konkreten Angebote Sporthelfer letztlich unter den an ihrer Schule herrschenden Rahmenbedingungen unterbreiten können“, berichtet Effing, der als Berater im Schulsport für die Bezirksregierung Köln tätig ist.

„Ganz wichtig ist auch, die Jugendlichen auf den Perspektivwechsel vorzubereiten, der sich ergibt, wenn sie nicht unterrichtet werden, sondern Verantwortung für die Mitschüler übernehmen“, weiß Strauch, Referent der Sportjugend NRW. Das kann bei Schulhofspielen während der Pause sein oder im Zuge der Nachmittagsbetreuung. Aber auch die Hilfe bei den Bundesjugendspielen, die Betreuung jüngerer Klassen bei Schulwettbewerben und die Ausrichtung eigener Spiele oder Turniere sind mögliche Tätigkeitsfelder von Sporthelfern.

Kontakte zu Vereinen

Für die Ausbildung gibt es im Übrigen auch unterschiedliche Optionen. Sie kann beispielsweise im Rahmen von Projektwochen oder als Wahlpflichtfach absolviert werden. Dabei soll der Vereinssport immer eine gewisse Rolle spielen. Denn der Regiosportbund hat natürlich ein Interesse daran, dass junge Menschen über den Schulsport zu den Vereinen finden. „Für Schüler, die bis dahin noch nicht im organisierten Sport eingebunden sind, werden bereits in der Ausbildung Kontakte zu ortsansässigen Vereinen geknüpft“, betont Ingrid Schäfer. Auf diesem Wege kann es gelingen, aktive Mitglieder zu vermitteln. Oder sogar zukünftige Trainer. „Denn die Sporthelfer- und die Gruppenhelferausbildungen bilden die Basis für den Übungsleiter C“, zeigt Schäfer einen möglichen Weg auf.

Das wäre dann ganz im Sinne des von Landesregierung und Landessportbund vereinbarten „Paktes für den Sport“, in dem altersgerechte Sport- und Bewegungsangebote ebenso als Ziel formuliert worden sind wie eine engere Zusammenarbeit zwischen Schulen und Vereinen.

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