Rot-Grün-Rot in der Region vor Premiere?

Von: Udo Kals
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Herzogenrath / Aachen. Ob Schwarz-Grün, Rot-Grün, Jamaika, Ampel oder, oder, oder - die politische Farbenlehre in der Städteregion könnte um eine Variante erweitert werden.

Nachdem vor kurzem in Herzogenrath die schwarz-grüne Kooperation zerbrochen ist, nähern sich SPD, Grüne und Linkspartei an. Rot-Grün-Rot ist möglich, was in der Aachener Region ein Novum wäre.

Zwar ist es noch nicht soweit. Doch mit inhaltlich abgestimmten Vorschlägen zur Schulpolitik ist ein Anfang gemacht. „Das ist ein richtiges Kooperationsfeld, um sich über Sachthemen anzunähern. Ob ein formelles Bündnis zustandekommt, wird sich zeigen.

Zuerst muss es eine verlässliche Zusammenarbeit geben”, meint Martin Peters, der als Vorsitzender der SPD im Unterbezirk Kreis Aachen die Entwicklung interessiert beobachtet. Die Entscheidung für eine Kooperation, das betont er wie der städteregionale Grünen-Chef Dr. Thomas Griese, treffen letzten Endes die Verantwortlichen vor Ort.

Wobei Peters keinen Hehl aus seiner Position macht: „Nach 16 Jahren Schwarz-Grün war es in Herzogenrath Zeit für einen Wechsel. Und eine Kooperation mit Grünen und Linken fände ich gut. Dies würde unsere Koalitionsoptionen erweitern.”

Ziemlich flexibel sind in diesem Punkt die Grünen, die in der Städteregion in vielen Mehrheitsvarianten vertreten sind. „Wir leben jetzt schon fast die ganze Vielfalt”, sagt Parteichef Griese. Und auch den Linken gelte es, „vorurteilsfrei zu begegnen”.

Natürlich sei es schade, dass die CDU das schwarz-grüne Bündnis beendet habe, sagt er und fügt an: „Dies tut der Kooperation in der Städteregion aber keinen Abbruch. Da ist die CDU ein verlässlicher Partner.” Ob dies die Linken auch sind, werden die inhaltlichen Gespräche zeigen.

Dass diese dabei „keine faulen Kompromisse eingehen”, betont deren städteregionaler Parteichef Darius Dunker: „Wir werden keine Entscheidung treffen, bei der wir die Faust in der Tasche ballen. Das wird von uns erwartet.” Wie die Chancen für eine Kooperation sind, möchte auch er nicht beziffern. „Dafür ist es noch zu früh.” Doch diese Möglichkeit solle man nicht leichtfertig verspielen.

Die Entwicklung in Herzogenrath, wo mit Christoph von den Driesch noch ein Parteifreund als Bürgermeister das Sagen hat, betrachtet CDU-Kreisparteichef Axel Wirtz indes „mit Gelassenheit”. Warum? „Weil es wie im Düsseldorfer Landtag nicht gut gehen kann.”

Der SPD kreidet er „Machtbessenheit” an, die „nicht im Interesse dieser Stadt” sei. Eine Koalition mit der CDU sei möglich - und stabiler als Rot-Grün-Rot.
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