„Rose“, „Estado“ und „Georgos“ bleiben erstmal dicht

Von: Robert Esser
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Traditionshaus dicht: Wer die „Rose am Dom“ am Fischmarkt nach den Umbauarbeiten übernimmt, steht noch nicht fest. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die Zapfhähne hochgedreht, die Küche kalt: Drei weitere Traditionsrestaurants in Aachen sind – teils zumindest vorübergehend – dicht. Die „Goldene Rose“ beziehungsweise „Rose am Dom“ am Fischmarkt, das „Estado“ am Seilgraben und das „Georgos“ an der Ecke Lochnerstraße/Mauerstraße wurden von ihren Pächtern verlassen.

Im letzteren Fall zieht sich die Familie des früheren „Georgos“-Wirts Vural Gürsoylu nun komplett aus der Gastronomiebranche zurück.

Vor wenigen Monaten war Gürsoylu nach schwerer Krankheit gestorben. Er hatte das „Georgos“ vor 33 Jahren übernommen und mit seiner authentischen türkischen Küche mehrere Feinschmecker-Preise gewonnen. Wie es mit dem Geschäftslokal an der Straßenecke weitergeht, ist völlig offen.

Scharfe Hygienevorschriften

Unklar ist ebenso, welcher Pächter demnächst in der „Rose am Dom“ neue Gäste begrüßt. Im Jahr 2000 hatte ein Kohlscheider Architekt das exponierte Altstadt-Restaurant übernommen, nachdem der Vorbesitzer wegen Steuerhinterziehung verhaftet worden war.

Rund 250.000 Euro investierte damals der Architekt in das marode Gemäuer. Nun verabschiedete sich der Investor nach „15 angenehmen und ereignisreichen Jahren“ per Aushang von seiner Kundschaft. Verhandlungen mit einem Nachfolger laufen bereits. In den kommenden Monaten soll das denkmalgeschützte Gebäude, in dem schon im 14. Jahrhundert eine Schänke beheimatet war, technisch modernisiert werden. Vor allem die Küche entspricht nicht mehr den Jahr für Jahr extrem verschärften europäischen Hygiene-Standards.

Die Wiedereröffnung des Restaurantbetriebs im alten Giebelhaus mit Blausteinfachwerk und Kreuzstockfensterfassade ist für Mai 2015 geplant. Zumindest das dort seit so vielen Jahren verortete Wort „Rose“ soll auch im neuen Restaurantnamen auftauchen, ließ der Eigentümer am Dienstag auf Anfrage unserer Zeitung mitteilen.

Einen scharfen Schnitt vollzieht hingegen Kostas Neoxori. Er weidet gerade das Restaurant „Estado“ aus. Küchenausstattung, weiß getünchte Ziegelsteinbögen und das komplette Interieur wurden bereits demontiert. In einem Monat will der griechische Gastronom, der auch in den Niederlanden Restaurants betreibt, das Lokal am Seilgraben an der Einmündung zur Parkhauseinfahrt unter dem neuen Namen „Dafne“ wieder eröffnen – natürlich mit griechischer Küche.

Im Herzen Burtscheids bereichert ab April ein ungewöhnliches Café die gastronomische Szene. Unter dem Namen „Leni liebt Kaffee“ bieten Anna-Lena Heinrichs und Boris Zwick Kaffee-Spezialitäten an. Dabei werden die Bohnen – etwa aus Äthiopien – direkt vor dem Aufbrühen im Aachener Geschäftslokal geröstet. „Es war ziemlich schwierig, die Abluft des Mikroröstofens im Geschäftslokal technisch in den Griff zu bekommen“, erklärt Gastronom Zwick. „Die Lösung in Form eines massiven Abluftsystems haben wir letztlich bei einer israelischen Panzerschmiede gefunden“, verrät er.

Industrie-Optik mit Flair

Derzeit wird das Geschäftslokal am Burtscheider Markt umgebaut. Robuste „Industrial-Optik“ mit besonderem Flair ist angesagt – antike Industriemöbel treffen auf moderne Technik. Erfahrungen auf dem Gastronomiesektor hat das Team um Zwick in den vergangenen Jahren im Aachener Universitätsklinikum gesammelt. Dort kam auch das Minirösterei-System erstmals zum Einsatz. „An diesen Erfolg möchten wir nun anknüpfen, vielleicht auch in weiteren neuen Lokalen“, lässt sich Zwick ein wenig in die Karten schauen.

Dann wird der Ofen angeworfen, damit‘s auch anderswo wieder läuft – möglichst genauso aus zwischengelüfteten Zapfhähnen.

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