Regiosportbund will sich dem Umbruch stellen

Von: Michael Grobusch
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Führen für den Regiosportbund Aachen Gespräche mit der Städteregion über eine mögliche Übernahme der Sportförderung: Präsident Klaus Offergeld und Geschäftsführerin Judith Blau. Foto: Michael Grobusch

Städteregion. Die letzten Umzugskartons sind ausgepackt, der Geruch von frischer Farbe liegt nur noch ganz dezent in der Luft. Der Regiosportbund Aachen (RSB) hat sich eingelebt in seiner neuen Bleibe. Nach einem kurzen Intermezzo in der Steinstraße befindet sich die Geschäftsstelle nun in der Marienstraße im Eschweiler Zentrum.

„Wir haben bewusst den Schritt weg von Aachen gemacht“, erzählt Klaus Offergeld. „Wir sind damit der Realität gefolgt.“ Die gestaltet sich so, dass der Regiosportbund seit seiner Gründung vor fünf Jahren für das Gebiet der Städteregion zuständig ist – mit Ausnahme der Stadt Aachen, die vom dortigen Stadtsportbund abgedeckt wird.

„Anfangs hatten wir die Idee einer Fusion. Aber wir haben schnell gemerkt, dass dies nicht sinnvoll wäre“, blickt der ehrenamtliche Präsident zurück. „Die Stadt Aachen ist operativ selbstständig, und der Stadtsportbund hat eigene hauptamtliche Mitarbeiter.“

So wird es wohl auch bleiben, deshalb wurden die Gebiete und Zuständigkeiten abgesteckt. Der Auszug des RSB aus den gemeinsam mit dem Stadtsportbund genutzten Räumen im Aachener Reichsweg war da nur folgerichtig. „Gleichwohl gibt es weiterhin eine sehr konstruktive Zusammenarbeit“, betont Offergeld. „Im Fokus stehen immer die Interessen des Vereinssports.“

In diesem Sinne hat der Regiosportbund im Januar 2015 auch den „Pakt für Sport und Bildung“ mit der Städteregion geschlossen. „Damit wollten beide Seiten den zentralen Stellenwert des Sports in unserer Gesellschaft untermauern und eine Planungs- und Handlungssicherheit für den Sport schaffen“, hebt Geschäftsführerin Judith Blau die Bedeutung des Abkommens hervor. Die Basis ist also solide, und das sollte sie auch sein.

Schließlich stehen die Vereine und mit ihnen der Regiosportbund als ihr Interessenvertreter vor großen Herausforderungen. Blau benennt die zentralen Punkte: Der demografische Wandel, die Veränderungen im Bildungsbereich durch die Einführung der Ganztagsschule, ein abnehmendes ehrenamtliches Engagement und die schwierige finanzielle Lage, in der sich viele Kommunen befinden.

Derzeit ist einiges in Bewegung – auch, oder gerade, was den letztgenannten Punkt angeht. Im Rahmen des „Strukturkonzeptes“ hat Städteregionsrat Helmut Etschenberg den Vorschlag unterbreitet, dem Regiosportbund die Zuständigkeit für die Sportförderung zu übertragen. „Es laufen interessante Gespräche“, hält sich Klaus Offergeld mit weiterführenden Aussagen noch zurück.

Bis Ende Juni sollen der Politik, die den Vorschlag grundsätzlich gebilligt hat, konkrete Ergebnisse vorgelegt werden. Die Richtung ist aber schon klar: Die jährliche Fördersumme von 130.000 Euro soll unangetastet bleiben. Und wenn sich der Regiosportbund in der Lage sehen sollte, die Beantragung und Auszahlung der Fördermittel mit einem geringeren personellen und damit finanziellen Aufwand zu gewährleisten, dürften sich beide Seiten einig werden.

„Wir haben eine hohe Kompetenz dank unserer hauptamtlichen Mitarbeiter und einen direkten Draht zu den Vereinen“, nennt Offergeld zwei Trumpfkarten des RSB. „Ein solches Modell steht jedoch klar unter dem Finanzierungsvorbehalt. Wir werden uns in keinerlei Abenteuer stürzen.“

Und auch inhaltlich knüpft der Regiosportbund einige Bedingungen an ein mögliches Engagement. „Die Sportförderrichtlinien müssen den veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen angepasst werden“, fordert Offergeld und nennt ein Stichwort: demografischer Wandel. Bis dato werden Zuschüsse lediglich für die Anschaffung von Sportgeräten sowie für die Kinder- und Jugendarbeit – hier in Relation zur Zahl der Nachwuchssportler – gezahlt.

„Das ist nicht mehr zeitgemäß“, findet der Präsident. Klubs, die in den Genuss von Fördermitteln kommen möchten, müssten zudem Mitglied im Regiosportbund sein, stellt Offergeld klar. „Denn das ist das Prinzip der Solidargemeinschaft.“ Außerdem soll eine Nachweispflicht für die gewährten Mittel eingeführt werden. „In anderen Bereichen ist das längst üblich“, verweist Judith Blau beispielhaft auf die Inklusions- und die Flüchtlingsarbeit.

Nicht jedem werden die Veränderungen gefallen, über die in diesen Wochen mit der Städteregion diskutiert und in wenigen Monaten in den politischen Gremien abgestimmt wird. Doch sie sind erforderlich, da ist Klaus Offergeld sicher. „Denn wir alle wollen doch die Sportvereine und unseren Sport zukunftssicher aufstellen.“

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