Städteregion - Regiosportbund vergibt „Stipendium für das junge Ehrenamt“

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Regiosportbund vergibt „Stipendium für das junge Ehrenamt“

Von: Michael Grobusch
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Vorbild und Vermittler von wichtigen gesellschaftlichen Werten für den Nachwuchs: Mit dem „Stipendium für das junge Ehrenamt“ will der Regiosportbund diese Rolle von jungen Menschen, die sich in ihrem Verein besonders engagieren, unterstützen. Foto: Imago/Zink
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Start in ein besonderes Jahr: Mit Arne Schön (v.l.), Jan Menzler und Tobias Esser freuen sich Julian Huppertz, Vorsitzender der RSB-Jugend, der RSB-Vorsitzende Günter Kuckelkorn und die stellvertretende Städteregionsrätin Christiane Karl. Foto: Michael Grobusch

Städteregion. „Entscheidend war die Qualität der Bewerbungen.“ Diesen Satz muss Julian Huppertz, Vorsitzender der Sportjugend im Regiosportbund Aachen (RSB) gleich nach der Begrüßung loswerden – allerdings mit einem Augenzwinkern.

Denn wer die Premiere des „Stipendiums für das junge Ehrenamt“ erlebt hat, dem fällt der Unterschied zur jetzt gestarteten zweiten Auflage gleich ins Auge: Wo im vergangenen Jahr drei junge Frauen ihre Urkunde in Empfang genommen haben, stehen jetzt drei junge Männer ein wenig aufgeregt im Rampenlicht. Tobias Esser, Arne Schön und Jan Menzler haben aber trotzdem viele Gemeinsamkeiten mit ihren Vorgängerinnen: Sie setzen sich, jeder auf seine Art und in seinem Verein, „in besonderem Maße“ ehrenamtlich ein.

Fehlende Zeit als Argument

Damit sind sie förderungswürdige Vorbilder, und eben solche unterstützt der Regiosportbund Aachen seit 2017 in der Städteregion mit einem einjährigen Stipendium. Drei Stipendiaten gibt es pro Jahr, die nicht nur inhaltlich begleitet, sondern zudem auch zwölf Monate lang mit insgesamt jeweils 1200 Euro gefördert werden. Das sorge für eine nicht zu unterschätzende Entlastung, betonen die drei Studenten. „Denn jede Stunde, die wir weniger für einen Nebenjob aufwenden müssen, können wir in unser Hobby investieren.“

Die Zusammenhänge sind auch Christiane Karl bekannt. „Viele Menschen begründen ihre ablehnende Haltung gegenüber einem Ehrenamt mit der fehlenden Zeit“, berichtet die stellvertretende Städteregionsrätin. „Und genau an diesem Punkt setzt das Stipendium an.“ Julian Huppertz findet das sehr gut. Er weiß aus eigener Erfahrung: „Ein Ehrenamtler genießt höchste gesellschaftliche Anerkennung. Aber er befindet sich auch in einem Spannungsfeld zwischen seinem Hobby und den zunehmenden schulischen oder beruflichen Anforderungen.“

Das hat Folgen, die das neu geschaffene Stipendium in ausgewählten Fällen und für eine begrenzte Zeit kompensieren soll. „Viele Vereine müssen fusionieren, weil sie zu wenig Unterstützung bekommen“, bedauert Günter Kuckelkorn. „Deshalb brauchen wir junge Menschen, die ein Ehrenamt übernehmen und damit als Vorbild für andere dienen“, ist der Vorsitzende des Regiosportbundes überzeugt. Teamfähigkeit, Spaß, soziales Verhalten, kreative Mitgestaltung, Selbstbewusstsein und auch demokratische Grundwerte seien Dinge, die im Sport vermittelt werden könnten. „Doch das geht nur, wenn wir auch genügend Menschen haben, die bereit sind, sich in ihrem Verein entsprechend einzubringen.“

Jan Menzler macht das beim Judo-Club Sakura Herzogenrath als Pressewart, Internet- und Facebook-Beauftragter. „Die neuen Medien sind auch für Vereine in der heutigen Zeit ganz wichtig“, erklärt der 25-Jährige, der in Aachen Maschinenbau studiert und sich darüber hinaus in der Jugendleitung und als Trainer engagiert.

Auch bei Tobias Esser beschränkt sich die ehrenamtliche Arbeit nicht auf einen Bereich. Der 24-Jährige kümmert sich neben seinem Lehramtsstudium in Mathematik und Geschichte als Jugendwart des Tennis-Vereins Blau-Weiß Hoengen um den kompletten Spielbetrieb des Nachwuchses, organisiert Tennis-Camps und ist zudem Trainer.

Dem steht Arne Schön (23) in nichts nach. Als Übungsleiter ist der angehende Berufsschullehrer (Fächer: Maschinenbautechnik und Wirtschaftslehre/Politik) beim Hoengener Turnclub für den gesamten Übungsbetrieb der Kinder und Jugendlichen zuständig, gehört als stellvertretender Jugendleiter dem Jugendausschuss an und ist darüber hinaus – natürlich – auch noch Trainer.

Bei einer solchen Auslastung ist es durchaus eine Herausforderung, die Auflage zu erfüllen, die mit der Vergabe des Stipendiums verbunden ist: Alle drei Stipendiaten müssen innerhalb des Förderzeitraums ein Projekt entwickeln und umsetzen, das über ihre „üblichen“ Tätigkeiten im jeweiligen Verein hinausgehen. „Dabei werden sie vom Regiosportbund aber intensiv begleitet und unterstützt“, betont Julian Huppertz.

„Halbzeitresümee“

Die Ergebnisse sollen Ende des Jahres präsentiert werden. Und mit ihnen ein „Halbzeitresümee“ des zunächst auf vier Jahre begrenzten Förderprogramms. Christiane Karl ist schon jetzt sicher, dass dieses positiv ausfallen wird: „Denn die bisherigen Erfahrungen sind hervorragend. Die Sportjugend wächst, mittlerweile gibt es sogar ein eigenes Jugendteam“, freut sie sich. Auch Günter Kuckelkorn geht fest von einer Fortsetzung aus: „Das ‚Stipendium für das junge Ehrenamt‘ kommt den Vereinen und vielen Kindern und Jugendlichen zugute. Daran wird sich in den nächsten Jahren sicherlich nichts ändern.“

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