Radschnellweg von Aachen nach Herzogenrath: Ideen vorgestellt

Von: Peter Schopp
Letzte Aktualisierung:
9983746.jpg
Setzen auf den geplanten Radschnellweg Aachen-Herzogenrath: Nun wollen Walter Mathieu, Elisabeth Paul, Wilfried Fischer und Bernd Fasel mit den Bürgern über das ambitionierte und vom Land geförderte Projekt ins Gespräch kommen. Foto: Andreas Schmitter

Aachen/Herzogenrath. Die Idee ist hochinteressant und wenn sie funktioniert, sehr nachahmenswert: Ein Radschnellweg, in diesem Fall von Aachen nach Heerlen und Herzogenrath, inklusive Abzweiger nach Kerkrade.

Vertreter der Grünen aus Aachen und Herzogenrath haben nun bei einem Treffen am innerstädtischen Startpunkt Rütscherstraße die ersten Planungsideen einer schnellen Radverbindung aus dem nördlichen Umland in die Stadt -und umgekehrt präsentiert. Ende 2012 startet auf Initiative des Landes NRW ein Wettbewerb, bei dem kommunenübergreifend die fünf vielversprechendsten Bewerbungen für einen Radschnellweg gefördert werden. Aachen nimmt teil und bekommt nun den Zuschlag für ein solches Projekt.

„Ein Radschnellweg zeichnet sich vorrangig durch folgende Merkmale aus: wenige Kreuzungen, überwiegend mindestens zwei Meter Fahrbahnbreite je Fahrrichtung, deutlich abgetrennter Fußgängerbereich und möglichst wenige Steigungen“, erklären Elisabeth Paul (Aachen) und Dr. Bernd Fasel (Herzogenrath) die Vorteile gegenüber „Radwanderwegen“ wie zum Beispiel dem Vennbahnweg.

„Der Schwerpunkt liegt bei dem geplanten Vorhaben ganz klar auf der schnellen und unkomplizierten Erreichbarkeit des jeweiligen Zieles. Wir möchten ermöglichen, dass aufgrund dieser Vorteile dem Bürger der Wechsel vom Auto aufs Rad zum Beispiel bei der Anfahrt zum Arbeitsplatz leichter gemacht wird. Es geht um die Entlastung der Luft, der Straßen und der Städte, und nebenbei auch noch um die Gesundheit“, ergänzt Walther Mathieu (Herzogenrath).

„Die stark aufkommenden Elektrofahrräder tun da ein Übriges“, meint Wilfried Fischer (Aachen) und fügt an: „Hinzu kommt noch die abseits von stark befahrenen Straßen verlaufende Streckenführung. Das wird auch unter freizeitlichen Gesichtspunkten ein attraktives Vorhaben.“

Hier werden aber auch sofort die aufkommenden Befürchtungen der Anlieger wahrgenommen und artikuliert. „Der vorliegende Streckenplan ist absolut vorläufig. Wir werden im Verlauf des Jahres sehr eng mit den interessierten, aber auch mit den skeptischen Bürgern in die kritische Diskussion über dieses Vorhaben eintreten“, möchte Elisabeth Paul die vage vorhandenen Ängste bezüglich Lärmbelästigung, Kosten oder ähnlichem entkräften. „Wir werden in der nächsten Woche auf den jeweiligen Wochenmärkten der beteiligten Gemeinden anwesend sein und das Gespräch mit den Menschen suchen“, kündigen die Parteivertreter an. „Darüber hinaus schlagen wir vor, sich bei Problemen oder Bedenken bei den Fraktionen der Grünen in Aachen oder Herzogenrath zu melden!“

Bis zum Anfang des nächsten Jahres sollen alle Diskussionen geführt und eine Umweltverträglichkeitsprüfung abgeschlossen sein. Insgesamt erwarten Fachleute eine Verringerung des Berufsverkehrs um etwa 1700 Autofahrten täglich. „Mit diesem Radweg wird auch der Änderung des Individualverkehrs Rechnung getragen“, sind die Verantwortungsträger sicher. „Ein gutes Beispiel hierfür ist auch die Regionalbahn. Nach viel Skepsis im Vorfeld ist sie heute anerkannt und ein absolutes Erfolgsmodell!“

Die Kosten für den geplanten Radschnellweg liegen im Millionenbereich. Hiervon trägt das Land NRW mindestens 80 Prozent. Die möglichen restlichen 20 Prozent teilen sich die Stadt Aachen und die Städteregion mit der Stadt Herzogenrath. Die genaue Verteilung wird sowohl auf Landes- als auch auf Kommunalebene noch diskutiert. „Für das Geld, das dieser mehr als zehn Kilometer lange umweltverträgliche Radweg kostet, bekommt man nur 800 Meter Autobahn“, stellt Mathieu den finanziellen Aufwand ins Verhältnis. In den einzelnen Fraktionen der teilnehmenden Gemeinden herrscht parteiübergreifend große Zustimmung zu dem Plan, lediglich Piraten und Linke nehmen (noch) ablehnende Haltungen ein.

Leserkommentare

Leserkommentare (4)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert