Projekt „FrühLink“: Wenn jüngere Menschen an Demenz erkranken

Von: rü
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Städteregion. Demenz ist ein Thema, das viele Menschen in der Gesellschaft berührt. Da gibt es beispielsweise die Klassenkameradin, deren Großmutter häufig verwirrt und vergesslich ist. Oder den Nachbarn, der nicht mehr alleine in der Wohnung bleiben kann, weil er den Herd mehrfach ohne es zu wissen angelassen hat.

Oder die Ehefrau verändert sich plötzlich, reagiert aggressiv, wenn man sie auf Versäumnisse im Alltag aufmerksam macht. Eine Demenz bringt vielfältige Veränderungen mit sich. Für die Erkrankten selbst und auch für die Angehörigen.

Häufig wird diese Erkrankung mit einem höheren Alter in Verbindung gebracht. Doch es gibt auch Frühformen der Demenzerkrankung, die Betroffene und Angehörige vor große Herausforderungen stellen. Menschen mit früh beginnender Demenz erleben oftmals einen langen Weg bis zur Diagnosestellung. Angebote zur Beratung und Unterstützung bei Pflegebedürftigkeit und Demenz richten sich in der Regel an ältere Betroffene.

Jüngere demenziell Erkrankte fühlen sich oftmals in dieser speziellen Lebenssituation alleine gelassen und im Rahmen der vorhandenen Angebote ungenügend berücksichtigt. Dabei sind die Anforderungen an sie und ihre Familien erheblich: Oft stehen die jüngeren an Demenz Erkrankten noch im Beruf, häufig haben sie jugendliche Kinder und vielfältige Verpflichtungen. Die Sorgen und Ängste und die Frage, wie es weiter gehen soll, belasten die Erkrankten und die Familie.

Hier setzt das Projekt „FrühLink“ des Landesverbands der Alzheimer Gesellschaften NRW an. Es dient der Stärkung der Selbsthilfe und der Verbesserung der Versorgungssituation von Menschen mit Demenz in der frühen Lebensphase und ihren Angehörigen in ganz NRW. Um dies zu erreichen, wurde unter anderem der Workshop „Hilfen zur Selbsthilfe –Em-powerment bei früher Demenz“ konzipiert.

Ein solcher Workshop wird nun von der Alzheimer Gesellschaft Städteregion Aachen in Kooperation mit dem Verein Demenznetz Städteregion Aachen angeboten. Gefördert wird der Workshop von der Techniker Krankenkasse NRW. Die Teilnahme ist kostenlos.

Fachleute und ehrenamtliche Dozenten stehen als Ansprechpartner zu unterschiedlichen Themen zur Verfügung. Der FrühLink-Workshop ist eine Überblicksveranstaltung. Schwerpunkte werden durch die Interessen und Fragen der Teilnehmer gesetzt.

Die Inhalte des Workshops sind daher sowohl für Angehörige als auch für Menschen mit Demenz in einem frühen Stadium sowie jüngere Erkrankte geeignet. Auch ehrenamtlich und beruflich Tätige, die die Selbsthilfe Betroffener und deren Angehöriger unterstützen möchten, werden vielfältige Anregungen erhalten, so die Veranstalter.

Vermittelt werden unter anderem medizinische Basiskenntnisse, Fragen zu rechtlichen und finanziellen Aspekten werden beantwortet, und es gibt Tipps zur Kommunikation mit Demenzerkrankten. Herausfordernde Verhaltensweisen eines Erkrankten können für Angehörige und weitere Bezugspersonen problematisch sein. Wie mit solchen Verhaltensveränderungen – etwa Ängstlichkeit oder Reizbarkeit – umgegangen werden kann, wird ebenso Thema sein wie alltagspraktische Hinweise etwa zum Autofahren.

Angehörige, die während des Workshops eine Betreuung für ihren Demenzkranken benötigen, können sich mit dem Demenznetz in Verbindung setzen. Der Verein kann ein Angebot in der häuslichen Umgebung vermitteln.

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