Polizei zählt 950 Fälle häuslicher Gewalt

Von: Katrin Haas
Letzte Aktualisierung:
Setzen sich für Frauen ein, d
Setzen sich für Frauen ein, die Opfer häuslicher Gewalt wurden: (von links) Renate Wallraff, Anette Pütz, Natalie Durkovic und Sylvia Reinders verweisen auf die Hilfsangebote in der Städteregion. Foto: Michael Jaspers

Städteregion. Kaum zu glauben: Nicht alle Frauen wollen ihren prügelnden Partner anzeigen. Denn sie schämen sich, Hilfe anzunehmen. Seit 2002 steigt die Anzahl der Strafanzeigen wegen häuslicher Gewalt in der Städteregion.

In den letzten drei Jahren pendelte sich die Zahl auf konstant hohem Niveau ein. Das Fazit der Polizeistatistik aus dem Jahr 2011: Rund 950 Fälle von häuslicher Gewalt wurden angezeigt. Von diesen vermittelte die Polizei 178 Fälle weiter an die Interventionsstelle „Frauen helfen Frauen” (zuständig für Aachen) und 179 Opfer an die Fachstelle gegen häusliche Gewalt (zuständig für die neun Altkreis-Kommunen) mit Sitz in Alsdorf.

Der Grund für die hohe Zahl von Strafanzeigen ist das 2002 in Kraft getretene Gewaltschutzgesetz, erklärt Annette Pütz von „Frauen helfen Frauen”. In diesem wird vorgeschrieben, dass die Polizei jedes Mal, wenn sie zu einem Fall von häuslicher Gewalt gerufen wird, Anzeige erstattet. Das ist auch der Fall, wenn das Opfer beispielsweise aus Scham eine Anzeige verweigert.

Sylvia Reinders, Kriminalhauptkommissarin und Opferschutzbeauftragte der Polizei erklärt: „Ich wünsche mir, dass die Fälle weniger dramatisch werden, so dass die Möglichkeit besteht, diese früh in den Griff zu bekommen.” Das Beratungsangebot werde von den betroffenen Frauen eher in Anspruch genommen, in den letzten Jahren habe sich der Informationsfluss verbessert.

Die Aachener Polizei informiert die Betroffenen unter anderem auch über das Angebot der Interventionsstellen. „Unsere Beratung ist ergebnisoffen. Wir stellen den Erhalt der Familie in den Vordergrund, erklären aber den Frauen, dass auch ihre Kinder in den Teufelskreis der Gewalt mit einbezogen werden”, sagt Renate Wallraff, die Leiterin der Fachstelle gegen häusliche Gewalt.

Die Mitarbeiterinnen der Interventionsstellen unterliegen der Schweigepflicht, auch gegenüber der Polizei. Renate Wallraff erklärt: „Was fehlt, ist ein Geldgeber für Täterarbeit, die muss in Aachen viel professioneller angeboten werden.”

Kontakt zu „Frauen helfen Frauen” gibt es über die Telefonnumer 0241/902416 und auf http://www.fhf-aachen.de , Kontakt zur Fachstelle gegen häusliche Gewalt über die Telefonnummer 02404/91000 oder http://www.frauen-gewalt-ac.de
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert