Polizei: Einbrecher aus dem Verkehr ziehen

Von: Thomas Vogel
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Kontrolle an der Eupener Straße: Vornehmlich auf Einbrecher hat die Polizei es abgesehen, aber auch Beifang geht ins Netz. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Am liebsten will sich die Polizei am Dienstagnachmittag an der Eupener Straße natürlich die großen Fische angeln. Allerdings nehmen die Uniformierten alles mit, was als Beifang ins Netz geht. An diesem Tag geht es dabei aber nicht um die kleinen Sünder, die im Verkehr nicht regelkonform mitschwimmen.

Es handelt sich um „großflächige polizeiliche Kontrollmaßnahmen zur Bekämpfung des Wohnungseinbruchs“, wie es die Polizei formuliert. Man steht also dort, um Langfingern auf ihre langen Finger zu klopfen. Nötig, weil die Zahl der Delikte sich auf hohem Niveau bewegt und die Aufklärungsquote verhältnismäßig niedrig ist.

Das also ist Anlass und Fokus der Kontrollen am Dienstag, nicht nur an der Eupener Straße – auch auf der Raerener Straße in Lichtenbusch, in Eschweiler und weiteren Orten in der Städteregion. An der Eupener Straße winken die Einsatzkräfte um kurz nach 16 Uhr einen ramponierten silbernen Kleinbus auf den Parkplatz. Kennzeichen: OB für Oberhausen. Im Fahrzeuginneren sieben dunkelhäutige Menschen. Die Kontrolle beginnt: Personalien und Fahrzeugpapiere werden überprüft, gefolgt von einem Blick auf den Inhalt des Autos.

Auf was die Beamten besonders achten, damit will auf Nachfrage am Kontrollpunkt keiner von ihnen so richtig herausrücken. Natürlich achten sie bei der Auswahl der Fahrzeuge, die sie herauswinken, auf bestimmte Kriterien. Welche, das bleibt geheim. Zwielichtige Gestalten sollen in der Zeitung nicht auf Tipps stoßen nach dem Motto: „So vermeiden Sie, in einer Polizeikontrolle gefilzt zu werden.“

Wenn in einem Kofferraum neben Brecheisen und Akkuschrauber ein Beutel mit Schmuck liegt, dann wirft das aber mit Sicherheit die eine oder andere Frage auf. „Mehrere sogar“, sagt Paul Kemen von der Pressestelle der Aachener Polizei. Um die entsprechenden Antworten werden sich die Beamten dann erst einmal beim Fahrer bemühen. Wenn es sein muss, können die Polizisten da durchaus hartnäckig sein.

Zwei Männer in einem Golf mit belgischem Kennzeichen, die zuvor auf den Parkplatz gewunken wurden, werfen offenbar kaum Fragen auf. Sie können kurze Zeit später weiterfahren. Es folgt ein 3er BMW, ebenfalls aus Belgien. Wieder kein Treffer und kein langer Aufenthalt auf dem von Blättern und Matsch bedeckten Parkplatz. Was dort immer noch steht, ist der silberne Kleinbus. Der Fahrer wedelt vor der Nase eines Beamten mit Papieren herum. Ein anderer Beamter telefoniert. Hier ist offenbar noch Klärungsbedarf.

Wie viele Kräfte insgesamt an der Aktion in der Städteregion im Einsatz sind, gibt die Polizei aus taktischen Gründen nicht bekannt. Beteiligt sind Beamte der Schutzpolizei, Bundespolizei, der Kriminalpolizei und – zur Unterstützung – der Einsatzhundertschaft Bonn. Die Aachener Hundertschaft war bereits zur Unterstützung der Kollegen nach Euskirchen verplant.

Kontrollen dieser Art werden zunehmen, sagt Kemen. Man will den Einbrechern in der Region weiter auf die Pelle rücken. Dass die Beamten an einem Tag wie diesem um eine Zeit wie dieser an Orten wie diesen stehen, ist weder Zufall noch Folge der jüngst unterzeichneten „Aachener Erklärung“ zur Stärkung der Zusammenarbeit in der Verfolgung grenzüberschreitender Kriminalität. Nein, diese Kontrollen basieren auf der Auswertung entsprechender Taten. Die Polizei will mit Aktionen dieser Art zum einen abschrecken, zum anderen aber auch erwischen. Und sie möchte ihr Bild, welche Täter mit welchen Fahrzeugen unterwegs sind und über welche Wege sie möglicherweise zu Taten anreisen, vervollständigen.

Der silberne Kleinbus darf den Parkplatz heute nicht mehr verlassen. Der Wagen hat keinen Versicherungsschutz. Direkt machen sich zwei Beamte daran, die Zulassungsplakette von den Nummernschildern zu kratzen. Endstation. Wie die Männer, die darin unterwegs waren, weiterkommen, darum müssen sie sich selber kümmern. Wenn sie alle weiter dürfen. Die Kontrolle ist noch nicht beendet.

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