Städteregion - Plattform „unserAC.de“: Ein Mitmachportal, keine Meckerecke

Plattform „unserAC.de“: Ein Mitmachportal, keine Meckerecke

Von: Jutta Geese
Letzte Aktualisierung:
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Dank der klaren Aufteilung finden Nutzer der Internetplattform sehr leicht den Weg in die unterschiedlichen (Themen-)Bereiche, die „unserAC.de“ bietet.
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Sie stellen mit „unserAC.de“ eine Informationsplattform zur Verfügung: die Gründungsmitglieder des Trägervereins „Beng“ (v.l.) Henning Nehlisen, Klaus Dosch, Iris von der Weiden, der Initiator Stephan Baldin von der Aachener Stiftung Kathy Beys und Daniela Schiffler. Foto: Jutta Geese

Städteregion. Kurz vor Weihnachten ein ehrliches Lob für seine ehrenamtliche Arbeit zu erhalten, tut sicher doppelt gut: Walter, einer von monatlich rund 18.000 Besuchern der Plattform „unserAC.de“, hat die Betreiber dieser Seite mit einem Dankeschön und der Aufforderung weiterzumachen in die Weihnachtsferien verabschiedet.

Er schreibt: „Es macht Hoffnung und tut einfach nur gut, EUCH als Lotsen in diesen stürmischen Zeiten auf hoher See stets bei einem zu wissen, um einen jeden zu informieren und dahingehend zu motivieren, dass es sehr wohl möglich ist, auch als Einzelner etwas zu bewegen und sein Engagement nachhaltig einbringen zu können. Danke! Bitte bleibt mir und uns auch im kommenden Jahr eine zuverlässige Plattform und ein wahrhafter Kompass.“

Damit beschreibt Walter auch ziemlich genau, was das Anliegen von „unserAC.de“ ist: Menschen in der Region, die sich gesellschaftlich einbringen oder die sich engagieren wollen und nicht wissen, wie und wo sie das tun können, eine neutrale und nicht-kommerzielle Informationsplattform zu bieten. Die Idee wurde vor drei Jahren von der Aachener Stiftung Kathy Beys entwickelt.

„Eine Gesellschaft braucht Bürger, die sich aktiv beteiligen“, wird Stiftungsvorstand Stephan Baldin nicht müde, wieder und wieder zu betonen. Vor allem in Zeiten wie diesen, da das Misstrauen der Menschen gegen „die da oben“ groß ist, den etablierten Parteien die Mitglieder weglaufen und Populisten Oberhand gewinnen – in Deutschland wie in vielen anderen Ländern Europas. „Die Stiftung wollte eine unabhängige soziale Plattform entwickeln, die die Menschen mitnimmt, die ihnen zeigt, wo sie in ihrem Umfeld Einfluss nehmen können“, sagt Baldin.

Auf „unserAC.de“ – der Name lässt vermuten, dass es nur um bürgerschaftliches Engagement in der Stadt Aachen geht, tatsächlich ist aber die gesamte Städteregion abgebildet – finden die Besucher vor allem zweierlei: Informationen über das, was aktuell in jeder der zehn Kommunen der Städteregion politisch diskutiert wird, und eine Möglichkeit, ehrenamtliche Initiativen verschiedenster Art vorzustellen oder zu initiieren sowie Mitstreiter zu suchen.

Wie gut das funktioniert bzw. funktionieren kann, hat sich nicht zuletzt während des starken Zuzugs von Flüchtlingen Ende vergangenen/Anfang dieses Jahres gezeigt. Recht schnell haben die „unserAC.de“-Macher damals eine eigene Rubrik „Flüchtlingshilfe in unserer Region“ aufgebaut.

Hier finden Menschen, die helfen wollen, viele Informationen allgemeiner Art, Beschreibungen der – derzeit 62 – aktiven Initiativen in diesem Bereich, Dolmetscherlisten sowie für die Flüchtlinge selbst mehrsprachige Informationen. Und ganz leicht kann man sich hier wie auf den anderen Seiten der Plattform anhand einer Karte einen optischen Überblick verschaffen, in welcher Kommune es wie viele Projekte gibt. Denn alle Einträge sind mit Geodaten verortet.

„Kein Meinungsportal“

Dieser Initiativen- und Projekte-bereich ist „das Herzstück“ von „unserAC.de“, sagt Stephan Baldin. Und wird es auch nach dem Übergang der Trägerschaft auf den nun eigens dafür gegründeten gemeinnützigen Verein „Beng – Verein für bürgerschaftliches Engagement“ bleiben. Die Gründer – Iris von der Weiden, Daniela Schiffler, Klaus Dosch, Christian Scholz, Ali Ismailovski, Christian Vedar und Henning Nelihsen – stehen voll hinter dem Konzept der Stiftung, haben auf unterschiedliche Weise bisher schon an „unserAC.de“ mitgewirkt.

Nelilhsen etwa war mit seiner Firma nur für den technischen Support der Plattform zuständig. „Aber das hat uns inhaltlich so überzeugt, dass wir hier tiefer eingestiegen sind.“ Und als die Stiftung „ihr Kind“ abgeben wollte, wie sie es mit vielen ihrer Projekte macht (Baldin: „Wir wollen Anstöße und Hilfen zur Selbstorganisation geben, aber dann sollen die Projekte sich selbst tragen“), war es keine Frage für ihn, weiter mitzumachen.

Wichtig ist seiner Kollegin Iris von der Weiden eines: „Wir sind kein journalistisches Format und kein Meinungsportal. Bei uns werden Informationen zusammengetragen.“ Informationen, die wichtig für bürgerschaftliches Engagement sind oder dieses widerspiegeln. In einem weiteren Punkt sind sich die „Beng“-Mitglieder mit Ideengeber Stephan Baldin einig: „‚UnserAC.de‘ ist keine Meckerecke.“

Nicht über Missstände klagen, sondern mit anderen überlegen, wie man Missstände beseitigen kann – darum geht es. „Politik ist nicht unsere Baustelle, sondern die Bürger“, betont Iris von der Weiden. „Wir wollen Transparenz herstellen.“ Beispielsweise in der Rubrik „Ratsinformationen“, in der von fast allen Kommunen die Themen der Rats- und Ausschusssitzungen zu finden sind.

Zu tun haben die Akteure von „Beng“ eine ganze Menge. Sie müssen schließlich auch im Blick behalten, wer was auf der Plattform einstellt. Derzeit finden sich neben den 62 schon erwähnten Flüchtlingsprojekten Informationen über 74 sonstige Initiativen, 438 Vereine und über 1500 Veranstaltungen aus den Bereichen Kultur, Sport und Freizeit. „Bei den Veranstaltungen kooperieren wir mit dem Zeitungsverlag Aachen“, sagt Nehlisen.

Im Blick behalten müssen er und seine Mitstreiter auch die Kommentare – wobei solche wie der von Walter sicher guttun – den Aktiven von „Beng“, aber auch Stephan Baldin samt seinem Stiftungsteam, der ‚unserAC.de‘ weiter aufmerksam verfolgen wird.

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