Orchester „Sinfonietta Regio“ wird 60 Jahre alt

Von: Holger Bubel
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Gelungene Mischung: Zum Orchester „Sinfonietta Regio“ gehören rund 40 Berufs- und talentierte Freizeitmusiker – Streicher und Bläser. Nachwuchs, ob jung oder alt, ist herzlich willkommen. Foto: Sinfonietta Regio/Petrovitsch

Städteregion. Und dann ging plötzlich das Licht aus. Mitten im Spiel. Und was wurde gegeben? Mozarts „Kleine Nachtmusik“. Das passte. Geschichten wie diese, die sich noch im damaligen Casino am Denkmalplatz in Alsdorf ereignete, als während eines Konzerts der Strom ausfiel, gibt es viele, wenn das Orchester „Sinfonietta Regio“ zurückblickt auf die vergangenen 60 Jahre. So alt – oder besser: jung – wird es in diesem Jahr.

Jung ist es geblieben und aufgeschlossen für Neues, wie der aktuelle Dirigent Jeremy Hulin bestätigt. In der Chronik der „Sinfonietta Regio“ ist er erst der dritte Dirigent.

Begonnen hatte das Ensemble, das bis zur Übernahme durch die Stadt Alsdorf in Trägerschaft der Volkshochschule war, unter Dirigent und Orchestergründer Willy Kronen. Fast 30 Jahre lang, bis 1982, stand das Orchester unter seinem Dirigat. „Wenn man nach den beeindruckendsten Konzerterlebnissen dieser Epoche fragt, fällt mir die Konzertreise in die Ewige Stadt zu Beginn des Pontifikats Johannes Pauls II. ein“, berichtet Heinz Boveleth, langjähriges Ensemble-Mitglied.

Dabei hatte man sogar vor dem Papstaltar in St. Peter musiziert. Nach einem erfolgreichen Abschiedskonzert des bewährten Dirigenten Willy Kronen erfolgte die Stabübergabe an Marius Suciu, dem es schon bald gelang, aus dem bis dahin fast reinen Streichorchester einen sinfonisch besetzten Klangkörper zu schaffen.

Eine gerne wahrgenommene Aufgabe des Orchesters war die Begleitung der städtischen Chöre Alsdorf – zumindest bis 1998. Dann kam es zum Bruch. Während die Chöre dem Namen nach städtisch blieben, wurde aus dem Orchester die „Sinfonietta Regio“, ein eingetragener Verein mit Sitz in Alsdorf, aber mit Musikern aus der gesamten Städteregion und dem benachbarten Heinsberger Raum.

Die finanzielle Unterstützung durch die Stadt fiel von nun an fort, die Kosten für Konzerte mussten selbst getragen werden. „So verstehen wir uns auch als Orchester in der und für die Städteregion“, erklärt Vereinsvorsitzender Günter Mänz. Chorbegleitung gehört nach wie vor zu den beliebten Aktivitäten des Ensembles – allerdings nicht mehr der Alsdorfer Chöre.

„Die Ausrichtung des Orchesters ging deutlich hin zu einem regional aktiven Klangkörper, der neben eigenen Konzerten in der ganzen Region mit verschiedenen Chören zusammenarbeitet“, sagt Mänz. Die Ära Marius Suciu, „in der jede Probe als eine Art Gratisstunde“ empfunden und von den Musikern äußerst geschätzt wurde, endete nach 25 Jahren mit „Die Meistersinger von Nürnberg“ in der Aachener Elisabethkirche. „Ein würdiger Abschluss“, konstatiert Heinz Boveleth.

Frischen Wind brachte der dritte Orchesterchef, der Engländer Jeremy Hulin, ab 1998 in das Ensemble aus Berufs- und talentierten Freizeitmusikern. „Wir spürten schnell eine Entwicklung zu neuen musikalischen Klangbildern“, sagt Mänz. Beim Publikum komme besonders die lockere und humorvolle Erklärung des Dirigenten zu den folgenden Werken an. „Die ist Standard bei den Konzerten in der Städteregion.“

Und noch etwas hat der Maestro eingeführt: die Einbeziehung von jungen talentierten Musikern im sogenannten Mitspielkonzert. Dabei werden junge Leute von Schulorchestern weiterführender Schulen oder Musikschulen der Region eingeladen, mit der Sinfonietta ein attraktives Programm konzertant zu gestalten. Das eine oder andere Talent konnte dadurch bereits für das rund 40 Musiker starke Orchester gewonnen werden. Ginge es nach dem Sinfonietta-Vorstand, dürften es noch mehr werden. Ein Projekt-orchester „für neugierige Instrumentalisten“ ist daher auch für das laufende Jahr eingeplant.

Heinz Boveleth zieht ein Fazit nach 60 Jahren Sinfonietta: „Alle drei Dirigenten waren und sind faszinierende Menschen.“

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