Online-Handel mit Radzubehör wächst rasant

Von: Jutta Geese
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Strahlende Gesichter: Roland Ende (l.), Marketing- und Logistikleiter von „Bike-Components“, freut sich auf den Umzug seines Unternehmens nach Würselen im Dezember. Bei der Standortsuche haben Dr. Axel Thomas (Mitte) und Michael Eßer von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Städteregion geholfen.

Städteregion Aachen. Das nennt man wohl eine Erfolgsgeschichte: 1997 als kleines Wohngemeinschaftsprojekt in Aachen gegründet, ist die Firma „Bike-Components“ heute einer der größten Online-Versandhändler für Fahrradteile und Fahrradzubehör bundesweit – mit Wachstumsraten von jährlich 20 Prozent.

Das 1600 Quadratmeter große Logistikzentrum in Aachen-Brand, in das das Unternehmen im Jahr 2010 zog, ist schon zu klein, selbst mit der Anmietung weiterer Außenlagerflächen platzt es aus allen Nähten. Und so entschloss sich „Bike-Components“, den Standort zu wechseln. Mitte Dezember zieht das Unternehmen mit seinen derzeit rund 120 Mitarbeitern nach Würselen um, ins Gewerbegebiet Aachener Kreuz.

Für die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WfG) der Städteregion ist das die bedeutendste Betriebsansiedlung im Geschäftsjahr 2013, betont deren Vertriebs- und Marketingleiter Roland Ende. Wegen der 120 Arbeitsplätze, vor allem aber, weil „Bike-Components“ in Würselen weiter wachsen will, wie der Marketing- und Logistikleiter des Unternehmens, Roland Ende, erläutert. „In Aachen können wir niemanden mehr einstellen, weil wir keine Sitzplätze mehr im Büro haben. Jetzt in Würselen können wir uns extrem weiterentwickeln.“ Der neue Standort werde für bis zu 230 Mitarbeiter ausgelegt.

Das Unternehmen zieht in ein Gebäude, das vom Vermieter seit April umgebaut wird. Investitionsvolumen: zwei bis drei Millionen Euro. „Bike-Components“ stehen in Würselen künftig 13.000 statt bisher knapp über 4000 Quadratmeter Fläche zur Verfügung, um die derzeit weltweit rund 200.000 Kunden zu bedienen. 40.000 Artikel von 250 Herstellern umfasst das Sortiment. 15.000 Artikel sind auf Lager. In Würselen könne die Lagerkapazität auf 28.000 Artikel ausgeweitet werden, sagt Ende. Werden zurzeit etwa 2000 Sendungen pro Tag verschickt, könnten in Würselen demnächst bis zu 6800 Pakete täglich auf den Weg zu den Kunden gebracht werden. „Im Ein-Schicht-Betrieb“, wie Ende betont, „ein Zwei- oder gar Drei-Schicht-System wollen wir möglichst vermeiden.“

Eigentlich habe man gedacht, länger in Aachen-Brand bleiben zu können, sagt Ende. Doch jetzt muss man wegen des enormen Wachstums des Unternehmens dort schon nach vier Jahren weg. „Wir wollten aber in der Region bleiben und nicht etwa nach Köln umziehen müssen, denn wir sind hier verwurzelt“, sagt Ende. „Es gibt hier eine große Biker-Szene, und hier sind wir sozial engagiert.“ Deshalb sei man froh, in Würselen einen Standort gefunden zu haben, der nah bei Aachen sei und an dem das Unternehmen weiter wachsen könne, „ohne dass kurz- und mittelfristig aufwendige Anpassungen notwendig werden“. Zudem biete Würselen eine gute Infrastruktur, und „trotz notwendiger Umbaumaßnahmen ist der Standort attraktiver als ein Neubau“. Nicht zuletzt habe man „eine tolle Unterstützung von der WfG erfahren“, lobt Ende deren Geschäftsführer Dr. Axel Thomas und sein Team. „Bei solch einem großen Projekt sind ja schon ein paar Amtsgänge nötig. Wir freuen uns jedenfalls sehr darauf, im Dezember nach Würselen zu ziehen.“

Damit gehen in der Stadt Aachen zwar 120 Arbeitsplätze verloren, aber diese bleiben immerhin in der Region. Und das sei entscheidend, meint Städteregionsrat Helmut Etschenberg, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der WfG ist. Die ist nur für die neun Kommunen im früheren Kreis Aachen zuständig, nicht für die Stadt Aachen. Die Gesellschaft setze seit Jahren darauf, möglichst Unternehmen aus vielen verschiedenen Branchen anzusiedeln. Wenn man sich nur auf eine Branche fokussiere, könne eine ganze Region in den Abwärtsstrudel geraten, wenn es dieser schlecht gehe. Krisenfest sei, breit zu streuen.

Und so sind unter den von der WfG betreuten An- und Umsiedlungen Dienstleister, Einzelhändler, Maschinenbauer, Bauhandwerker und andere mehr. Den Erfolg der Berater beschreibt Michael Eßer so: „Unsere Quote beträgt 30 Prozent. Das heißt: Jeden Dritten, der uns in die Finger fällt, bekommen wir an diesen Standort.“

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