Ombudsmänner für Senioren: Sie sind verschwiegen und neutral

Von: Udo Kals
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Mit der Gründung der Städteregion sind Simon Robert (l.) und Werner Wolff (r.) seit Anfang 2010 als Ombudsmänner für Senioren sowohl für die Stadt als auch für den Altkreis zuständig.

Aachen. Zu tief lässt sich Simon Robert dann doch nicht in die Karten schauen. Natürlich kennt er als Ombudsmann für Senioren inzwischen nahezu alle 65 Pflegeheime in der Städteregion in- und auswendig.

Und natürlich weiß er ganz genau, in welchen Einrichtungen es besonders viele oder auch schwerwiegende Beschwerden gibt. So listen er und sein Kollege Werner Wolff im Jahresbericht 2010 wiederum zahlreiche Fälle auf - von der Tasse Kakao, die wochenlang in einem Heim trotz mehrfacher Nachfrage nicht gereicht wird, obwohl die alte Dame doch keinen Kaffee trinke, bis zum Vorwurf des falschen Umgangs mit Medikamenten. „Wir haben mit den unterschiedlichsten Problemen zu tun - vom kleinen Vorfall, der sich schnell klärt, bis hin zu Vorwürfen, die wir an Ordnungsbehörden weiterleiten müssen”, sagt Robert. Doch Namen von Häusern, wo es ihm mehr und wo es ihm weniger gut gefällt, nennt er natürlich nicht.

Denn als Ombudsmann, der als unabhängiger und neutraler Schlichter bei Meinungsverschiedenheiten zwischen Senioren auf der einen sowie Altenpflegeheimen und Pflegediensten auf der anderen Seite vermittelt, sollte er eines tunlichst sein: verschwiegen. Lieber verweist der Alsdorfer auf das Gütesiegel, das Heime und Pflegedienste, die sich dem sogenannten Ombudsmannverfahren freiwillig angeschlossen haben, verdienen können. Dieses wird seit 1998 für jeweils drei Jahre verliehen und attestiert der ausgezeichneten Einrichtung die Einhaltung festgelegter Standards.

„All das mit dem Ziel, den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen durch ein möglichst transparentes Verfahren eine Richtschnur an die Hand zu geben”, sagt Robert, der sich über eine ungebrochene Akzeptanz des Ombudsmannverfahrens nicht nur im alten Kreisgebiet erfreut, wo sich beispielsweise alle 38 Heime dem Verfahren angeschlossen haben.

„Seit Anfang 2010 sind Werner Wolff und ich auch für Aachen zuständig. Und seither konnten wir schon mit 21 von 27 Heimen einen Vertrag abschließen. Das hatte ich mir schwieriger vorgestellt. Aber wir sind auf offene Ohren gestoßen”, sagt Robert, der optimistisch ist, bis Jahresmitte auch mit den verbleibenden Einrichtungen handelseinig zu werden. Dann sollen noch dieses Jahr die ambulanten Pflegedienste folgen.

Die regelmäßige Sprechstunde von Simon Robert und Werner Wolff findet mittwochs von 10 bis 12 Uhr statt im Amt für Altenarbeit, Mauerfeldchen 29 in Würselen. Während dieser Zeit sind sie auch telefonisch unter 0241/5198-5424 zu erreichen.

E-Mails können an ombudsman@staedteregion-aachen.de geschickt werden. Außerhalb der Sprechstunde ist Amtsleiter Heinz Müller unter 0241/510985421 der Ansprechpartner.

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