Notfallpraxen: Die Entscheidung fällt

Von: Tom Lammertz
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Städteregion. Lange bevor die ersten Weichen neu gestellt werden könnten, hat sich in Eschweiler schon massiver Widerstand geregt. Gegen Gedankenspiele zur Zusammenlegung von Notfallpraxen. Federführend ist dabei der SPD-Stadtverbandsvorsitzende und Landtagsabgeordnete Stefan Kämmerling.

Schon vor Jahreswechsel sprach dieser von rund zweieinhalbtausend Unterschriften für den Erhalt der Notarztpraxis in Eschweiler.

2015 folgten weitere öffentliche Verlautbarungen des SPD-Politikers. Ende vergangener Woche untermauerte Kämmerling seine Kritik an der geplanten Umorganisation der Notfallpraxen. Die Schließung einzelner Standorte aus rein betriebswirtschaftlichen Gründen gerade im ländlichen Bereich sei falsch.

Umsetzung von Maßnahmen

Jetzt meldet sich auch einmal mehr Dr. Lothar Nossek, Vorsitzender der Kreisstelle der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein und der Kreisstelle der Ärztekammer Nordrhein, zu Wort und bekräftigt, was er Anfang Dezember schon der Ärzteschaft ins Stammbuch schrieb: „Der Kreisstellenvorstand ist bemüht, Ihre Interessen zu vertreten und an die Hauptstelle zu vermitteln.“

Er sei es nicht, der eine Neuorganisation wünsche, er setze lediglich Maßnahmen für die von den Ärzten gewählte Vertreterversammlung um. Es sei daher besser, „Unmutsbekundungen an die richtige Adresse zu richten“ und wenig hilfreich, politische Mandatsträger einzuschalten. Denn deren Interessen stimmten nur vordergründig mit denen der Ärzte überein.

Auch wenn mindestens einer der Adressaten der Botschaft diese als Maulkorb verstand – „Nossek versucht, die Ärzte mundtot zu machen“ – versichert der Chef der Kreis-KV den Kolleginnen und Kollegen, nur „größmögliche gemeinsame Entscheidungen“ in die Versammlung zu tragen, die heute in Düsseldorf das Thema Notfallpraxen berät.

Und in Richtung SPD mahnt er: „Wer fordert, muss auch fördern.“ Damit meint er Engagement zur Entlastung der relativ kleinen Ärzteschar (circa 40), die in Simmerath, Roetgen und Monschau den Notfalldienst anbiete. „Die halten die Dienstbelastung auf Dauer nicht aus“, sagt Nossek, der betont, im Nordkreis sei die Zahl der Ärzte etwa fünfmal so groß. Und dennoch seien dort Anfahrten zur Notfallpraxis von 12 bis 20 Kilometern an der Tagesordnung.

Kostenreduzierungen

Deshalb ärgere es ihn, wenn anderenorts – etwa in Eschweiler – so getan werde, als solle man dort schlechter versorgt werden als in anderen Städten der Städteregion. Nossek sagt deutlich, er erwarte von denen, die an ihrem Standard nicht rütteln lassen wollen, auch finanzielle Unterstützung kleinerer Einheiten.

Dem in dieser Sache sehr aktiven Eschweiler Landtagsabgeordneten Kämmerling schlägt er vor, sich vielleicht auch für Kostenreduzierungen, etwa bei den Mieten in den Krankenhäusern, einzusetzen.

Dies wäre dann ein wirklich nützlicher Beitrag zum Erhalt der Arztpraxen, meint der KV-Vorsitzende abschließend.

Ergebnisse werden für Mittwochabend erwartet

Heute wird die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein in Düsseldorf über eine Reform des ärztlichen Notfalldienstes beraten und abstimmen. Bereits Ende 2012 hatte sich dieses Gremium mit Eckpunkten einer solchen Reform bei den Notfallpraxen befasst und einen mit Ärzten besetzten Ausschuss mit der Erarbeitung eines entsprechenden Konzeptes beauftragt.

Dieser Ausschuss hat sich in den letzten Monaten mit der Organisation und der Struktur des Notdienstes befasst, unter anderem mit der künftigen Zahl und Verteilung von Notfallpraxen sowie der wirtschaftlichen Kontrolle durch die KV. Berücksichtigt wurden dabei regionale Besonderheiten und auch örtliche Arztzahlen. Gegen Abend wird ein Ergebnis erwartet, wie die Versammlung entschieden hat.

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