Norbert Laufs: Von Kreditklemme ist weiter keine Rede

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Vize-Vorstandsvorsitzender Norbert Laufs im Interview: Sparkasse Aachen setzt auf Mittelstandsoffensive.

Städteregion. Die Arbeitslosigkeit in den Nordkreisstädten hat sich von Februar auf März um 221 auf 6578 Personen verringert. Das waren 403 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug im März 7,9 Prozent; vor einem Jahr belief sie sich auf 8,5 Prozent. Arbeitgeber meldeten im März 231 neue Arbeitsstellen. Positive Konjunkturdaten haben die Sparkasse Aachen bestärkt, die „Mittelstandsoffensive 2015“ zu starten.

Norbert Laufs, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Aachen, erläutert das Darlehensprogramm im Interview mit unserem Redakteur Hermann-Josef Delonge.

 

Herr Laufs, der Konjunkturmotor in Deutschland läuft, der Wirtschaft geht es gut. Wieso bedarf es trotzdem einer Mittelstandsoffensive?

Laufs: Eine anziehende Konjunktur bedeutet in den meisten Fällen auch einen tendenziell steigenden Kreditbedarf der Unternehmen, für Investitionen ebenso wie für Betriebsmittel. Aktuell erkennen wir eine hohe Nachfrage nach Finanzierungsmitteln für Ersatz- und Erweiterungs-Investitionen.

Deshalb ist es nach unserer Überzeugung sinnvoll, gerade in dieser Konjunktursituation die Finanzierungswünsche der Unternehmen zu unterstützen. Außerdem unterstreichen wir unsere grundsätzliche Kreditpolitik. Wir wollen Kredite vergeben und wir sind bereit, im Rahmen der Mittelstandsoffensive auf eigene Rentabilität zu verzichten.

Ist die Offensive eine Reaktion auf die in der Vergangenheit immer wieder beklagte angebliche Kreditklemme?

Laufs: Das ist eine oft gestellte Frage, in der die Antwort bereits vorformuliert ist. Sie lautet „Nein“. In unserem Geschäftsgebiet hat es zu keiner Zeit eine Kreditklemme gegeben, da unsere Kreditpolitik seit Jahren und Jahrzehnten konstant ist und dies auch in Zukunft bleiben wird. Die Kreditzusagen der letzten Jahre und auch die Zahlen des letzten Geschäftsjahres belegen diese Politik eindrucksvoll.

Unsere gewerblichen Finanzierungen lagen 2014 rund 20 Prozent höher als im Vorjahr. Damit erreichen wir für die Unternehmen unserer Region einen Spitzenwert. Die Sparkasse Aachen ist und bleibt der wichtigste und zuverlässige Finanzierungspartner des Mittelstands und des Handwerks in der Städteregion.

Wie ist der Mittelstand in der Städteregion generell aufgestellt? Besteht überhaupt die Bereitschaft zu Investitionen?

Laufs: Die Unternehmen in der Städteregion Aachen haben gut an der positiven Entwicklung der Wirtschaft in Deutschland partizipiert. In der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Aachen bewerten 40 Prozent der Unternehmen ihre Situation als gut. 30 Prozent der Befragten wollen 2015 ihre Investitionsausgaben gegenüber 2014 erhöhen. Diese Bereitschaft wollen wir, wie bereits gesagt, mit der Mittelstandsoffensive 2015 unterstützen.

Wer kommt in den Genuss der Mittel?

Laufs: Traditionell fördern wir mit unserer jährlichen Mittelstandsoffensive den Mittelstand und das Handwerk in der Städteregion Aachen. Außerdem profitieren private Immobilienbesitzer, die ihre Wohn- oder Gewerbeimmobilie mit einem Handwerksunternehmen aus der Städteregion modernisieren oder energetisch sanieren möchten. Mit dieser Koppelung der Förderung unterstützen wir direkt die Auftragsvergabe an das heimische Handwerk.

Wie groß ist der Topf, den die Sparkasse öffnet?

Laufs: Immobilienbesitzer und Leasingnehmer können unser Sonderprogramm unbegrenzt nutzen. Für die zinsgünstigen Investitionsdarlehen der Sparkasse stellen wir ein Kontingent von 25 Millionen Euro zur Verfügung.

Setzt die Sparkasse nur eigene Mittel ein?

Laufs: Im Interesse unserer Kunden setzen wir nicht nur eigene Mittel ein. Gerade für die Sanierung von Immobilien sind die Konditionen der Förderbanken, wie der KfW oder der NRW.BANK, nahezu unschlagbar günstig. Deshalb bieten wir für diese Finanzierungen Förderdarlehen an, die wir während der Mittelstandsoffensive nochmals verbilligen.

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