Simmerath - Nicht selten verläuft ein Herzinfarkt ohne Symptome

Nicht selten verläuft ein Herzinfarkt ohne Symptome

Von: ath
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Beantwortet gerne Fragen unserer Leser: Chefarzt Dr. Klaus Generet.

Simmerath. Ein Herzinfarkt kann jeden treffen - ob Jung oder Alt. Jährlich erleiden weltweit rund 58 Millionen Menschen einen Herzinfarkt - davon rund 260.000 in Deutschland.

Ein wichtiger Grund, im Rahmen unserer Telefonaktion „Leser fragen - Ärzte antworten” mit Dr. Klaus Generet, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Malteser-Krankenhaus St. Brigida in Simmerath, sowie Oberarzt Dr. Winfried Enzensberger auf die Risikofaktoren für einen Infarkt hinzuweisen.

Menschen, die etwa einen hohen Blutdruck haben, sich zu fett ernähren oder rauchen, sind besonders gefährdet. Als weitere Risikofaktoren gelten Dauerstress und mangelnde Bewegung. „Meist wird ein Herzinfarkt durch eine Verengung der Herzkranzgefäße verursacht.

Ist die Durchblutung des Herzmuskels aufgrund verengter Herzkranzgefäße gestört, sprechen wir von Koronarer Herzkrankheit”, erläutert Generet. Durch ein zusätzliches kleines Blutgerinnsel komme es häufig zum vollständigen Verschluss eines dieser Gefäße, was dann den Infarkt auslöse.

Die meisten Patienten verspürten mehr oder weniger starke Brustschmerzen, die sich bis in das Kiefergelenk, in die Schultern, die Arme oder auch die Bauchnabelregion erstrecken können. Darüber hinaus können Schwächegefühl, Benommenheit und Kaltschweißigkeit auftreten. Hinzu kommen Atemnot, manchmal ein unregelmäßiger Puls. Symptome äußern sich bei Männern oft anders als bei Frauen.

Frauen bemerken als erste Symptome oft nur Magenverstimmungen oder körperliche Erschöpfungszustände. Sie gehen in der Regel später zum Arzt. In etwa einem Drittel der Fälle verläuft ein Herzinfarkt gar gänzlich ohne Symptome, besonders bei älteren Menschen oder Diabetikern.

„Betroffene sollten diese Signale ihres Körpers ernst nehmen und bei den ersten Anzeichen sofort ihren Arzt aufsuchen. Wenn die Symptome sich innerhalb kürzester Zeit häufen, nicht zögern und sofort über die 112 den Notarzt rufen”, rät Enzensberger.

„Der erste Schritt muss die unmittelbare Aufnahme im nächstgelegenen Krankenhaus sein.” Schließlich gibt es in den ersten Stunden nach dem Infarkt zwei Möglichkeiten, um zu verhindern, dass die unterversorgten Herzmuskelzellen absterben: Zum einen können Ärzte Medikamente verabreichen, die das Blutgerinnsel auflösen, sodass das Gefäß wieder durchblutet wird.

„Diese Behandlung ist in den vergangenen Jahren zunehmend von der Herzkatheteruntersuchung verdrängt worden. Insbesondere in Ballungsgebieten mit Herzkatheterlaboren wird das verschlossene Gefäß dort direkt mit Hilfe eines Ballonkatheters aufgedehnt und mit sogenannten Stents, etwa Metallröhrchen, versorgt”, sagt Generet.

Doch jeder könne einem Herzinfarkt vorbeugen, indem er gesund lebe, sagen die Internisten. Ihr Rat: Mögliche Risikofaktoren wie Rauchen oder Übergewicht vermeiden und bestehende Krankheiten wie Bluthochdruck oder Zuckererkrankung optimal behandeln lassen.

Für Fragen rund um Risiken, Ersthilfe und medizinische Versorgung bei einem Herzinfarkt stehen Dr. Klaus Generet und Dr. Winfried Enzensberger vom Malteser-Krankenhaus in Simmerath am Mittwoch, 14. Oktober, von 16 bis 18 Uhr am Telefon zur Verfügung. Die Rufnummer, unter der sie zu erreichen sind, geben wir am Aktionstag bekannt.

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