Neujahrsempfang der Städteregion: Kommunikation im Fokus

Von: Carsten Rose
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Sicherlich das Highlight des Neujahrsempfangs der Städteregion: Die Jungs von Juba-Films – bekannt durch Tanzvideos und Kurzfilme auf Youtube – lieferten einen akrobatischen Auftritt hin. Dieser passte unerwartet gut zum Thema des Tages „Kommunikation“. Foto: Herrmann/Rose

Städteregion. Es waren letztlich die „Digital Natives“ – also diejenigen, die im Zeitalter der Digitalisierung aufgewachsen sind –, die den Neujahrsempfang der Städteregion Aachen dominierten. Kaum verwunderlich: Hatte Städteregionsrat Helmut Etschenberg in den Hallen der Druckerei Weiss in Monschau-Imgenbroich doch das Thema digitale Kommunikation anno 2015 mit all ihren Segen und Flüchen auf die Tagesordnung gesetzt.

Die geladenen Gäste bewunderten jedoch nicht die Affinität zu den neuen, schnellen sozialen Medien: Poetry-Slam-Künstler Robert Targan nutzte seine Dichterkunst – ganz klassisch niedergeschrieben auf Papier. Er beschäftigte sich in seinen Texten „Aachen hat mich zum Mann gemacht“ und „Ich habe Stimmen gehört“ mit den Klischees der Kaiserstadt und Erfahrungen aus seinem Studentenleben. Seine Nachrichten kamen an, ohne digitalen Schnickschnack: Nahezu jeder im Raum konnte sich mit den süffisanten Hommagen des 31-Jährigen identifizieren.

Kommunikation durch Akrobatik

Minimal mehr Applaus heimste das junge Aachener Quintett von Juba-Films ein. Die Gruppe, die besonders bei der Zielgruppe unter 18 Jahren mit teilweise millionenfach geklickten Tanz- und Kurzfilmen auf Youtube bekannt ist, benötigten dafür keine Worte. Sie tanzten – und auch das passte hervorragend zur Losung des Tages: Sie machten auf sich und ihre Kunst aufmerksam, denn sie waren trotz großer Popularität im Internet dem Gros der Zuschauer bis dato unbekannt. Werbung ohne Facebook oder Twitte – ganz analog. Ihr Kurzfilm „The Messenger-Game“ (dt. Stille Post) zeigte zudem ungeniert und überspitzt, wie schnell digitale Kommunikation ausarten kann.

Tanz und Poesie ließen beim Neujahrsempfang die Unterhaltungen von Moderator Uwe Brandt, Intendant des Grenzlandtheaters, und seiner Gesprächspartner leicht in den Hintergrund geraten.

Dass die Druckerei Weiss in Monschau, mit über 1200 Arbeitsplätzen bundesweit eine der führenden Druckereien, als Veranstaltungsort gewählt wurde, lag nicht allein an den räumlichen Kapazitäten.

Das Eifel-Unternehmen, von dem aus täglich 100 Lkw die (relativ weit entfernten) Autobahnen des Landes anstreben, dient noch als Beweis, welchen Stellenwert die Printmedien, insbesondere Werbebeilagen, heutzutage noch besitzen. Geschäftsführer Georg Weiss veranschaulichte dies am Beispiel des weltweiten Online-Versandhandels: „Im Internet können wir Produkte schnell bestellen, aber die Werbemittel wie Beilagen machen erst auf die Produkte aufmerksam.“ Für ihn sei es jedoch schwierig, eine Prognose hinsichtlich der Halbwertszeit der Printmedien und somit auch der Druckereien abzugeben.

Es liege alles an der „Produktgestaltung“ und wie man den „Anforderungen gerecht“ werde. Die Zeitung werde hingegen bleiben, wenn auch mit geringerem Volumen, äußerte er.

Aktueller Anlass

Aus aktuellem Anlass befragte Uwe Brandt den Parlamentspräsidenten der Deutschsprachigen Gemeinde Belgiens, Karl Heinz Lambertz, zu den Anti-Terror-Einsätzen im Nachbarland. Lambertz zog auch einen Bogen zum Leitfaden dieses Sonntags: „Für jene Einsätze muss man speziell aus der Kommunikation zwischen den Terroristen Erkenntnisse sammeln.“

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