Neue Transportleitung soll Region mit Trinkwasser versorgen

Von: Corinna-Jasmin Kopsch
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Präzisionsarbeit mit höchsten hygienischen Auflagen: Spezialisten in Schutzanzügen schweißen die 13,5 Meter langen Rohrteile auf einer Strecke von 1,7 Kilometern zusammen. Foto: Corinna-Jasmin Kopsch
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Sind für das Millionenprojekt bei Enwor zuständig: Reinhold Hüls (v.l.), Richard Schindler und Dirk Delsemmé.

Städteregion. Fünf Tonnen schwer und 13,5 Meter lang sind die einzelnen Rohrstücke, die zurzeit im Wald zwischen Relais Königsberg und Vichtbachtal verlegt werden. 1,7 Kilometer lang wird die neue Transportleitung am Ende werden und mit dazu beitragen, dass die Städteregion auch in Zukunft mit genügend Trinkwasser versorgt werden kann.

Bereits zum Jahresende soll die neue Leitung in Betrieb genommen werden.

Die Firma Enwor stellt mit der neuen Wassertransportleitung unter anderem die Versorgung von Stolberg, Herzogenrath, Kerkrade und Vaals sicher. Auf dem Teilstück, an dem nun gebaut wird, liegen bereits zwei Leitungen: Eine Leitung aus den 50er Jahren mit einem Meter Durchmesser, durch die momentan noch das Wasser fließt. Und eine Leitung aus den 20er Jahren mit einem halben Meter Durchmesser, die beispielsweise an sehr heißen Tagen mit hohem Verbrauch zusätzliches Wasser transportieren kann.

Die ältere Leitung wird nach Fertigstellung der neuen Leitung dann ganz außer Betrieb genommen, während die Leitung aus den 50er Jahren deren heutige Funktion übernimmt. Im Notfall, beispielsweise bei einer notwendigen Sanierung von einer der beiden größeren Leitungen, könnte die kleinere jedoch kurzzeitig wieder in Betrieb genommen werden.

Nach nötigen Baumfällarbeiten wird zunächst die Erde auf der Strecke, an der die Leitung künftig unterirdisch verlaufen wird, ausgehoben. „Die für die Verlegung der Transportleitung notwendige Trasse wird anschließend an die Bauarbeiten wieder aufgeforstet werden“, berichtet Reinhold Hüls, Technischer Geschäftsführer der Enwor. „Der Rest muss von Bäumen frei bleiben, damit an den Wasserleitungen keine Schäden durch Wurzelwerk entstehen.“

In die entstehende Trasse werden dann die einzelnen Rohrstücke, die jeweils 13,5 Meter lang und fünf Tonnen schwer sind, gelegt und miteinander verschweißt. Für diese Arbeiten ist die Firma Köster aus Osnabrück zuständig, die auf Rohrleitungsbau spezialisiert ist. „Die Rohre bestehen aus Stahl und sind mit Zement verkleidet“, erläutert Dirk Delsemmé, Projektleiter und Sachgebietsleiter Talsperrenbetrieb und Neubauplanung bei Enwor. „Sie werden verschlossen angeliefert, aus hygienischen Gründen und damit sich beispielsweise keine Tiere dort einnisten“, fügt Richard Schindler, Fachbereichsleiter Gas/Wasser/Fernwärme, hinzu. Die Rohrstücke werden durch speziell ausgebildete Fachkräfte in Schutzanzügen, unter höchsten hygienischen Auflagen aneinandergeschweißt. Die Schweißnähte werden dann auch von innen mit Zement begleitet.

Rund drei Millionen Euro kostet der Bau der neuen Leitung. Da auf Baustellen oftmals Bauelemente oder Maschinen entwendet werden, werde die Baustelle mit einer „Bauwatch-Kamera“ auch nachts überwacht, berichtet Reinhold Hüls. In einer Nacht wurden bereits zwei Personen beim Betreten der Baustelle aufgezeichnet. Doch diese verschwanden unverrichteter Dinge bereits vor Eintreffen der Polizei wieder, so Hüls.

In Höhe von Relais Königsberg muss die neue Transportleitung die Himmelsleiter (B 258) queren. Dabei wird es durch eine notwendige einspurige Verkehrsführung ohne Ampelbetrieb in beiden Fahrtrichtungen zu geringfügigen Behinderungen kommen.

Nach vollendetem Rohrbau im November werden dann eine Kamera-Befahrung, die Desinfektion und Spülung der Leitung sowie eine bakteriologische Untersuchung von Wasser, das durch die Leitung geschickt wurde, erfolgen. Dies wird durch das Gesundheitsamt der Städteregion begleitet. Sind die Befunde in Ordnung, wird die Transportleitung mit Anschluss an das Wassernetz der Stawag freigegeben und künftig die Städteregion versorgen.

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