Neue Rettungswache: Durchbruch ist endlich in Sicht

Von: Michael Grobusch
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Rettungswache Würselen
Am Mauerfeldchen in Würselen, in direkter Nachbarschaft zum Medizinischen Zentrum, will die Städteregion die neue Rettungswache bauen lassen. Foto: Michael Grobusch
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Ein Kreisverkehr soll an der Kreuzung Oppener Straße/Mauerfeldchen für Entspannung sorgen. Foto: Michael Grobusch

Städteregion. Wo endet die Zuständigkeit des Ausschusses für Rettungswesen und Bevölkerungsschutz? Offenbar bei den Finanzen. Dieser Meinung waren mit Ausnahme der SPD jetzt alle Fraktionen und lehnten in der Sitzung des Gremiums deshalb einen Antrag der Sozialdemokraten ab.

Diese hatten gefordert, dass die Gesamtkosten für die geplante neue städteregionale Rettungswache am Mauerfeldchen in Würselen auf maximal vier Millionen Euro beschränkt werden sollten.

Vor allem die Vertreter der Koalition konnten sich mit diesem Vorstoß gar nicht anfreunden. Die Finanzierung sei Sache des Bauausschusses, erklärte Franz Körlings für die CDU. Er tagt am mittwoch ab 16 Uhr im Städteregionshaus. Und Marc Peters (Grüne) forderte die SPD auf: „Stellen Sie ihren Antrag doch dort.“ Auch inhaltlich meldeten die Koalitionäre Bedenken an: „Wir können doch nicht einen Beschluss fassen, der besagt, dass das Projekt erledigt ist, wenn es etwas teurer als vier Millionen Euro werden sollte“, meinte Körlings. Die exakten Kosten seien erst im Zuge der Ausschreibung zu beziffern.

Dieser Meinung schloss sich am Ende eine große Mehrheit an. Das galt auch für den Grundsatzbeschluss, dass die neue Rettungswache der Städteregion nun endlich gebaut werden soll. Dies ist ein entscheidender Fortschritt, nachdem die Fachausschüsse die Pläne der Verwaltung in den vergangenen Monaten mehrfach abgelehnt hatten.

Zwar bleibt es dabei, dass die derzeit mit 3,7 Millionen Euro veranschlagten Kosten – inklusive des Grundstückserwerbs – deutlich über einer ersten Schätzung von 2,6 Millionen Euro liegen. Weil die Verwaltung aber alle Posten noch einmal geprüft und Ausstattung und Kosten mit ähnlichen Projekten in den Kreisen Düren und Heinsberg sowie in der Stadt Bonn verglichen hat, zeigte sich die Politik nun zufrieden.

„Das, was wir in unseren Planungen darstellen, ist aus fachlicher Sicht absolut notwendig“, betonte Gregor Jansen. Und im Ausschuss geäußerte Befürchtungen, der Bau der Rettungswache könnte sich negativ auf die von den regionsangehörigen Kommunen zu zahlende Umlage auswirken, trat der zuständige Dezernent entgegen. „Die komplette Finanzierung wird durch die Krankenkassen sichergestellt.“ Wobei natürlich trotzdem darauf zu achten sei, dass die Bürger nicht über die anfallenden Gebühren unnötig belastet werden.

Ausgeräumt scheinen auch die Bedenken hinsichtlich der am Mauerfeldchen ohnehin schon angespannten Verkehrssituation. Zwar hatte ein externes Gutachten die Machbarkeit des vorgesehenen Standortes der neuen Rettungswache in unmittelbarer Nachbarschaft zum Medizinischen Zentrum bereits im vergangenen Jahr bestätigt. Wirklich überzeugend aber ist wohl erst die jetzt zwischen Städteregion und Stadt Würselen getroffene Vereinbarung, die den Bau eines Kreisverkehrs an der Kreuzung Oppener Straße/Mauerfeldchen vorsieht.

Demnach wird sich die Städteregion mit 68.000 Euro an dem Bau beteiligen. Das entspricht der Summe, die alternativ in die Umrüstung der bestehenden Ampelanlage hätten investiert werden müssen. Im Gegenzug hat die Stadt Würselen angekündigt, dass sie die Kosten für den Bau des Kreisverkehrs für ihren Haushalt 2018 anmelden wird. Das passt wiederum gut zu den Planungen der Verwaltung, die im Haushalt 2017 zunächst 500 000 Euro und für das Folgejahr 3,2 Millionen Euro einstellen will.

Ende 2018 könnte die neue Rettungswache schließlich bezugsfertig sein und ab dann dem Personal und den Fahrzeugen als zentrale Basis dienen. Derzeit ist die Städteregion davon noch weit entfernt und der Rettungsdienst auf mehrere angemietete Standorte in Würselen, Bardenberg und Aachen verteilt.

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