Neue Notfallseelsorger: Zuhören, Trauer lindern und Kraft schenken

Von: Tim Schmitz
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An ihren lilafarbenen Jacken kann man sie gleich erkennen: Zwölf Männer und Frauen wurden jetzt offizielle als ehrenamtliche Notfallseelsorger für die Städteregion beauftragt. Foto: Ralf Roeger
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Sie gehören zu den neuen Notfallseelsorgern: Miriam Daxberger und Georg Siek. Im Gespräch erzählen sie von ihrer Motivation.

Städteregion. Zwölf Menschen aus der Städteregion hat die Notfallseelsorge Aachen zu neuen ehrenamtlichen Notfallseelsorgern ernannt. Sie geben künftig Hinterbliebenen bei unerwarteten Todesfällen Beistand und Halt, wofür sie knapp ein Jahr lang in vorbereitenden Kursen ausgebildet wurden.

Bei der Beauftragungsfeier in der Citykirche Aachen bot ein Gottesdienst mit passendem Liedgut, Lesungen und Beiträgen den Rahmen für die Amtseinführung. Domkapitular Pfarrer Rolf-Peter Cremer und Superintendent Pfarrer Hans-Peter Bruckhoff stellten den Einsatz der neuen Notfallseelsorger unter den Segen Gottes.

„Zuhören, Trauer mildern und Kraft schenken ist Privileg und Herausforderung zugleich“, sagten sie vor der Überreichung von Jacken und Westen, die die Ehrenamtler bei Einsätzen auf der Straße erkennbar machen.

Wenn sich ein Unfall mit Todesfolge ereignet, werden außer den Einsatzkräften von Polizei und Feuerwehr oft ehrenamtliche Mitglieder der Notfallseelsorge in der Städteregion hinzugezogen, damit diese bereits vor Ort auf ihre Art Ersthilfe leisten.

Denn bei solchen und anderen dramatischen Situationen hat das Angebot des Evangelischen Kirchenkreises Aachen und des Bistums Aachen das Ziel, Hinterbliebenen in der schweren Stunde beizustehen, Trost zu spenden und gegebenenfalls auch schockierten Augenzeugen Unterstützung zu geben.

Miriam Daxberger und Georg Siek aus Aachen sind zwei der zwölf neuen Notfallseelsorger in der Städteregion. „Zwar habe ich leider schon persönlich Erfahrungen mit Todesfällen gemacht, aber der Umgang mit fremden Menschen wird natürlich etwas völlig anderes“, sagt Daxberger. „Unsere Ausbilder stellten uns jedoch sehr gut auf die sensiblen Aufgaben ein“, fügt Siek hinzu.

Außer während der Schulferien trafen sich die Interessenten einmal wöchentlich zu dreistündigen Kursen in den Räumen der kooperierenden Telefonseelsorge Aachen-Eifel oder im Gemeindehaus Würselen-Broichweiden.

Neben zum Teil spielerischem Kommunikationstraining behandelten Vorträge unter anderem besondere Umstände wie den Tod von Kindern, das eigene Verarbeiten der Erlebnisse und rechtliche Themen.

„Gelebte Nächstenliebe“

„Da zu sein, wenn die Not groß ist, benötigt entsprechendes Rüstzeug“, weiß Frank Ertel als kommissarischer evangelischer Leiter der Notfallseelsorge und zugleich Leiter der Telefonseelsorge. Die Detailtiefe der Ausbildung sei unabdingbar angesichts der stark unterschiedlichen Begebenheiten, die die Ehrenamtler antreffen könnten.

„Sich auf leidende Angehörige einzulassen, zuzuhören und zu erspüren, was Menschen bei einer extremen seelischen Belastung brauchen, zählt genauso dazu wie die Überbringung der Todesnachricht an Verwandte“, erläutert Rita Nagel, katholische Leiterin der Notfallseelsorge.

Georg Siek sieht das Amt als effektive Möglichkeit, „gelebte Nächstenliebe“ zu praktizieren. Bevor er selbstständig tätig wird, sind bei seinen ersten Einsätzen erfahrene Kollegen dabei. „Wir haben ein großes Team im Rücken, das uns stärkt und gerade anfangs Feedback gibt“, schildert Daxberger.

42 Menschen gehören der Notfallseelsorge Aachen inzwischen an, doch weitere geeignete Kräfte sind herzlich willkommen. Informationen und Kontaktmöglichkeiten bietet die Internetseite www.notfallseelsorge-aachen.de.

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