Neue Geschäftsführerin der Lebenshilfe Aachen

Von: Margot Gasper
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Sie kommt: Barbara Krüger wird neue Geschäftsführerin der Lebenshilfe in Aachen. Foto: Lebenshilfe

Städteregion. Am 1. April kommt die Neue. Ab dann ist Barbara Krüger Geschäftsführerin der Lebenshilfe Aachen. Sie übernimmt den Job von Herbert Frings, der nach fast elf Jahren nach Köln wechselt. Der 52-Jährige wird dort Geschäftsführer des Landesverbands der Lebenshilfe, dem Dachverband für 77 Ortsvereine in NRW.

Bis in den Mai hinein ist Frings aber noch in Aachen und wird seine Nachfolgerin bei der Einarbeitung unterstützen. Die neue Geschäftsführerin übernimmt keine Mini-Organisation. Der Verein hat 420 Mitarbeiter und kann auf 170 Ehrenamtler bauen. Im 52. Jahr ihres Bestehens betreibt die Lebenshilfe in Aachen zwei Werkstätten, dort arbeiten 720 Menschen mit Behinderung und 200 Nicht-Behinderte – auch aus dem Stadtgebiet Stolberg.

Die Lebenshilfe ist Trägerin von vier Kindertagesstätten und sieben Wohnverbünden. Die Frühförderung versorgt Jahr für Jahr rund 300 Kinder in der Region heilpädagogisch und medizinisch-therapeutisch, der Familienentlastende Dienst (FED) gestaltet Freizeitangebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Jüngstes Projekt ist ein Integrationsbetrieb im Bereich Gebäudereinigung, die Lebenshilfe Aachen Cleancare GmbH.

„Wir haben in Aachen viel bewegt und viel verändert“, sagt Frings rückblickend. Er verlasse einen gut aufgestellten Ortsverein mit hoch engagierten Menschen. „Wir haben Kitas zu Familienzentren ausgebaut“, sagt Frings, „wir haben die Frühförderung umgebaut, und wir haben viele ambulante Wohnmöglichkeiten geschaffen.“

Ein Kraftakt in seiner Zeit als Geschäftsführer war auch der Bau des Lebenshilfe-Hauses, das – mit Unterstützung vieler Spender und Sponsoren – im September 2009 an der Adenauerallee eröffnet wurde. Konzipiert ist das Haus als Zentrum der Begegnung mit vielen Angeboten. „Menschen mit Behinderung brauchen soziale Kontakte, sie wollen unter Freunden sein und etwas Sinnvolles tun“, sagt Frings.

Kurse und Gruppenangebote finden vor allem nachmittags und am Wochenende statt, denn dann sind Schulen und Werkstätten geschlossen. Leider, bedauert Frings, habe man es bisher nicht geschafft, das Lebenshilfe-Haus zu einem echten Treffpunkt fürs Viertel zu machen. „Da hätte ich mir mehr gewünscht. Da sind wir mit unseren Möglichkeiten auch an Grenzen gestoßen.“

Sehr vielversprechend lässt sich dagegen eine neue Strategie an: Die Lebenshilfe richtet kleine, dezentrale Treffpunkte für Menschen mit und ohne Behinderung ein. Im neuen Wohnprojekt in der Schagenstraße in Brand ist zum Beispiel auch ein kleines Café entstanden. „Da versuchen wir, gemeinsam mit den Bewohnern Ideen umzusetzen“, sagt Frings. Die Zusammenarbeit mit Brander Einrichtungen sei sehr gut. Eine solche Anlaufstelle sei eine wichtige Brücke, um Kontakte aufzubauen, „mit kleinen Ressourcen, in kleinräumlichen Strukturen“.

Afrikanisch kochen für Öcher

Auch in der Leipziger Straße im Panneschopp hat die Lebenshilfe Räume angemietet. Hier kann man zum Beispiel Kicker spielen, gemeinsam singen und Fußball gucken. Zweimal gab es bisher einen afrikanischen Kochabend. Da kamen Jugendliche und Erwachsene, Öcher mit und ohne Behinderung. So erfreulich war die Resonanz, dass demnächst noch öfter gekocht werden soll.

Das große Thema Inklusion, die selbstverständliche Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderung in allen Bereichen des Lebens, wird Herbert Frings wohl auch als Geschäftsführer des Landesverbands beschäftigen. Diskutiert wird derzeit vor allem die schulische Inklusion. Viele Eltern möchten, dass ihr Kind nicht auf eine Förderschule geht, sondern eine allgemeine Schule besucht.

Dann müssen aber auch die Rahmenbedingungen stimmen, fordert Frings: „Inklusion muss für alle Beteiligten, besonders für Menschen mit Behinderung, eine Verbesserung darstellen.“ Er sieht die Gefahr, dass die Inklusion als „Billigmodell“ umgesetzt wird. „Uns allen muss klar sein, dass Inklusion nicht zum Nulltarif zu bekommen ist.“

Herbert Frings‘ Maxime bei der Lebenshilfe war stets: „Unser Kerngeschäft ist die Betreuung. Wir müssen uns nach den Bedürfnissen der Menschen richten.“ Das wird künftig wohl auch für seine Arbeit im Landesverband gelten.

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