Neue Erkenntnisse zum Problem des Prostata-Karzinoms

Von: ath
Letzte Aktualisierung:

Eschweiler. Hitzefrei gab es nicht. Von den hochsommerlichen Temperaturen ließen sich die Leser nicht abhalten, sondern brachten im Gegenteil bei unserer Telefonaktion zum Thema „Prostatakrebs“ mit den Experten des Prostata-Karzinom-Zentrums am St.-Antonius-Hospital Eschweiler fleißig die Leitung zum Glühen.

Nach wie vor sorgt die Bestimmung des prostataspezifischen Antigens, kurz PSA, im Rahmen der Prostatakrebsvorsorge für Verunsicherung und Fragen. Seine Aussagekraft ist in den letzten Jahren vielfach angezweifelt worden. „Die Anrufer wollten wissen, ab welchem Wert die Tumorwahrscheinlichkeit steigt, ob die PSA-Wert-Bestimmung überhaupt sinnvoll ist und wie sie einzuordnen ist“, fasst Professor Joachim Steffens, Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie und Leiter des Zentrums, zusammen.

Dazu gebe es ganz neue Erkenntnisse des amerikanischen Urologen-Kongresses, die die Studie, nach der der PSA-Wert keine Aussage habe, klar wiederlegten. „In der Vorsorge macht die Bestimmung und Auswertung des PSA-Wertes Sinn. Ihn einmal jährlich zu ermitteln, kann die tumorbedingte Sterblichkeit beim Mann erheblich senken“, betont Professor Steffens.

Eine häufige Frage an ihn und seinen Kollegen, Strahlentherapeut Dr. Uwe Maurer, war auch: Was tun, wenn fünf bis zehn Jahre nach einer Erstbehandlung die PSA-Werte wieder ansteigen, der Krebs wiederkommt?

Das hänge ganz davon ab, wie der Patient zuvor behandelt worden sei: „Wenn bestrahlt wurde, kann man operieren, wenn operiert wurde, bestrahlen oder man behandelt medikamentös“, erläutert Professor Steffens die Optionen.

Wichtig: eine pauschale Behandlungsstrategie gebe es nicht. Die Therapie bei Prostatakrebs richtet sich, wie auch bei anderen Krebsarten, nach dem Einzelfall. Der Therapieplan wird für jeden Patienten daher individuell erstellt.

„Der Patient muss mit der Behandlung gut leben können“, sagt Dr. Maurer, der mit einigen Anrufern gesprochen hatte, die gerne eine zweite Meinung zu ihren Befunden haben wollten. Das sei nie verkehrt, denn Prostatakrebs ist kein akuter Notfall. „Sie haben Zeit, sich gut zu informieren und mit ihrem Urologen zu besprechen“, erklärt Dr. Maurer. Eine Diagnose sei am Telefon zwar nicht möglich, aber er habe den Anrufern zumindest eine Richtschnur für ihre weiteren Schritte geben können.

„Roboter sind ein spannendes Thema“, stellt Professor Steffens fest. Und eines, das immer mehr in die Medizin Einzug hält und daher auch Patienten bewegt. Einige Anrufer hatten wissen wollen, ob eine robotergestützte Operation bei einem Prostatakarzinom besser sei als eine offene Standard-OP. „Der OP-Roboter bietet bessere Beweglichkeit und bessere Darstellungsmöglichkeiten. Aber auch dieses Verfahren ist nur so gut, wie der Operateur, der den Roboter bedient.

Eine Studie eines Hamburger Krankenhauses belegt, dass die Daten nicht besser ausfallen als bei einer Operation mit Bauchschnitt“, erklärt der Facharzt.

Patienten sollten daher auch vor allem stets berücksichtigen, wie viel Erfahrung ihr Operateur mit dem jeweiligen Verfahren habe.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert