Neue App soll Rettungsdienst optimieren

Von: Michael Grobusch
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Um die Versorgung von Notfallpatienten in der Zeit bis zum Eintreffen des Rettungswagens sicherzustellen, könnte in Zukunft in der Städteregion eine App zum Einsatz kommen. Foto: Imago/STTP

Städteregion. Neue Technik, neue Möglichkeiten: In diesem Sinne will die Städteregion den Rettungsdienst in ihrem Gebiet optimieren. Nach Aussage von Gregor Jansen arbeitet die Verwaltung deshalb am Aufbau eines Notfallhelfer-Systems, das die versorgungsfreie Zeit eines akut bedrohten Patienten mit Hilfe einer App verkürzen soll.

„Die professionelle Hilfe der am Rettungsdienst Beteiligten stößt trotz intensiver Bemühungen um die Einhaltung von Hilfsfristen, qualifiziertes Personal und gut ausgerüstete Fahrzeuge an ihre Grenzen, wenn der Ersthelfer die notwendigen Kenntnisse für die Erstversorgung des Notfallpatienten und das Absetzen des Notrufes nicht besitzt“, berichtet der zuständige Dezernent.

Die Lösung für dieses Problem könnte eine spezielle App sein, wie sie mittlerweile von mehreren Anbietern auf den Markt gebracht worden ist. Sie soll eine qualifizierte Erstversorgung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes sicherstellen und greift dafür auf ein Verzeichnis von registrierten potenziellen Helfern zurück.

Deren Aufenthaltsorte werden bei einem Notruf mit dem Standort des Hilfsbedürftigen abgeglichen, zufällig sich in unmittelbarer Einsatznähe befindende, medizinisch qualifizierte Ersthelfer werden über das Smartphone aufgespürt und alarmiert. Die Zeit, in der der Patient nicht versorgt wird, kann so um mitunter lebensrettende Minuten verkürzt werden.

Das sieht auch der Plan der Städteregion vor. Allerdings sind die Vorbereitungen im Amt für Rettungswesen und Bevölkerungsschutz noch in einem Anfangsstadium. Auch deshalb, weil die Verwaltung von den Ergebnissen laufender Forschungs- und Pilotprojekte profitieren will.

Beispielsweise rechnet Marlies Cremer bis Mitte des Jahres mit ersten Erkenntnissen aus einem Projekt, das die Hochschule Ruhr West, die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und die Universität Duisburg-Essen im Auftrag der Stadt Dortmund und mit finanzieller Unterstützung des Bundesministerium für Bildung und Forschung gestartet haben.

Wertvolle Hinweise erhofft sich die Amtsleiterin auch von der Stadt Aachen, die derzeit eine App im Rahmen eines Pilotprojektes einsetzt. „Geplant ist zunächst ein Erfahrungsaustausch mit der Leitung der gemeinsamen Leitstelle“, kündigt Gregor Jansen an. „Ergebnisse werden voraussichtlich bis Ende Mai vorliegen.“

Ein Schnellschuss wird die Einführung eines „Mobile-Retter-Systems“ also sicherlich nicht. Und die neue Form der Notfallhilfe soll in einer ersten Phase auch nur in einem sehr überschaubaren Gebiet zum Zuge kommen: „Im Vordergrund steht zunächst die Versorgung der Bevölkerung einiger Ortslagen der Gemeinde Simmerath im Rurtal“, erläutert Jansen.

Dort hätten es die Rettungskräfte aufgrund der topografischen Gegebenheiten – weite Fahrwege, starke Gefällstrecken und viele (enge) Kurven – besonders schwer, den Patienten schnell zu erreichen. In einem zweiten Schritt könnte das App-System dann auf die komplette Städteregion ausgeweitet werden.

Auch wenn der Fortschritt der Technik viele neue Möglichkeiten bietet, wird die städteregionale Leitstelle in Aachen dennoch das Zentrum aller Rettungsmaßnahmen bleiben. „Die Entscheidung über den Einsatz des jeweiligen Helfers erfolgt nicht automatisiert“, betont Gregor Jansen. „Sie wird immer durch den diensthabenden Disponenten getroffen werden.“

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