Neuanfang: Sportverbände planen städteregionale Dachorganisation

Von: Udo Kals
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Aachen. Seit der turbulenten Mitgliederversammlung Mitte April hat sich beim Kreissportbund Aachen (KSB) nicht viel Neues getan. Zumindest auf den ersten Blick: Noch immer hat sich kein Not-Vorstand gebildet, der Dachverband ist nach den zahlreichen Rücktritten weiterhin führungslos.

Doch hinter den Kulissen wird kräftig an einem Neuanfang auf möglichst städteregionaler Ebene gearbeitet. Und diese Bemühungen stimmen nicht nur Manfred Borgs als Geschäftsführer des Herzogenrather Stadtsportverbandes zuversichtlich.

Sondern wohl auch viele seiner Kollegen. Schließlich soll die Zusammenarbeit der lokalen Verbände „auf neue Füße gestellt werden”, sagt er und fügt an, dass die Kernidee nicht neu sei: „Das ist schon vor zwei Jahren angedacht, aber nicht umgesetzt worden.”

So streben die Verantwortlichen die Gründung eines Städteregionssportbundes an, dem möglichst die Sportler aller zehn Kommunen angehören sollen. Bislang sind im KSB mit Alsdorf, Herzogenrath, Monschau, Roetgen, Stolberg und Würselen sechs Stadt- und Gemeindesportverbände organisiert.

Deren Vertreter haben sich nun mit dem Landessportbund (LSB) getroffen, um über Zukunftsperspektiven zu reden. Und schnell sei über einen Punkt Einigkeit erzielt worden: „Es ist klar, dass wir auf städteregionaler Ebene einen Verband brauchen - als Ansprechpartner für die Politik und für den Landessportbund, wenn es etwa um Zuschüsse geht”, sagt Borgs.

Schleunigst sollen nun Gespräche mit Vertretern der drei fehlenden Kommunen Baesweiler, Eschweiler und Simmerath geführt werden, ob Interesse bestehe, sich dem Dachverband anzuschließen. „Wichtig ist dabei, dass alle lokalen Verbände in dem neuen Konstrukt ihre Eigenständigkeit behalten”, sagt LSB-Vizegeschäftsführer Martin Wonik und blickt dabei auch nach Aachen.

Denn der dortige Stadtsportbund (SSB) soll in einem weiteren Schritt ebenfalls dem städteregionalen Verband angehören. Und auch aus der Kaiserstadt gibt es positive Zeichen. „Wir sind auf jeden Fall gesprächsbereit”, sagt SSB-Chef Björn Jansen und betont die Notwendigkeit eines Schulterschlusses. Daher habe sein Verband beim LSB bereits Sondergelder beantragt, um die Strukturveränderungen voranzuführen. Jansen: „Nur mit einer zusätzlichen Personalförderung können wir das neue Konstrukt ans Laufen bringen.”

Noch vor den Sommerferien soll klar sein, wohin die Reise geht. Dabei ist Wonik zuversichtlich: „Es geht in die richtige Richtung.” Und dazu gehöre eben auch, dass die alten Streitigkeiten geklärt und beendet werden. Ein äußeres Zeichen dafür dürfte sein, dass der KSB vor der Gründung eines Städteregionssportbundes aufgelöst werden dürfte - und damit wie der Kreis Aachen der Vergangenheit angehört. Und das, sagt Borgs, sei wirklich nicht tragisch.

Im ehemaligen Kreisgebiet gibt es nach den jünsgten Zahlen des Kreissportbundes (KSB) knapp 400 Sportvereine mit insgesamt mehr als 80000 Mitgliedern.

Die meisten Klubs gibt es in Stolberg (75), die wenigsten in Roetgen (zehn). In den sechs Kommunen, die im KSB organisiert sind, gibt es insgesamt 269 Vereine mit knapp 55000 Mitgliedern.

Im Aachener Stadtsportbund sind zudem 210 Sportvereine organisiert, bei denen rund 60000 Mitglieder verzeichnet sind.

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