Natursteine aus der Region sind „fairer“

Von: Christiane Chmel
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Setzen nicht nur bei Grabsteinen, sondern auch im Garten- und Landschaftsbau auf heimisches Material: die Vertreter der Aachener Steinmetz- und Steinbildhauer-Innung. Foto: Chmel

Städteregion. Viele Hausbesitzer wissen nicht, woher das Material, mit dem sie ihre Außenanlage verschönern, eigentlich stammt. Steinimporte aus dem Ausland erfüllen in vielen Fällen nicht unbedingt die hohen Fairtrade-Standards im Bereich der Arbeitssicherheit und des Umwelt- und Artenschutzes. Die Steinmetz- und Steinbildhauer-Innung Aachen hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, über Steinimporte aus Fernost zu informieren.

In der Garten- und Landschaftsgestaltung ist der Naturstein ein zeitloser Klassiker. Private und öffentliche Auftraggeber entscheiden sich aber nicht nur aufgrund der Ästhetik für Naturstein. Der Naturbaustoff überzeugt vor allem ökologisch und technisch. Die aus Fernost importierte Massenware bringt den Natursteinhandel jedoch immer wieder in Verruf.

In Aachen wurde dieses Thema in der Vergangenheit schon diskutiert, denn die vor dem Super C und RWTH-Hauptgebäude verbauten Steine stammen aus Asien. Vor allem das Bündnis „FAIRhandeln“ äußerte seinerzeit Zweifel, ob sich die dortigen Produktionsmethoden mit den Ansprüchen der Fairtrade-Stadt Aachen vertragen.

Die Kritik war unberechtigt, da der Anbieter die Fair-Trade-Produktion nachweisen konnte. Der zweifelhafte Ruf der Steine aus Asien jedoch blieb. „In der öffentlichen Wahrnehmung werden menschenunwürdige Arbeitsbedingungen und Kinderarbeit häufig nur mit Grabmalen assoziiert“, weiß Karl Goffart, Obermeister der Steinmetz- und Steinbildhauer-Innung Aachen.

„Dafür sind die Anforderungen in diesem Produktionszweig aber zu hoch. Kinder und ihre Mütter findet man aber sehr wohl am Rande von Steinbrüchen, wo sie Abfallsteine zu Schotter und Pflastersteinen verarbeiten. Auch deshalb setzen unsere Innungsbetriebe verstärkt auf heimische Natursteine.“

Zudem werden die aus Fernost importierten Steine um den halben Globus transportiert und haben somit eine extrem schlechte Ökobilanz. Nachhaltig sind dagegen Steine aus Deutschland und dem europäischen Umfeld. „Die Beschränkung auf regionale Natursteine bedeutet keinesfalls eine gestalterische Einschränkung“, betont Goffart. „Allein in unserer Region gibt es Natursteine wie Schiefer, Sandstein und Basalt in den verschiedensten Farbtönen und Strukturen.“

Ein weiterer Vorteil: Die Abbaustellen seien bekannt, Qualität und Eigenschaften geprüft. Die Produzenten seien gut zu erreichen, so könnten auch individuelle Formate entwickelt werden und Nachlieferungen problemlos erfolgen. Zudem besäßen die Steine eine lange Bautradition im hiesigen Klima. „Bei vielen Importen aus Fernost ist nicht garantiert, dass sie gut auf die hiesigen klimatischen Bedingungen ansprechen“, sagt Goffart. So sei etwa der chinesische Blausteinersatz für den Einsatz in unseren Gefilden schlecht geeignet, da er schon nach kürzester Zeit vergilbe.

Weitere Infos gibt es unter www.aachener-steinmetze.de sowie bei der Kreishandwerkerschaft unter www.aachenerhandwerk.de oder Telefon 0241/949820.

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