MZ-Servicegesellschaft: Neuer Anlauf für Tarifvertrag

Von: Udo Kals
Letzte Aktualisierung:

Würselen. An Streiktag 96 könnte der gordische Knoten im Tarifstreit für die Mitarbeiter der Servicegesellschaft des Medizinischen Zentrums (MZ) der Städteregion endlich durchgeschlagen werden.

Am kommenden Montagmorgen setzen sich nach Wochen der erbitterten Auseinandersetzung Arbeitgeber und Gewerkschafter zusammen, um über die künftige Entlohnung für die rund 170 Beschäftigten aus Bereichen wie Reinigung und Küche zu verhandeln.

Ende Dezember waren die Tarifverhandlungen geplatzt, jetzt wollen sich die Parteien wieder offiziell an einen Tisch setzen. Städteregion und Knappschaft sind jeweils zu 50 Prozent Gesellschafter des Krankenhauses in Würselen.

Und dabei gibt es für MZ-Geschäftsführer Falko Rapp auf der einen und Judith Rösch vom Verdi-Landesbezirk auf der anderen Seite bereits eine konkrete Verhandlungsgrundlage. Denn parallel zum Arbeitskampf hatten sich die Gewerkschaft und die MZ-Geschäftsführung bereits Anfang Mai auf eine mögliche Kompromisslinie geeinigt.

Kerninhalte: Die Beschäftigten werden rückwirkend zum 1. Mai nach einem Tarif bezahlt, der an den des öffentlichen Dienstes angelehnt ist und den die Knappschaft bereits in ihrer Tochterfirma DSL anwendet. Für dieses Jahr wird mit Mehrkosten in Höhe von rund 140000 Euro kalkuliert.

Aufs gesamte Kalenderjahr gerechnet, steigen die Ausgaben des MZ um knapp 210000 Euro - bei einer geschätzten Lohnsumme pro Jahr von insgesamt rund 60 Millionen Euro. Der Aachener Verdi-Gewerkschaftssekretär Stefan Jungheim hofft, dass „auf dieser Grundlage schon bald ein tragbares Ergebnis erzielt wird”. Während am Montag der Aufsichtsrat der Service GmbH tagt, kommt Mitte Juni das Aufsichtsgremium des MZ zusammen - und könnte den neuen Tarifvertrag absegnen.

Für Jungheim ist klar, dass „der durch den Streik entstandene Finanzdruck im Krankenhaus angekommen ist”. Schließlich verrichtet eine Fremdfirma seit Streikbeginn Arbeiten für die streikenden Mitarbeiter. Und das kostet. So wurde nun auf einer Mitarbeiterversammlung erläutert, dass die für den Reinigungsdienst beauftragte Fremdfirma künftig nicht mehr jeden Tag putzt. Inzwischen ist von zwei putzfreien Tagen die Rede - OP-Säle und andere wichtige Bereiche ausgenommen.

„Natürlich spüren wir den Streik - auch finanziell”, sagt MZ-Geschäftsführer Rapp: „Aber wichtiger ist mir der Betriebsfrieden. Schließlich müssen wir alle Beschäftigten wieder zusammenbringen. Und je länger der Streik dauert, desto tiefer wird der innerbetriebliche Graben.” In das Gespräch am Montag geht Rapp „ergebnisoffen und ohne Vorbehalte”. Zwischenzeitlich habe man sich angenähert. „Und wir sind klar daran interssiert, das Problem zu lösen.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert