Städteregion - Multifunktionshalle in Merzbrück wird zur Geduldsprobe

Multifunktionshalle in Merzbrück wird zur Geduldsprobe

Von: Michael Grobusch
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Eine Multifunktionshalle in unmittelbarer Nachbarschaft zum „Verkehrslandeplatz Aachen-Merzbrück“? Diese Option wird zwar vorerst nicht gutachterlich geprüft, von der Städteregion aber nach dem Beschluss des Wirtschaftsausschusses weiter im Auge behalten. Foto: Karl Stüber

Städteregion. Man kann wirklich nicht behaupten, dass FDP und Linke in der Städteregion häufig einer Meinung sind. Aber Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich die Regel. Und eine solche Ausnahme wurde jetzt im städteregionalen Wirtschaftsausschuss dokumentiert.

„Ich habe mich selten so über einen Antrag der Linken gefreut“, frohlockte dort Georg Helg mit Blick auf die Forderung der Linksfraktion, einen Gutachter mit der Untersuchung zu beauftragen, ob es aus technischer und finanzieller Sicht machbar ist, eine „multifunktionale Konzert- und Veranstaltungshalle“ im Gewerbegebiet Merzbrück zu bauen.

Aus dem Strukturkonzept 2015

„Genau diese Halle brauchen wir dringend“, betonte FDP-Fraktionschef Helg und bedauerte, dass sich zu diesem Thema bis zum heutigen Tage nichts getan habe. „Obwohl der Vorschlag bereits 2015 im Strukturkonzept der Städteregion gemacht worden ist.“

Deshalb wollen nun auch die Linken aufs Tempo drücken und sich nicht von den Plänen des PTSV Aachen, eine Halle auf dem Gelände des heutigen Polizeipräsidiums in der Soers zu realisieren, ausbremsen zu lassen. „Darauf zu warten, was ein privater Investor möglicherweise machen wird, ist vertane Zeit“, erklärte Uwe Löhr und ergänzte: „Zumal völlig unklar ist, von wem und wie die Halle genutzt werden könnte, wenn sie denn jemals gebaut wird.“

Mit dem Gutachten, so der Fraktionsvorsitzende der Linken, eröffne sich die Städteregion die Option auf eine eigenständige Lösung. „Es geht ja nicht darum, dass diese Halle sofort und in Eigenregie gebaut wird. Aber das Gutachten würde verlässliche Aussagen zur Finanzierung und auch über die Eignung des Standortes Merzbrück liefern.“

Helmut Etschenberg ist ein bekennender Verfechter einer Multifunktionshalle, für die er seit Jahren wirbt. Gleichwohl konnte er sich mit dem Vorschlag der Linken nicht so recht anfreunden. „Ich möchte schon ein Stück Klarheit haben, ob es beim PTSV eine Konzeption gibt, in dem unser Bedürfnis nach einer Halle Berücksichtigung findet“, warb der Städteregionsrat dafür, sich noch etwas in Geduld zu üben.

Schließlich könnte die Initiative eines privaten Investors durchaus interessante Perspektiven bieten. Denn immer noch gibt es keine greifbare Vereinbarung zwischen Stadt Aachen und Städteregion, wie und wo eine von beiden Seiten nutzbare Multifunktionshalle entstehen und wie deren Bau finanziert werden könnte. Darauf verwies auch Dieter Wolf (CDU): „Natürlich fehlt eine solche Halle in der Städteregion. Aber bislang fehlt auch das Geld.“ In dieser misslichen Lage könnten sich mit Blick auf das Vorhaben des PTSV vielleicht neue Perspektiven eröffnen.

Auf die lange Bank schieben wollen die Fraktionen das Thema aber nicht (mehr), auch wenn zunächst kein Gutachten beauftragt wird. Das Ende der Geduld gerät in Sichtweite. Im Wirtschaftsausschuss kamen die Vertreter aller Fraktionen deshalb mit dem Städteregionsrat überein, sich selber eine (letzte?) Frist zu setzen: Bis Frühjahr 2019 soll die weitere Entwicklung beim PTSV zunächst beobachtet werden. „Und sollte sich bis dahin nichts Konkretes für uns ergeben, dann müssen wir gemeinsam mit der Stadt Aachen etwas unternehmen“, erklärte Etschenberg und erhielt für diesen Vorschlag kollektive Zustimmung.

Dass er die Soers und den dortigen Sportpark als einen, aber sicher nicht als den einzigen möglichen Standort ansieht, deutete der Städteregionsrat an, ohne Merzbrück namentlich zu nennen. „Man muss auch die Verkehrsverknüpfung eines solchen Standortes sehen. Und zu der gehört meiner Meinung nach auch die Schiene. Denn man kann nicht alles mit Elektromobilität regeln.“

 

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