Mit dem Kooperationsvertrag gegen den Fachkräftemangel

Von: Nina Krüsmann
Letzte Aktualisierung:
7369983.jpg
Bürgermeister, Arbeitsagentur und Jobcenter ziehen an einem Strang: Stefan Graaf (Jobcenter), Städteregionsrat Helmut Etschenberg, Margareta Ritter, OB Marcel Philipp, Jürgen Koch (Arbeitsagentur, vorne v.l.) sowie Manfred Eis, Christoph von den Driesch, Karl-Heinz Herrmanns, Rudi Bertram, Dr. Willi Linkens, Alfred Sonders, Ferdi Gatzweiler und Dirk Reuters (hinten v.l.) unterschreiben den Kooperationsvertrag. Foto: Heike Lachmann

Städteregion. Mit dem Marmorsaal der Firma Talbot Services GmbH hatten sich die Kooperationspartner einen symbolträchtigen Ort ausgesucht.

Am Montag haben hier Städteregionsrat Helmut Etschenberg, der Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp sowie die Bürgermeister der regionsangehörigen Städte und Gemeinden gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Aachen, Jürgen Koch, sowie dem Jobcenter-Geschäftsführer Stefan Graaf eine Kooperationsvereinbarung in Sachen Wirtschaftsförderung unterzeichnet.

Ziel ist, das Fachkräfteangebot in der Region zu steigern und zu einem Ausgleich auf dem Arbeitsmarkt beizutragen. Bei der Akquisition von neuen Unternehmen in der Region vereinbaren die Partner, sich gegenseitig zu informieren und eng zusammen zu arbeiten. Dies soll auch in Fällen geschehen, in denen Unternehmen in eine Krise geraten. Zudem wollen die Partner bei Existenzgründungen kooperieren.

„Die Vielzahl der heutigen Protagonisten zeigt, dass wir das Thema ernst nehmen“, sagte Koch, der zugleich betonte, wie einfach die Absprachen im Vorfeld gewesen seien. „Brachliegende Potenziale zu nutzen, Menschen in Ausbildung und Arbeit zu bringen und gemeinsam dem demografischen Wandel und dem Fachkräftemangel zu begegnen, ist unser Ziel.“

Städteregionsrat Helmut Etschenberg bekräftigte das klare Signal: „Das ist ein kraftvoller Anfang für eine Festigung unserer Zusammenarbeit für die Menschen in der Region.“ Wirtschaftsförderung, eine Belebung des Arbeits- und Ausbildungsmarktes vor allem zum Wohl der Arbeitslosen sei eine Vertrauenssache. „Der Marmorsaal ist weit mehr als ein Verhandlungssaal, nämlich ein Symbol für die Willensäußerung betroffener Menschen, Probleme anzupacken und ihnen nicht willenlos gegenüberzustehen“, erinnerte Etschenberg an die Entwicklung vom Bombardier-Standort, der aufgegeben werden sollte, hin zum Unternehmen Talbot-Services, das den Streetscooter baut.

Oberbürgermeister Marcel Philipp stellte heraus, wie wichtig der gemeinsame Auftritt aller Kooperationspartner sei. „Dafür ist Talbot ein Paradebeispiel.“Aufgabe der Wirtschaftsförderer ist es unter anderem, ansässige Unternehmen im Rahmen der Bestandsentwicklung zu unterstützen und neue Unternehmensansiedlungen zu akquirieren, um sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze zu schaffen und zu sichern. „Die Neuansiedlung von Unternehmen in der Region sowie die Umschulung von Arbeitnehmern ist ein wesentlicher Punkt unserer Vereinbarung“, erklärte Philipp.

Margareta Ritter, Bürgermeisterin von Monschau und derzeit Vorsitzende der städteregionalen Bürgermeisterkonferenz, hob hervor, wie wichtig eine gute Vernetzung sei. „Nur gemeinsam können wir uns für unsere Region stark aufstellen und Motivation für die Bevölkerung schaffen.“

Die Vereinbarung stehe auf einem solidem Fundament, betonte Jobcenter-Geschäftsführer Stefan Graaf. Von der Idee bis zur Unterzeichnung seien nur wenige Wochen vergangen. Klug und weitsichtig über den Tellerrand zu blicken, das seien die richtigen Mittel, um fit für den demografischen Wandel und den Fachkräftebedarf zu werden.

Mehr sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse und die Verminderung der Langzeitarbeitslosigkeit stehen ganz oben auf der Agenda. Darüber hinaus machen sich die Anwesenden stark für die Fortführung von Schulsozialarbeit. Denn deren Finanzierung über das Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes ist ausgelaufen, die Arbeit nur noch bis Ende des Jahres gesichert. „Schulsozialarbeit ist an den weiterführenden Schulen ein wichtiger Bestandteil. Dies wollen wir weiter etablieren“, betonte Ritter.

Leserkommentare

Leserkommentare (4)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert