Mit Afrika scheint bald die Sonne in Stolberg

Von: -jül-
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Mit der Gruppe „Mama Africa“ kommt Stimmung auf: Afrikanische Rhythmen treffen auf rheinische Lebensfreude, wenn es beim 7. Kulturfestival in der Kupferstadt vom 7. bis 11. Juni heißt: „Stolberg goes Afrika“.

Stolberg. „Die Favoriten waren Niederlande und Großbritannien“, bekennt Yvonne Rollesbroich. Auf Afrika hatten kaum Kollegen gesetzt, gesteht die Unternehmenssprecherin. Denn beim Energieversorger EWV wird alljährlich getippt, welches Land in den Mittelpunkt des kulturellen Highlights „Stolberg goes...“ (7. bis 9. Juni) gerückt wird. „Ein Land ist schon nicht einfach, aber ein ganzer Kontinent...“, ist für Bürgermeister Ferdi Gatzweiler das Thema „nicht nur herausragend, sondern auch eine Herausforderung“.

Immerhin ist „Stolberg goes“ der „Höhepunkt des kulturellen Jahres“, betont MdL Axel Wirtz in seiner Funktion als Vorsitzender des Kulturausschusses: „Das Festival bietet die beste Gelegenheit, die Vielfalt des Kontinents ebenso wie die der Kupferstadt“ zu präsentieren. „So ist Stolberg wirklich“, ergänzt Gatz­weiler: „Weltoffen, friedlich und multikulturell.“ Kulturmanager Max Krieger kann versprechen, dass die siebte Auflage des Festivals „bunter und größer denn je“ wird und die Vernetzung der Beteiligten in der Kupferstadt immer besser funktioniere. Mehr als 30 Konzerte mit über 400 aktiven Teilnehmern, vier Bühnen Open Air, weitere in der Burg und in Kneipen, Ausstellungen, Vorträge, und natürlich die Afrika-Parade als weiterer Publikumsmagnet passend zum verkaufsoffenen Sonntag in Oberstolberg ... das Angebot abwechslungsreich und bunt.

„Mit Afrika wird in Stolberg die Sonne scheinen“, ist Max Krieger überzeugt. Und die Menschen werden in Massen in die Altstadt strömen. Mit Sicherheit auch jede Menge Afrikaner, die insbesondere in der Region zwischen Köln, Brüssel und Amsterdam bestens vernetzt sind. Ganz bewusst ist Salif Sow Schirmherr. „Das ist eine Ehre“, sagt der Vorsitzende des Afrika Forums Aachen, das 13 Vereinen in der Region als Plattform dient. „Wir versuchen unsere Kräfte zu bündeln und uns hier vor Ort für das Gemeinwesen zu engagieren“, sagt Sow. „Die Afrikaner sind aus der Region nicht wegzudenken.“ Dieses Festival komme dem Afrika Forum zur rechten Zeit und „wir hoffen, dass Stolberg Schule macht“, sieht Sow darin auch einen hervorragenden Beitrag zur Integration.

Einen Beitrag zur Linderung der Probleme auf dem Kontinent leisten möchte „Stolberg goes Afrika“ auch. „Wir wollen nicht nur die schönen Seiten feiern und die Schattenseiten außen vor lassen“, sagt Max Krieger. „Der größte Teil der an die Teilnehmer gezahlten Gagen fließt weiter in unterschiedliche soziale Projekte“ – eine Prämisse für den Kulturmanager bei der Zusammenstellung des Programms. Das bietet auch einen umfassenden Rahmen zur Präsentation von Hilfsprojekten sowie Selbsthilfegruppen und greift auch mit Vorträgen Probleme des Kontinents auf, der „die Wiege der Menschheit ist“, wie die stellvertretende Bürgermeisterin Käthe Krings betonte – und deshalb nicht ohne Grund „Mama Afrika“ genannt wird. Das ist auch der Name einer der Hauptacts des Festivals. Das in Köln ansässige Kollektiv afrikanischer Musiker und Tänzer wird Samstagnacht den Rittersaal in ein Tollhaus der Rhythmen, Gesänge und Trommelklänge verwandeln.

„Mama Afrika“ sind ein Sinnbild der Integration, spielten beispielsweise in der Köln-Arena beim „Höhner“-Jubiläum, sind im Karneval aktiv und dürfen natürlich in Stolberg nicht fehlen. „Afrikanische Rhythmen treffen rheinische Lebensfreude“, schwärmt Max Krieger schon einmal und bietet gleich eine Kostprobe bei der Pressekonferenz: Karim Camara, Mama-Afrika-Sänger und -Trommler greift zu eben dieser und lässt die Finger auf dem mit Fell bespannten Kunstwerk trommeln.

Wie das so richtig geht, das bringt Camara auch Stolberger Kindern in Grundschulen und Tagesstätten bei. Zehn Klassen haben nach einem Aufruf in unserer Zeitung spontan von dem Angebot Gebrauch gemacht. Das gibt schon einmal einen guten Vorgeschmack auf das Festival mit seiner Parade, das die große Vielfalt afrikanischer Rhythmen in die Kupferstadt holt. Soul, Rumba, Jazz, Reggae, Gospel, African Folk – die Wiege der Menschheit ist auch Ursprung und Inspiration zahlreicher Stilrichtungen. Den ersten Vorgeschmack bietet gleich der Eröffnungsfreitag, an dem die Trommelgruppe „Akomamu“ auf die große afrikanische Tanznacht im Rittersaal der Burg mit dem Rumba-Ensemble „Afrikano“ einstimmt. Bei diesem Thema bietet es sich an, die Party-Nächte auf der Burg wiederzubeleben, erinnert Max Krieger an die guten Erfahrungen beim „Brazil-“ und „Espana-Festival“. Diesmal werden auch diese Events ebenso wie das komplette Stolberg-goes-Programm ohne Eintritt zu erleben sein, dankt Krieger dem Engagement der Sponsoren.

Das Alleinstellungsmerkmal

Immerhin kann Stolberg dank des Festivals mit einem Alleinstellungsmerkmal auf sich aufmerksam machen, misst Sparkassen-Direktor Klaus Wohnaut dem Event eine herausragende Bedeutung in der Städteregion bei. Traditionell erfolgt in der Sparkasse an der Rathausstraße bereits am Mittwoch, 5. Juni, der Auftakt zu „Stolberg goes“ mit einer Kunstausstellung. Die Bilder und Skulpturen von Rhode Bath-Scheba Makoumbou lassen sofort die afrikanische Lebensfreude spürbar werden. Die 36-jährige in Brüssel lebende Künstlerin sieht sich als ein Archivar des sozialen und kulturellen Gedächtnisses Afrikas im Allgemeinen und des Kongos im Besonderen, aus dem sie stammt.

Aus Somali stammt Gamy Jimael Ali, der in Aachen lebt, sich als Kreativtrainer und in diversen sozialen Projekten engagiert. Der 52-Jährige ist Maler, Trommler und sorgt im Atelier von Birgit Engelen dafür, dass man ab Samstag, 8. Juni, 14 Uhr, am Hammerberg „Afrika mit allen Sinnen“ – auch kulinarisch – erleben kann.

Bereits ab dem 30. April macht eine Ausstellung des Malers Mamadou Diakhatè aus dem Senegal im Gesundheitszentrum Kleis an der Rathausstraße Appetit auf das Festival am zweiten Juni-Wochenende. 28 Ölgemälde auf Holz oder Leinwand werden zu sehen sein. Sie bestechen durch Farbintensität, Lichteffekte und Farbkompositionen. Sein soziales Engagement führte zum Bau einer senegalesischen Grundschule mit 9 Klassen für 300 Kinder. Der Träger des höchsten zivilen Ordens des Senegal wird bei „Stolberg goes Afrika“ in der Kupferstadt weilen.

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