Mexiko-Grippe: Abwarten und besonnen handeln

Von: udo/tka
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Schutzkleidung: Kleidung auf der Isolierstation: notwendige Schutzkleidung für einen eventuellen Kontakt mit an Schweinegrippe erkrankten Personen. Die Isolierstation ist auf die Möglichkeit der Behandlung von Schweinegrippe-Patienten vorbereitet. Foto: ap

Aachen. Das Risiko einer Grippepandemie ist nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) so hoch wie seit der weltweiten Grippewelle von 1968 nicht mehr. Am Montagabend setzten die Experten der WHO ihren Pandemie-Alarm auf die Stufe 4 von sechs Stufen.

Das Risiko einer Grippepandemie, die weltweit über Ländergrenzen hinweg durch ein neuartiges Grippe-Virus verursacht wird, das bis dahin Menschen noch nicht infiziert hat, ist damit „signifikant erhöht”.

Seit dem Wochenende sind die Experten in Stadt und Kreis Aachen informiert. Und Kreisgesundheitsdezernent Axel Hartmann mahnt zur Besonnenheit. Zum einen müsse die weitere Entwicklung der Schweinegrippe abgewartet werden.

Zum anderen sieht der Dezernent den Kreis gut gerüstet, sei doch erst im vergangenen Jahr „in einer Übung der Katastrophenfall erfolgreich durchgespielt worden”.

Zwar sind Test und Ernstfall zwei verschiedene Paar Schuhe. Aber Hartmann betont: „Von jetzt auf gleich können wir den Krisenstab, der die notwendigen Entscheidungen trifft und die weiteren Schritte koordiniert, zusammenziehen.”

So müsse im Notfall möglichst schnell gehandelt, Patienten in das möglichst nächste Krankenhaus gebracht und deren Umfeld mit Medikamenten versorgt werden.

Wobei bei Ausbruch einer Schweinegrippe in Nordrhein-Westfalen Medikamente im Wert von 67 Millionen Euro für rund ein Drittel der knapp 18 Millionen Einwohner bereitstehen und diese nach Verordnung durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte über die Apotheken ausgegeben werden.

Dieser Umfang orientiere sich an einer Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation und sei in NRW „1:1” umgesetzt, hieß es aus dem Gesundheitsministerium.

Noch gibt es keinen Ernstfall. Aber die Vorbereitungen auf den Tag X laufen. „Derzeit werden die festgelegten Ablaufpläne nochmals aktualisiert, werden Adressen überprüft und der Bestand beispielsweise von Medikamenten und Atemschutzmasken erfasst”, erläutert Hartmann: „Wir wollen gewappnet sein und bringen uns in Position.”

Seit Jahren beschäftigen sich die Behörden mit dem Thema Pandemieplanung. Neben dem nationalen und dem landesweiten Rahmenplan gibt es eben auch die Pläne auf kommunaler Ebene, auch in Stadt und Kreis Aachen.

Das Grundprinzip der Pläne besagt, dass die untere Gesundheitsbehörde als Lagezentrum alle Krankenhäuser, niedergelassenen Ärzte, den Rettungsdienst und weitere Partner über den aktuellen Stand - im vorliegenden Fall zur Schweinegrippe - informiert.

Und das ist aus Sicht von Dr. Hubert Plum, Gesundheitsamtsleiter der Stadt Aachen, nötig: „Wenn man viele Jahre warnt, sinkt die Bereitschaft, diese Informationen ernst zu nehmen. Doch jetzt ist das Thema ganz aktuell. Anders als bei der Vogelgrippe ist der Gefahrengrad höher.”

Zwar gibt es - noch - keine städteregionalen Aktionspläne. Aber die Gesundheitsämter von Stadt und Kreis sind im Gespräch, stimmen sich ab, erläutert Hartmann. Und nicht nur die: Deutsche, Belgier und Holländer wären bei Ausbruch der Schweinegrippe auch über den offiziellen Datenaustausch der Behörden hinaus gut vernetzt, sagt Plum: „Wir haben einen gut funktionierenden kleinen Dienstweg.”
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