Aachen - Mehr Suchthilfe für Kinder und Jugendliche gefordert

Mehr Suchthilfe für Kinder und Jugendliche gefordert

Von: Udo Kals
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Das Suchthilfeangebot für Kinder und Jugendliche in der Städteregion soll nach Ansicht der Gesundheitskonferenz der Städteregion ausgedehnt werden.

Während es nach einer ersten Bestandsaufnahme zur Entwicklung eines städteregionalen Suchthilfeplans in den zehn regionsangehörigen Kommunen bereits ein generell „gut entwickeltes und vielfältiges Hilfeangebot” gebe, stellte Dr. Wolfgang Naber, Leiter des Sozialpsychiatrischen Dienstes des Gesundheitsamtes der Städteregion, gerade bei der Behandlung der wachsenden Zahl nikotin- und alkoholabhängiger Jugendlicher ein Defizit fest.

Gebe es für Erwachsene in den Fachkliniken gute Behandlungsmöglichkeiten für qualifizierte Entgiftungen, fehle ein wohnortnahes Angebot für die jungen Süchtigen.

Nun hat sich die Gesundheitskonferenz dafür ausgesprochen, bis zum kommenden Frühjahr zu prüfen, ob eine neue Suchthilfeabteilung im Aachener Universitätsklinikum eingerichtet werden kann. Zugleich hält Naber eine Tagesklinik für erwachsene Süchtige als Ergänzung stationärer Behandlungsmöglichkeiten für sinnvoll.

Generell kommt der Experte bei seiner Bestandsaufnahme zu einem positiven Fazit: ob stationäre Hilfen in Krankenhäusern wie dem Alexianer oder dem Uniklinikum sowie in Wohnheimen wie der Villa Hammerstein in Simmerath oder der Arche Noah in Herzogenrath; ob ambulante Angebote der Suchthilfe mit Beratungsstellen oder der Selbsthilfegruppen - „die wesentlichen Bausteine des Versorgungssystems sind vorhanden, es gibt kaum noch Lücken”. Wobei Naber die Bedeutung der Selbsthilfegruppen unterstrich: „Für viele Patienten ist die Selbsthilfe die entscheidende Hilfe.”

Parallel dazu registriert er bei steigenden Nachfrage auch Kapazitätsprobleme einzelner Angebote. So gebe es bei den Suchtberatungsstellen mittlerweile durchgängig Wartezeiten von mehreren Monaten.

Auch der Bedarf an soziotherapeutischen Wohnheimplätzen für Suchtkranke steige. Zudem macht der Experte gerade bei Kindern und Jugendlichen „eine kritische Entwicklung” aus, die als Erwachsene bereits eine jahrelange Suchtkarriere hinter sich hätten.

Neben der eigentlichen Sucht träten immer häufiger Psychosen, Verschuldung und Defizite in der Sozialisierung als weitere Problemfelder auf. Sorgen bereiten den Fachleuten auch zunehmend neue Formen der Sucht wie etwa nach Computerspielen und Internet.
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