Städteregion - Mehr politischer Sekretär als Organisator

Mehr politischer Sekretär als Organisator

Von: Jutta Geese
Letzte Aktualisierung:
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Strippenzieher: Stefan Mix (r.) ist sei dem 1. August Geschäftsführer der SPD-Unterbezirke Aachen-Stadt und -Land. In seinem Alsdorfer Büro trifft er den Chef seines Heimat-Unterbezirks, Martin Peters. Foto: Geese

Städteregion. Wenn SPD-Chef Sigmar Gabriel und sein Wahlkampftross Samstagnachmittag den Aachener Markt verlassen haben, hat Stefan Mix seine erste Bewährungsprobe als neuer hauptamtlicher Geschäftsführer der städteregionalen Sozialdemokraten hinter sich: die Organisation einer Großveranstaltung.

Geplant hat die noch sein Vorgänger im Amt, Theo Niewerth. Doch der ist jetzt im wohlverdienten Ruhestand. 37 Jahre lang hat Niewerth die Geschäfte des Unterbezirks Aachen-Stadt geführt, die letzten sieben Jahre zusätzlich auch die des Unterbezirks Aachen-Land. Kein Wunder, dass Mix sagt: „Ich weiß, dass ich in große Fußstapfen trete.“ Selbstbewusst fügt der 50-jährige Würselener aber hinzu: „Ich werde meinen eigenen Stil entwickeln.“

Genau das erwarten die beiden SPD-Chefs Martin Peters (Aachen-Land) und Karl Schultheis (Aachen-Stadt) auch von Mix. Er soll eher ein „politischer Sekretär“ sein, der auch inhaltliche Akzente setzt, denn ein Organisator im Hintergrund. Und sein bisheriger Werdegang in der Partei hat beiden Unterbezirksvorständen die Entscheidung offenbar leicht gemacht, sich für Mix als Nachfolger von Niewerth beim SPD-Landesverband als Anstellungsträger stark zumachen – sie fiel einstimmig. „Stefan Mix ist ein erfahrener Kommunalpolitiker und jemand, der die Partei in der Städteregion gut kennt“, sagt Schultheis.

In der Tat: Anders als Niewerth, der nie ein politisches Mandat innehatte, ist Mix seit Jahrzehnten kommunalpolitisch aktiv. Knapp 20 Jahre alt war er, als er in die SPD eintrat. Sofort hat er sich bei den Jungsozialisten engagiert, sagt er. Juso-Chef damals in Würselen war Martin Schulz, der später unter anderem Unterbezirksvorsitzender der SPD Aachen-Land war und heute Präsident des Europäischen Parlaments ist. „Das war eine tolle Zeit“, erinnert sich Mix, der von Hause aus Architekt ist, aber in den vergangenen 19 Jahren hauptberuflich im Alsdorfer Europabüro von Martin Schulz gearbeitet hat.

Seine ehrenamtliche Karriere in der Kommunalpolitik startete Mix 1984 als sachkundiger Bürger im Würselener Stadtrat. 1989 wurde er dann erstmals in den Stadtrat gewählt und behielt dieses Mandat bis jetzt. Von 1998 bis 2004 und dann wieder ab 2008 war er Vorsitzender der Stadtratsfraktion, von 2004 bis 2008 stellvertretender Bürgermeister von Würselen. Sein Stadtratsmandat hat er jetzt niedergelegt, „um den Kopf frei zubekommen für die neue Aufgabe“, wie er sagt. Denn die Stadtratsarbeit „beschäftigt einen ja auch mental“, angesichts der desolaten finanziellen Situation von Würselen habe er „viele schlaflose Nächte gehabt“. Hinzu komme, dass „die Stadtratsarbeit schon viel Zeit frisst, vor allem auch abends“. Zeit, die er nun verstärkt in die Parteiarbeit zwischen Aachen und Eschweiler, Monschau und Baesweiler stecken will. „Deshalb mache ich jetzt den sauberen Cut.“

Mitglied im Städteregionstag wird Mix, der verheiratet und Vater von vier Kindern im Alter zwischen 12 und 25 Jahren ist, jedoch bleiben. „Das ist auch gut so“, meint Martin Peters, der nicht nur Chef des „Heimat-Unterbezirks“ von Stefan Mix ist, sondern auch Chef der SPD-Fraktion im Städteregionstag. „Zum einen, weil zur Fraktion Kollegen aus beiden Unterbezirken gehören und da schon viel Austausch erfolgt. Zum anderen, weil die kommunalpolitische Verankerung in die zehn Städte und Gemeinden hinein auch zu einem großen Teil über die Fraktion läuft. Ich finde es sehr positiv, dass Stefan dabei bleibt.“ Dies sieht Schultheis genauso. „Stefan Mix hat auch schon Akzente in Richtung regionaler Vernetzung der Partei gesetzt“, sagt er mit Blick auf die Regio-SPD, einem Zusammenschluss mit den benachbarten Unterbezirken. Und er habe Impulse gegeben zur stärkeren Zusammenarbeit mit sozialdemokratischen Schwesterparteien in Belgien und den Niederlanden.

Mix selbst sieht einen Schwerpunkt seiner Arbeit darin, dafür zu sorgen, dass die unterschiedlichen SPD-Gremien in der Städteregion nicht widersprüchliche Aussagen zum selben Thema machen, sondern sich besser noch als bisher abstimmen und nach außen gemeinsam auftreten. Und er will mit ortsnahen Bildungs-und neuen Beteiligungsangeboten Menschen für die SPD begeistern, „den Spaßfaktor an Parteiarbeit erhöhen“.

Zunächst aber muss er den Bundestagswahlkampf hinter sich bringen – und dann stehen mit der Europa- und der Kommunalwahl im Mai 2014 schon die nächsten Wahlkämpfe an. Doch davor ist Mix nicht bange: „Ich habe in beiden Unterbezirken gute und erfahrene Mitarbeiter an meiner Seite.“

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