Mehr Häuser verkauft, weniger Umsatz

Von: Udo Kals
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Aachen. Deutlich mehr Immobilien kommen unter den Hammer, zudem werden mehr Häuser und Eigentumswohnungen für insgesamt weniger Geld verkauft - stehen die Zeichen auch in der Region auf Krise?

Zwar will Irene Littek-Braun als Vorsitzende des Gutachterausschusses für Grundstückswerte im Kreis Aachen keine Prognose abgeben.

„Belastbare Zahlen liegen erst in einem halben Jahr vor”, sagt sie. Doch klar ist auch, dass das letzte Quartal des Jahres 2008 die Bilanz ziemlich verhagelt hat - so sind mit 83 Millionen Euro die drittschlechtesten Quartalsumsätze über alle Grundstücksarten seit 1999 zu verzeichnen.

In nackten Zahlen lautet die Bilanz für 2008: Die Zahl der von den Notaren vorgelegten Kaufverträge für Immobilien stieg zwar im Vergleich zu 2007 von 2910 auf 2966 (plus 1,9 Prozent) leicht.

Dagegen ging der Gesamtumsatz um rund 39,7 Millionen Euro (minus 8,3 Prozent) auf 439,6 Millionen Euro gegenüber 2007 (479,4 Millionen Euro) zurück.

Littek-Braun: „Der Immobilienumsatz ist nach dem letztjährigen Anstieg im Jahr 2008 wieder deutlich zurückgefallen.” Und auch die ersten beiden Monate des laufenden Jahres sehen im Vergleich zu 2008 nicht rosig aus.

Der steigenden Zahl von Kaufverträgen (von 482 auf 495) steht ein Rückgang des Umsatzes von rund 65 auf 58,7 Millionen Euro gegenüber. Dennoch seien es „keine spektakulären Zahlen”, sagt Littek-Braun. Im Zehn-Jahres-Mittel seien dies marktübliche Schwankungen.

Ins Bild passt mit 149 Verfahren (Vorjahr: 137) ein deutlicher Anstieg von Zwangsversteigerungen. Die meisten Immobilien kamen in Alsdorf (28), Stolberg (25) und Eschweiler (24) unter den Hammer, die wenigsten mit insgesamt 20 Objekten in Monschau, Simmerath und Roetgen. Zumeist wurden Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen zwangsversteigert, aber auch verstärkt Gewerbeobjekte, heißt es im Jahresbericht des Ausschusses.

Zudem wurden im Vergleich zum Jahr 2007 zehn Prozent weniger Grundstücke für den individuellen Wohnungsbau verkauft. Dabei sei die Preisentwicklung mit minus ein Prozent leicht fallend, sagt Littek-Braun, die ein starkes Preisgefälle zwischen etwa 40 bis 90 Euro je Quadratmeter im Süden des Kreises bis etwa 150 bis 250 Euro je Quadratmeter im Nordkreis feststellt.

Am teuersten waren - wie in den Vorjahren - Baugrundstücke in Würselen. Wer in guter Wohnlage bauen wollte, musste 250 Euro je Quadratmeter hinblättern, in mittlerer Lage noch 200 Euro.

Die Werte für die anderen Kommunen: Eschweiler 205/150 Euro, Stolberg 200/150 Euro, Herzogenrath 210/135 Euro, Alsdorf 175/135 Euro, Roetgen 155/150 Euro, Baesweiler 150/125 Euro, Monschau 90/50 Euro und Simmerath 95/60 Euro.

Der Gesamtumsatz bei bebauten Grundstücken betrug im vergangenen Jahr 330 Millionen Euro bei 1397 Fällen - ein deutlicher Umsatzrückgang von rund fünf Prozent gegenüber 2007 (346 Millionen Euro).

Besonders stark war der Rückgang bei Mehrfamilienhäusern und sonstigen Grundstücken. Der Umsatz sank um rund 28 Millionen Euro. Einen leichten Anstieg wiesen die Ein- und Zweifamilienhäusern (1108 Verkäufe gegenüber 1053 im Vorjahr).

Die meisten Ein- und Zweifamilienhäuser wurden in Eschweiler und Stolberg (je 196) sowie Alsdorf (167) verkauft, die wenigsten in Roetgen (37). Stabil blieb indes der Markt für Eigentumswohnungen mit einem Gesamtumsatz von 49 Millionen bei 602 ausgewerteten Fällen.

Die Bodenrichtwerte für den Kreis Aachen gibt es in gedruckter Form. Die Liste und der Farbdruck des Grundstücksmarktberichtes sind bei der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses für Grundstückswerte, Zollernstraße 10, 52070 Aachen erhältlich. Die Liste kostet 75 Euro, der Grundstücksmarktbericht 25 Euro. Fragen beantwortet die Geschäftsstelle unter 0241/5198-2555, -2504, -2457.

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