Medizinisches Zentrum: Weitere 18 Millionen Euro investieren

Von: Karl Stüber
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Der MZ Standort Bardenberg wird neu aufgestellt: Das historische Gebäude des ehemaligen Knappschaftskrankenhauses (r.) wird für die Unterbringung der geriatrischen Reha-Klinik umgebaut. Die Notfallpraxis der KV zeiht aus dem „Turm“ (l.) nach Marienhöhe. Foto: Karl Stüber

Würselen. 33 Millionen Euro sind im Rahmen des ersten Masterplans in das Medizinische Zentrum der Städteregion (MZ) in Würselen investiert worden. Im zweiten Masterplan, der nun bis 2021 umgesetzt werden soll, werden es weitere 18 Millionen Euro sein, sagte MZ-Geschäftsführer René A. Bostelaar im Gespräch mit unserer Zeitung.

Und es soll jetzt Schlag auf Schlag gehen. Der Städteregionsausschuss wird sich am Donnerstag in nicht-öffentlicher Sitzung mit dem Masterplan 2021 und der damit verbundenen Ausfallbürgschaft des Mitgesellschafters Städteregion befassen – als Vorbereitung auf die am 6. April anstehende definitive Entscheidung des Städteregionstages.

Städteregionsrat Helmut Etschenberg (CDU) folgt so dem Grundsatzbeschluss des Aufsichtsrates von Ende Dezember und dem Weg, den der Städteregionsrat bereits in einer weiter zurückliegenden Entscheidung eingeschlagen war, wie er betonte.

Auch die Deutsche Rentenversicherung Bahn-See steht zu ihrer 50-prozentigen Beteiligung am MZ, bekräftigte Aufsichtsrat Dr. Georg Greve, und will ihrerseits Darlehen gewähren. Allerdings falle der Kreditanteil an der Gesamtfinanzierung nicht allzu hoch aus, weil einerseits für die Finanzierung der Maßnahmen die jährliche von der öffentlichen Hand gewährte Krankenhausbaupauschale in Höhe von 1,1 Millionen Euro eingesetzt werde und das MZ hiervon in den Vorjahren eine Rücklage gebildet habe, die jetzt zum Tragen komme.

Andererseits falle der „Cash-Flow“ (Nettozufluss liquider Mittel) des MZ sehr günstig aus. „Wir schreiben schwarze Zahlen“, sagte Bostelaar. Unterm Strich habe das MZ in 2016 ein Plus in Höhe von einer Million Euro gemacht, wobei Zins und Tilgung laufender Kredite bereits berücksichtigt sind. „Wir hatten so viele Patienten wie nie zuvor.“ Dies führt Bostelaar auf die schon umgesetzten Strukturmaßnahmen zurück.

Der Umsatz sei um zehn Millionen auf 110 Millionen Euro gestiegen. Das MZ erwirtschaftet also im Prinzip die eigene Modernisierung. Mit dem Masterplan 2021 setzen die Gesellschafter die Umgestaltung des MZ zu einem modernen und zukunftsfesten Krankenhaus fort, wie sie betonen. Und das im 50. Jahr des Bestehens, was im Juli gebührend gefeiert werden soll.

Bei der schon längst beantragten Förderung aus dem Strukturfonds Krankenhausbereich NRW hofft Städteregionsrat Etschenberg doch noch zum Zuge zu kommen. Allerdings wollen beide Gesellschafter den Masterplan 2021 nicht abhängig machen.

Zum Teil heftige Diskussionen hatte die geplante Aufgabe des MZ-Standortes Bardenberg ausgelöst. Greve betont dagegen, dass lediglich eine klare Trennung in der Art der medizinischen Nutzung erfolgt. Demnach werden zwar nun auch die Kliniken für Lungenheilkunde und Urologie an den Standort Marienhöhe verlegt, um dort die Akutmedizin zu konzentrieren. Zudem soll die Zahl der OP-Säle aufgestockt werden. Noch in diesem Jahr soll Richtfest gefeiert werden.

Vier ältere Stationen stehen derzeit leer und sollen für die Unterbringung der zwei Kliniken aus Bardenberg modernisiert werden, sagte Bostelaar. Im Gegenzug werde die geriatrische Reha-Klinik von Marienhöhe nach Bardenberg umziehen und im zu modernisierenden Hauptgebäude des ehemaligen Knappschaftskrankenhauses (Jahrgang 1902) untergebracht.

Dabei soll es nicht bleiben. „Es hat nie außer Frage gestanden, dass es für Bardenberg einen vernünftigen Ausgleich geben muss“, sagte Etschenberg. Dem Aufsichtsratsbeschluss von Ende Dezember folgend hätten erste Verhandlungen mit der Stadt Würselen stattgefunden. Etschenberg sprach von einer Chance, den Schulterschluss mit der Kommune zu suchen und mit der Stadtentwicklungsgesellschaft Würselen (SEW) zu kooperieren.

„Wunsch“ ist, dass die SEW das gesamte Areal inklusive Krankenhausreserveflächen kauft und entwickelt. Im Masterplan 2018 sind als Verkaufserlös drei Millionen Euro angesetzt. Ob das ein realistischer Preis für die Stadt Würselen sei, ist Frage der weiteren Verhandlungen, sagte Etschenberg mit Blick auf Abrisskosten nicht mehr benötigter Gebäude: „Es könnte darauf ankommen, in welchem Zustand wir das Gelände abgeben.“ Weiterer Gegenstand der Gespräche ist, dass die SEW die Reha-Klinik einrichtet.

Ebenso soll die Gesellschaft das geplante Aus- und Fortbildungszentrum für Gesundheitsberufe errichten und auch die Unterbringung des Amtes 54 der Städteregion gewährleisten. Die Gebäude würden dann vermietet. Möglicherweise, so Etschenberg, kommt auch noch eine Ausbildungseinrichtung für Physiotherapie hinzu.

Bald will das MZ einen Bauantrag auf Errichtung der neuen Notfallpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) einreichen, wie Bostelaar ergänzte. Der Anbau soll neben dem Haupteingang auf Marienhöhe erfolgen. Das soll schnell geschehen. Grund: Die meisten Patienten, die die Notfallpraxis in Bardenberg aufsuchen sollten, steuern den Standort Marienhöhe an. Die Folge: Die Notfallaufnahme dort ist überlaufen, der KV fehlen die „Kunden“, um ihre Einrichtung halten zu können.

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