Aachen - Matthias Werner lässt 2800 Elektroniker hinter sich

Matthias Werner lässt 2800 Elektroniker hinter sich

Von: Benjamin Jansen
Letzte Aktualisierung:
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Auch an der Entwicklung von fahrerlosen Transportsystemen war Deutschlands bester „Elektroniker-Azubi für Geräte und Systeme” beteiligt: Matthias Werner. Foto: Harald Krömer

Aachen. Gedanklich hatte sich Matthias Werner schon in Richtung Zypern verabschiedet, als die Einladung ins Haus flatterte. „Nationale Bestenehrung in IHK-Berufen” war in der Überschrift zu lesen. Und spätestens da wusste der Philips-Azubi, dass ihm der Urlaub noch versüßt wurde.

Denn er hat seine Ausbildung als Deutschlands bester Elektroniker für Geräte und Systeme abgeschlossen.

Im Berliner Maritim-Hotel wird der 28-Jährige am 13. Dezember - zusammen mit 211 weiteren Super-Azubis - für seinen überdurchschnittlichen Abschluss geehrt. 99 Prozent erzielte Werner in der Theorie- und Praxisprüfung - ein besseres Ergebnis gelang bundesweit keinem der 2800 Elektronik-Azubis.

Grund genug für Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen, eine Festrede zu halten. Dass Werner die Glückwünsche in Empfang nehmen kann, verdankt er allerdings einem großen Zufall. Denn beinahe wäre sein Traum geplatzt, bevor er überhaupt begonnen hat.„Die Bewerbungsfrist bei Philips war eigentlich schon abgelaufen”, erinnert sich der gebürtige Brandenburger. „Glücklicherweise bin ich im Bewerbungsverfahren noch nachgerückt.”

Schon beim Einstellungstest und im Gespräch überzeugte Werner. Nach dreieinhalb Jahren Ausbildung bestätigte sich der Eindruck, „dass Matthias ein sehr ehrgeiziger Azubi ist, der von Anfang an gezeigt hat, dass er die Prüfung mit Eins machen will”, stellte Philips-Ausbildungsleiter Martin Clermont seinem fleißigen Lehrling ein tolles Zeugnis aus.

Der war bereits im ersten Lehrjahr an der Entwicklung eines Füllton-Messgeräts für Xenon-Brenner beteiligt, das die Techniker beeindruckte. Deshalb bekam Werner im Anschluss an seine Lehrzeit nicht nur eine Ausbildungsurkunde, sondern auch einen Übernahmevertrag von Philips.

Dass der damals 25-Jährige zu Beginn seiner Ausbildung zu der „älteren Generation” in der Azubi-Welt gehörte, störte ihn nicht. Im Gegenteil: „Ich bin mit sehr großem Ehrgeiz an meine Ausbildung gegangen, weil ich von Anfang an wusste, was ich wollte. Das wissen viele 18-Jährige noch nicht”, sagt Werner.

Er habe sich bewusst für eine der anspruchsvollsten Ausbildungen entschieden, „weil ich etwas Handfestes bekommen wollte”. Dafür kehrte er seiner Wahlheimat Berlin den Rücken und folgte dem Lockruf des niederländischen Elektronikkonzerns.

„Ich hätte auch in Dresden eine Ausbildung machen können. Aber Philips als Marke war schon sehr interessant. Diese Chance wollte ich mir einfach nicht entgehen lassen”, sagt Werner, der heute als Techniker im „Business Center Oled-Beleuchtung” arbeitet.

Der Standort habe ihm ebenfalls zugesagt, „da Aachen eine schöne Stadt ist, die einiges zu bieten hat.” Diesem Urteil schließt sich auch Heinz Gehlen an: „Aachen ist eine lebens- und liebenswerte Stadt. Das ist nicht nur im Studierendenbereich unser großer Trumpf, sondern auch im Bereich der dualen Ausbildung”, sagt der Geschäftsführer Berufsbildung der IHK Aachen.

Studiert hat auch Matthias Werner - insgesamt knapp zwei Jahre. „Das Physik-Studium war mir aber viel zu theoretisch. Als Elektroniker für Geräte und Systeme habe ich dagegen einen sehr praxisorientierten Beruf gefunden, der genau zu mir passt.” Der Erfolg gibt ihm recht.

Zum fünften Mal zeichnet die IHK die besten Azubis Deutschlands aus. Mit dabei sind auch acht Azubis aus dem Kammerbezirk der IHK Aachen, zwei davon sind bei einem Betrieb in der Städteregion angestellt.

Neben Matthias Werner (Philips Aachen) wird auch der Stolberger Nils Klersy (Veranstaltungskaufmann, Misereor Aachen) ausgezeichent, den wir vor wenigen Tagen vorgestellt haben.

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