Liste: Wirtz lässt Schmitz den Vortritt

Von: Michael Grobusch
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Kein Grund zur Aufregung: „Wir haben uns schon vor der offiziellen Bekanntgabe unserer Kandidaturen abgesprochen“, betonen Axel Wirtz (l.) und Hendrik Schmitz, hier mit Margareta Ritter nach der Wahl des Kreisvorstandes im vergangenen November. Foto: Michael Grobusch

Städteregion. Die Aussage ist unmissverständlich, auch wenn sie im Gegensatz zu dem steht, was aus internen Kreisen kolportiert wurde: „Es hat keinen Machtkampf in der CDU Aachen-Land gegeben“, erklärten Axel Wirtz und Hendrik Schmitz am Dienstag unisono auf Anfrage unserer Zeitung und traten damit anders lautenden Gerüchten entgegen.

Zumindest aber gibt es eine Überraschung: Denn bei der Besetzung der Plätze auf der Reserveliste der CDU für die Landtagswahl am 14. Mai 2017 hat Hendrik Schmitz aus Baesweiler den Vorzug gegenüber dem Stolberger Axel Wirtz erhalten. Während Schmitz damit den Topplatz im Altkreis einnehmen und in der Bezirksliste auf Platz 2 geführt werden wird, hat Wirtz, der seit 1999 ohne Unterbrechung Mitglied des Landtages ist, kaum Chancen, über die Reserveliste den Wiedereinzug zu schaffen. Er wird seinen Wahlkreis (Aachen IV) im Süden der Städteregion direkt gewinnen müssen.

„Für uns geht es immer um den größtmöglichen Erfolg unseres Kreisverbandes und der Partei“, betont Wirtz. In diesem Sinne habe er auch dem erweiterten Vorstand den Vorschlag unterbreitet, Hendrik Schmitz für den ersten Listenplatz des Kreises zu nominieren. „Das Gefährdungspotenzial muss im Vordergrund stehen. Und das ist im Nordkreis nun einmal größer als im Südkreis“, stellt der Kreisvorsitzende mit Blick auf frühere Ergebnisse fest.

Angesichts von mehr als 10.000 Stimmen Vorsprung und 12,4 Prozentpunkten Differenz, die die SPD-Kandidatin Eva-Maria Voigt-Küppers bei der Landtagswahl 2012 gegenüber ihrem CDU-Konkurrenten Schmitz vorweisen konnte, müsse schon „etwas Erdrutschartiges“ passieren, um im Wahlkreis Aachen III das Direktmandat zu gewinnen. Das sei im Süden anders: „Ich arbeite seit 17 Jahren erfolgreich für die Städte und Gemeinden Eschweiler, Monschau, Roetgen, Simmerath und Stolberg und gehe davon aus, am 14. Mai, wie schon mehrfach, das Vertrauen der Wählerinnen und Wähler zu gewinnen.“

Allerdings war Axel Wirtz das Direktmandat bei der Landtagswahl 2012 verwehrt geblieben. Nachdem der 59-Jährige 2010 mit 40,5 Prozent der Stimmen noch 0,6 Prozentpunkte vor dem SPD-Kandidaten Stefan Kämmerling gelegen hatte, setzte dieser sich zwei Jahre später deutlich mit 42,07 Prozent (gegenüber 35,22) durch. Wirtz wiederum profitierte indirekt von den vielen gewonnenen Direktmandaten der SPD vor allem im Ruhrgebiet und zog als 22. der CDU-Reserveliste wieder in den Landtag ein. Das galt auch für Hendrik Schmitz, der als Spitzenkandidat der Jungen Union auf Platz 20 gelistet war.

Die Absicherung über die JU fehlt dem 38-Jährigen diesmal. Als zweiter Listenkandidat im Bezirk Aachen – direkt hinter dem Landesvorsitzenden und designierten Spitzenkandidaten Armin Laschet – hat der Baesweiler, der im Kreisverband Aachen-Land einer von drei stellvertretenden Vorsitzenden ist, aber gute Chancen, auch bei einer Niederlage in seinem Wahlkreis weiter dem Landtag anzugehören.

Schon 2012 hatte Schmitz festgestellt: „Die CDU hat die Zeichen der Zeit erkannt und bringt junge Leute nach vorne.“ Dies könne er vier Jahre später genauso wiederholen.

„Natürlich ist die Entscheidung zugunsten von Hendrik Schmitz für mich mit einem Risiko verbunden“, erklärt Axel Wirtz. „Aber wir werden einen Wahlkampf machen, mit dem wir die Menschen überzeugen“, kündigt der Kreisvorsitzende an. Die Unterstützung aus der Eifel ist ihm dabei sicher. „Axel Wirtz hat die Partei als Kreisvorsitzender immer gut geführt, und er ist seit vielen Jahren das Sprachrohr der Eifel“, lobt Alexander Lenders.

Der Vorsitzende der CDU Monschau macht keinen Hehl daraus, dass er Wirtz lieber auf dem sichereren Listenplatz gesehen hätte. „Wir müssen jetzt alles tun und alle Kräfte mobilisieren. Es gibt nur eine Chance für unseren Kreisvorsitzenden, wieder in den Landtag einzuziehen.“

Und was würde passieren, wenn das nicht gelingt? „Politik ist ein Amt auf Zeit“, meint Axel Wirtz und fügt umgehend hinzu: „Doch darüber mache ich mir derzeit keine Gedanken.“ Das gelte im Übrigen auch hinsichtlich der Frage, ob er sich vorstellen könnte, bei den nächsten Kommunalwahlen als Kandidat für die Nachfolge von Städteregionsrat Helmut Etschenberg ins Rennen zu gehen. „Das ist erst 2020. Jetzt haben andere Dinge Priorität.“

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