Liberale streben in der Städteregion eine Koalition mit der CDU an

Von: Udo Kals
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Will dem grünen Sofa Beine machen: Dr. Werner Pfeil (FDP) kandidiert für den Posten des Städteregionsrates. Foto: Udo Kals

Stolberg. Die Geschäfte laufen gut. Das muss Dr. Werner Pfeil nicht erst sagen. Das sieht man, wenn man im Empfangsbereich auf den Anwalt für Miet-, Bau- und Architektenrecht wartet.

Seine Kanzlei hat ihre Adresse inzwischen in den ehemaligen Räumen der Deutschen Bank, einen Steinwurf vom Stolberger Rathaus entfernt gelegen. Feines Holz und kühler Stein sorgen für ein elegantes Ambiente. Werner Pfeil mag das. Er ist zufrieden.

Nicht nur mit seinem Büro und seinem Beruf. Auch mit seiner politischen Rolle, die ihn innerhalb weniger Jahre von einem Nicht-Parteigänger zum Kandidaten der Liberalen für das Amt des Städteregionsrats gemacht hat. „In einer kleinen Partei wie der FDP ist so etwas möglich”, sagt der 43-Jährige, der eher zufällig in die Politik geraten, nicht zielstrebig in die Politik gegangen ist.

Noch als Student an der Uni Trier sei er zwar interessiert, aber nicht aktiv gewesen. Danach ging es Schlag auf Schlag. Schon 2004 war er - auf einem hinteren Platz - Europa-Kandidat des Aachener Bezirksverbandes, einige Monate später saß er im Kreistag, wo er inzwischen Chef der dreiköpfigen Fraktion ist.

Zudem ist Pfeil seit dem vergangenen Februar Parteichef im Kreis Aachen. Und in dieser Funktion muss er einen Spagat wagen. Auf der einen Seite will er - anders als sein Vorgänger - eine zu große Nähe zur SPD vermeiden.

Auf der anderen Seite scheut er sich vor einer rein neoliberalen Ausrichtung. „Es ist schwierig, die FDP zu verorten”, sagt er: „Dass die Städteregion ein soziales Profil bekommt und die FDP eines hat, ist wichtig. Aber genauso richtig ist: Ohne Wirtschaft läuft nichts.”

Dass die FDP seine Heimat wurde, lag nicht unwesentlich am heutigen Bundesvorsitzenden. „Guido Westerwelle finde ich gut - persönlich wie auch inhaltlich”, sagt der gebürtige Stolberger aus Münsterbusch, der mit seinem Partner in Würselen lebt.

Und den Umgang der Liberalen unter Westerwelle mit dem Thema Bürgerrechte sieht er in der Rückschau als zentrales Motiv an, warum er ein Blau-Gelber geworden ist. „Die individuelle Freiheit gegen staatliche Willkür zu schützen, das ist mir nicht nur als Anwalt ein Anliegen”, sagt Pfeil, den seine Mandanten seit einigen Wochen noch häufiger als sonst sehen: mit orangefarbenem Jackett, blauem Einstecktuch und blau-gelben Spike-Schuhen macht er zumindest auf Plakaten dem grünen Sofa Beine.

Immerhin, das Motiv fällt auf. „Und es sorgt für Erklärungsbedarf”, weiß der Kandidat: „Das grüne Sofa als Symbol für die Städteregion und die Städteregion selber sind bei den Bürgern noch nicht angekommen.” Da steht die Information vielfach vor der politischen Überzeugungsarbeit.

Wie Pfeil punkten will? „Mein Ziel ist, die Städteregion in Zusammenarbeit mit den Berufskollegs, den Kammern und den Hochschulen zur ersten grenzüberschreitenden mehrsprachigen Ausbildungs-, Wirtschafts- und Wissenschaftsregion zu entwickeln.” Ob er dies auch umsetzen kann, ist fraglich. Schließlich ist es nicht realistisch, dass er als liberaler Städteregionsrat ins Kreishaus einziehen wird.

Und sonst? Schwarz-Gelb ist wieder einmal in Mode - in Düsseldorf ist die CDU-FDP-Koalition mit Rüttgers und Pinkwart Realität, in Berlin mit Merkel und Westerwelle gewollt. Auch für die Städteregion taugt das Modell, meint Pfeil, jedoch müssten die anderen dies wollen. „Es scheint mir, als ob die CDU die Grünen bevorzugt”, sagt er und formuliert als Konsequenz daraus eine klare Kampfansage: „Ich möchte Helmut Etschenberg und der CDU so viele Prozente wie möglich abnehmen, damit Schwarz-Grün verhindert wird.”

Um dann als Koalitionspartner die Entwicklung der Städteregion zur grenzüberschreitenden Wirtschafts- und Wissenschaftsregion zu gestalten. Was machbar ist, werde das Wahlergebnis zeigen, sagt Pfeil. Der Rest sei Spekulation.
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