„Leser fragen - Ärzte antworten“: Gefäßerkrankungen der Beine

Von: ath
Letzte Aktualisierung:
14508496.jpg
Nächsten Mittwoch am Lesertelefon: Dr. Rudolf Müller, Chefarzt der Gefäßchirurgie an der Eifelklinik St. Brigida. Foto: Eifelklinik

Simmerath. Schmerzen oder müde und schwere Beine: Hinter solchen Beschwerden steckt häufig eine Erkrankung der Venen oder der Arterien in den Beinen. Je nachdem welche der Gefäße für die Probleme verantwortlich sind, können Ursachen und Beschwerden ganz unterschiedlich sein. In jedem Fall empfiehlt sich eine genauere Abklärung.

„Das Gute ist, dass wir viele Dinge ganz ohne Röntgen oder andere belastende Untersuchungen ausschließen können, indem wir die Beine ansehen, auf Schwellungen abtasten oder sie per Ultraschall untersuchen“, erläutert Dr. Rudolf Müller, Chefarzt der Gefäßchirurgie an der Eifelklinik St. Brigida in Simmerath. Er leitet dort gemeinsam mit seinem Chefarztkollegen Dr. Knuth Rass auch das Zentrum für Venen und periphere Arterien.

Müller wird am Mittwoch, 10. Mai, im Rahmen unserer Telefonaktion „Leser fragen – Ärzte antworten“ über Ursachen, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten bei Gefäßerkrankungen der Beine informieren.

Schweregefühl und müde Beine sind typisch für eine Erkrankung der Venen, wie Krampfadern oder geschädigte Venen zum Beispiel nach einer Thrombose. Ursachen können langes Stehen oder eine angeborene Venen- oder Bindegewebsschwäche sein. Da die Beschwerden häufig erblich sind, sind Venenerkrankungen keine Frage des Alters und treten oft schon in jungen Jahren auf.

Krampfadern verursachen nicht unbedingt Beschwerden, oft sind sie vor allem für Frauen ein optisches Problem. Doch darauf sollte man sie nicht reduzieren, betont Dr. Müller. „Es besteht das Risiko einer oberflächlichen Thrombose oder Venenentzündung, aber auch einer tiefliegenden Beinvenenthrombose mit ernstzunehmenden Komplikationen.“

Venen können lebensrettend sein, wenn Patienten in späteren Jahren einen Bypass benötigen. „Man sollte daher nur entfernen, was unbedingt nötig ist, und versuchen, die Beinvenen möglichst zu erhalten“, erklärt der Experte. So sei es beispielsweise im Falle von Diabetes oder hohem Blutdruck möglich, nicht die betroffenen Venen zu entfernen, sondern die defekten Venenklappen wieder in Ordnung zu bringen oder andere venenerhaltende Maßnahmen einzusetzen.

Arterielle Durchblutungsstörungen in den Beinen wie die sogenannte „Schaufensterkrankheit“ (weil Betroffene wie bei einem Schaufensterbummel alle paar Meter stehenbleiben müssen), die sich insbesondere auch im Ruhezustand und beim Liegen schmerzhaft bemerkbar machen, sind eine typische Erkrankung der Beinarterien.

Als Ursache kommen dafür – neben der Veranlagung – alle Risikofaktoren in Frage, die zu einer Arteriosklerose führen können: Rauchen, Übergewicht, hohe Blutfettwerte, Bluthochdruck oder Diabetes. Wichtig sei, wie Dr. Müller betont, den Patienten immer als Ganzes zu sehen. Eine Operation sei gerade auch im Gefäßbereich nicht immer die Lösung. Und falls sie doch vorgenommen werde, dann sollte dies mit Augenmaß geschehen.

Auch bei Erkrankungen der Beinarterien gebe es mittlerweile Alternativen. Wie bei Durchblutungsstörungen der Koronararterien zur Vermeidung eines Herzinfarktes, können auch in den Beinen die Gefäße mit einem Ballonkatheter aufgedehnt oder Stents eingesetzt werden. „Die meisten Eingriffe in der Venen- sowie der Arterienchirurgie sind außerdem minimalinvasiv. Die Patienten sind schneller wieder fit, längere Krankenhausaufenthalte sind meist unnötig“, erklärt Dr. Müller.

Die Rufnummer, unter der Dr. Rudolf Müller am Mittwoch, 10. Mai, in der Zeit von 15 bis 17 Uhr zu erreichen sein wird, geben wir am Aktionstag noch gesondert bekannt.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert