Kramer Freisteller Tippspiel

Leisten- und Bauchdeckenbrüche: Keine typische Alterserkrankung

Von: ath
Letzte Aktualisierung:

Würselen. „Es gibt nicht einen Goldstandard, sondern man muss bei jedem Patienten ganz individuell schauen, welches OP-Verfahren für ihn am besten geeignet ist“, betont Prof. Dr. Karsten Junge.

Dies hat er auch den zahlreichen Anrufern vermittelt. Gemeinsam mit Oberarzt Dr. Jens Otto hat der Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Minimalinvasive Chirurgie des Medizinischen Zentrums der Städteregion Aachen im Rahmen unserer Telefonaktion „Leser fragen – Ärzte antworten“ in dieser Woche zum Thema Leisten- und Bauchdeckenbrüche informiert.

Die meisten Leser hat die Frage beschäftigt: Was tun, wenn der Bruch wiederkommt? „Das waren zum Teil komplexere Vorgeschichten, wo jemand schon mehrfach operiert wurde und nun wissen wollte, welche Möglichkeiten es noch gibt“, erläutert Dr. Otto. Der erste Schritt, wenn sich ein Bruch, egal ob Leisten- oder Narbenbruch, erneut bemerkbar mache, seien eine ärztliche Untersuchung und ein Ultraschall. „Dabei wird geschaut, ob es sich wirklich erneut um einen Bruch handelt. Besonders wichtig ist auch, wie genau der letzte Eingriff vorgenommen wurde. Danach wird überlegt, ob und wie am besten erneut operiert werden kann“, erläutert Dr. Junge.

So favorisiere man bei einem Leistenbruch, der bereits von vorne operiert worden sei, bei einem erneuten Eingriff den Zugang minimalinvasiv von hinten, „weil man da noch nicht war“. Gleiches gelte umgekehrt, wenn bereits von hinten operiert worden ist.

Auch bei den Netzen, die zum Verschließen eines Bruches verwendet werden, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, beispielsweise neuere Materialien, die bioverträglicher sind und besser einwachsen.

Die Altersspanne der Leser, die zum Hörer gegriffen hatten, reichte von 20 bis 90 Jahre, was deutlich macht: Brüche sind keine typische Erkrankung Älterer. Ab dem 50. Lebensjahr seien Leistenbrüche zwar häufiger, bestätigt Dr. Junge, doch Brüche träten auch bei jungen Menschen auf. Das sei dann oftmals eine familiäre Veranlagung. „Wenn jemand zum Beispiel eine gestörte Wundheilung hat, die Zusammensetzung seines Bindegewebes ungünstig ist, dann kommt es auch eher zu einem Narbenbruch.“

Wirklich vorbeugen kann man dem ersten Auftreten eines Bruchs nicht. Auch für Patienten, die schon mal einen Bruch hatten, gibt es keine speziellen Verhaltensregeln, wie etwa nichts Schweres mehr zu heben. „Bei einem operierten und gut versorgten Bruch, ist das heute kein Problem mehr“, beruhigt der Spezialist. Der einzig vermeidbare Risikofaktor für einen Wiederholungsbruch ist das Rauchen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert