Langes Warten auf die KFZ-Zulassung

Von: Jutta Geese
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Im Straßenverkehrsamt haben d
Im Straßenverkehrsamt haben die Mitarbeiter derzeit alle Hände voll zu tun. Daher muss man nun im Durchschnitt 50 Minuten warten, wenn man sein Auto an- oder abmelden möchte - deutlich länger, als es bisher üblich war. Foto: Ralf Roeger

Städteregion. Als die Stadt und der damalige Kreis Aachen im Jahre 2001 ihre beiden Straßenverkehrsämter zusammenlegten, lange vor Gründung der heutigen Städteregion, wich die anfängliche Skepsis gegenüber dem Projekt recht bald.

Guter Service, kurze Wartezeiten, Sprechstunden samstags und weniger Kosten etwa beim Umzug von der Stadt in den Kreis und umgekehrt überzeugten die Bürger. „Wie kaum eine andere Behörde war und ist das Straßenverkehrsamt das Aushängeschild für die Städteregion”, sagt Dieter Wolf, Fraktionschef der CDU im Städteregionstag. Doch das Amt droht seinen Kredit bei den Bürgern zu verlieren. Der Grund: lange Wartezeiten. Ausgerechnet!

Mehr Belastung für Mitarbeiter

Tatenlos zusehen wollen Politik und Verwaltung dabei nicht. War es doch bislang der schnelle Service, mit dem die Städteregion hier punkten konnte. Durchschnittlich 20 Minuten dauerte es üblicherweise, bis man sein Auto ab- oder anmelden konnte. In diesem Jahr allerdings klettere der Durchschnittswert auf über 50 Minuten - und wenn es ganz arg kam, etwa wenn gleichzeitig mehr als 140 Bürger das Amt im Gewerbegebiet Aachener Kreuz in Würselen aufsuchten, waren es sogar mehr als zwei Stunden. Das kam etwa im Juni an vier Tagen vor, hat die Verwaltung der Politik mitgeteilt. An neun Tagen betrug die Wartezeit mehr als 90 Minuten.

Kein Wunder, dass viele Bürger verärgert sind. Und auch bei den Beschäftigten macht sich seit Monaten Frust breit. Denn sie mussten seit dem Jahr 2010 nicht nur eine Steigerung der Arbeitsbelastung allein im Bereich Zulassung um über elf Prozent und im Bereich Führerschein um acht Prozent verkraften, sondern auch noch mit weniger Personal auskommen. Es fielen 4,2 Planstellen weg.

Weniger Mitarbeiter mussten also immer mehr leisten. Dass dabei nicht nur der Service auf der Strecke bleibt, ist nicht verwunderlich. „Diese Belastung drückt sich nun auch in Ausfallzeiten aus (Zulassungsstelle im ersten Halbjahr 2012: 4,5 Mitarbeiter/Tag”, schreibt die Verwaltung in ihrer Vorlage für die Politik - und schlägt vor, trotz der nicht gerade rosigen finanziellen Lage der Städteregion zwei zusätzliche Vollzeitstellen im Bereich Zulassung einzurichten, zunächst befristet für zwei Jahre. Städteregionsrat Helmut Etschenberg fällt dieser Vorschlag umso leichter, da die Kosten in Höhe von rund 100.000 Euro pro Jahr durch Mehreinnahmen bei den Gebühren mehr oder weniger gedeckt sind.

Der Städteregionsausschuss hat dem Vorschlag bereits zugestimmt. Formal fehlt noch das Plazet des Städteregionstages. Dass der in seiner Sitzung am Donnerstag, 27. September, ab 16 Uhr im Städteregionshaus in Aachen (Zollernstraße), ebenfalls zustimmen wird, dürfte sicher sein. Wobei die Politiker schon im Ausschuss betonten, die zusätzlichen Mitarbeiter müssten auch tatsächlich im Publikumsverkehr zur Reduzierung der Wartezeiten eingesetzt werden, und nicht für die Erstellung irgendwelcher Statistiken.
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