Land plant keine Förderprogramme für Mittagessen

Von: Jutta Geese
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Mittagessen in der Kita: Viele Eltern mit geringem Einkommen können den fälligen Obulus nicht leisten, Fördergrogramm aber gibt es nicht. Foto: dpa

Eschweiler. Mit Programmen wie „Kein Kind ohne Mahlzeit” reagiert die Politik auf die Tatsache, dass viele Kinder aus einkommensschwachen Familien ohne Mittagessen blieben, erhielten sie keinen Zuschuss. „Aber diese Programme gelten nur für Schulen”, sagt Dagmar Fritz-Lenzen, „für Kindertagesstätten gibt es so etwas nicht.

Warum eigentlich? Armut fängt doch nicht erst in der Schule an. Wir haben in unseren Einrichtungen viele Familien, die einen Zuschuss für das Mittagessen brauchen.”

Auf ihre Anfrage beim zuständigen Landesministerium in Düsseldorf erfuhr die Leiterin der DRK-Kindertagesstätte „Sonnenschein” in Eschweiler, dass es keine Überlegungen gibt, die Förderprogramme auf Kitas auszuweiten. Deshalb ergreift Fritz-Lenzen jetzt in Abstimmung mit dem Träger ihrer Kita, dem Deutschen Roten Kreuz im früheren Kreis Aachen, die Initiative und ruft zum Erfahrungsaustausch auf städteregionaler Ebene auf.

Hilfe durch Sponsoren

Um die zwei Euro kostet derzeit in den meisten Kitas das Mittagessen pro Kind, macht 40 Euro im Monat. „Das ist für viele Familien eine enorme Belastung. Wir wissen doch alle, wie die Hartz-IV-Sätze für Kinder sind”, sagt Fritz-Lenzen. Doch es gehe nicht nur um Bezieher von Hartz-IV-Leistungen, sondern auch um Geringverdiener, die keine Leistungen erhalten, aber auch jeden Cent zwei mal herumdrehen müssen.

„Wir beobachten immer häufiger in unseren zehn Kitas, dass Kinder vor dem Mittagessen abgeholt werden, weil das Geld nicht reicht, mit der Folge, dass sie kein gesundes Essen bekommen”, erläutert DRK-Geschäftsführer Peter Timmermanns. Intern versuche man, die Finanzierung mit Hilfe von Sponsoren oder Hilfsaktionen wie „Menschen helfen Menschen” zu sichern.

„Aber das löst das Problem nicht”, meint er. Vor allem, weil sich „die finanzielle Lage von Familien, insbesondere solchen mit mehreren Kindern, immer mehr verschlechtert”, wie Fritz-Lenzen betont. Sie weiß, wovon sie spricht, schließlich ist sie seit 30 Jahren im Beruf und engagiert sich ehrenamtlich in der Würselener Tafel. Und sie ist sicher, dass es kaum eine Kita gibt, die nicht ähnlich Probleme hat.

„Das ist auch bei uns ein Thema”, bestätigt Alexander Franzen vom Jugendamt der Städteregion, das für Baesweiler und die drei Eifelkommunen Monschau, Roetgen und Simmerath zuständig ist. „Das Problem hat sich in den vergangenen drei bis fünf Jahre langsam aufgebaut.” Wie viele Familien das Mittagessen für ihre Kinder nicht bezahlen können, kann er nicht beziffern, er geht jedoch von „einer nennenswerten Zahl” aus. „Aber wir kennen ja nur die, die sich trauen, das auch zu sagen.” Rund 20 sind es derzeit in seinem Zuständigkeitsbereich. Wie das DRK versucht auch das Jugendamt, für die betroffenen Kinder Sponsoren zu finden. „Jeder Euro hilft diesen Familien”, sagt Franzen.

Mit ihrer Initiative für ein Kita-Förderprogramm ähnlich dem für Schulen geht es Dagmar Fritz-Lenzen nicht darum, die Eltern aus der Verantwortung zu nehmen, wie sie betont. „Es geht nicht um eine volle Kostenübernahme, sondern um einen Zuschuss. Und es geht darum, darauf aufmerksam zu machen, dass wir in den Kitas die gleichen Probleme mit Armut haben wie die Schulen.”

Mitstreiter gesucht für Kita-Initiative

Gemeinsam mit Vertretern anderer Kindertagesstätten in der Städteregion möchte Dagmar Fritz-Lenzen weiter am Thema Zuschuss für einkommensschwache Familien fürs Mittagessen in Kitas arbeiten. Wer mitmachen möchte, kann sich bei ihr in der Kita „Sonnenschein” unter 02403/801879 melden.

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