Städteregion - Lage in den Kitas bleibt angespannt: Städteregion will reagieren

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Lage in den Kitas bleibt angespannt: Städteregion will reagieren

Von: Jutta Geese
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Die Städteregion will auch Gespräche mit dem Land führen, um den Fachkräftemangel in den Kitas zu entschärfen. Foto: Arne Dedert/dpa

Städteregion. Mit Hochdruck und in enger Abstimmung mit den Bildungsdezernenten der regionsangehörigen Kommunen arbeitet der städteregionale Bildungsdezernent Markus Terodde an Lösungen zur Milderung des Fachkräftemangels in den Kitas. „Der Personalbedarf ist gewaltig, wir werden alle Hände voll zu tun haben, die neuen Kindergartengruppen, die überall entstehen, mit entsprechendem Personal zu bestücken.“

An den städteregionalen Berufskollegs in Stolberg und Aachen, die Erzieherinnen und Erzieher ausbilden, sind bereits zusätzliche Klassen eingerichtet worden. An jungen Menschen, die den Beruf ergreifen möchten, mangelt es auch nicht, berichtete Studiendirektor Michael Kremer von der Aachener Käthe-Kollwitz-Schule jetzt im städteregionalen Jugendhilfeausschuss. „Wir haben in den vergangenen Jahren immer mehr Bewerber als Plätze gehabt.“

Die Erweiterung der Kapazität trifft also, so Städteregionstagsabgeordneter Peter Timmermanns (CDU), „voll ins Schwarze“. Gleichwohl sprach Kremer mit Blick auf den Fachkräftemangel von einer „enormen Herausforderung“ und „sehr angespannten Situation“. Gemeinsam mit den Kita-Trägern – und auch den Trägern der Offenen Ganztagsschulen, in denen ebenfalls Erzieherinnen und Erzieher gebraucht werden – „überlegen wir, wie wir die schwierige Lage meistern können“.

Dazu gehört auch, der Forderung der Jugendpolitiker von September des Jahres Rechnung zu tragen, die dreijährige Ausbildung praxisorientierter zu gestalten und „den Dialog mit den Trägern intensiver zu führen“, sagte Terodde.

Konkret steht zur Diskussion, die in Aachen bereits praktizierte „praxisintegrierte Ausbildung“ verstärkt anzubieten. Die ist ähnlich aufgebaut wie die bekannte duale Ausbildung in anderen Berufen. Bisher üblich ist im Erziehungsbereich eine zweijährige Theoriephase, der sich eine einjährige Praxisphase anschließt. Bei der praxisintegrierten Form müssen die Auszubildenden im ersten Jahr zwei mehrwöchige Praktika absolvieren und im zweiten und dritten Jahr in einer Einrichtung arbeiten.

Die Verzahnung von Theorie und Praxis ist bei diesem Modell stärker gegeben, „aber auch die Bindung zum jeweiligen Träger“, sagte Kremer. „In Dortmund gibt es ein Modell, das tatsächlich über drei Jahre dual angelegt ist. Das ist für die Auszubildenden interessant, weil sie dann von Anfang an eine Ausbildungsvergütung erhalten.“ Dieses Modell stoße bei den Trägern in der Städteregion auf großes Interesse. Die Verwaltung will nun Kontakt mit Dortmund aufnehmen und nähere Informationen einholen.

Ein Riesenproblem können die Berufskollegs und die Kommunen jedoch nicht lösen: Es gibt nicht genügend geeignete Lehrkräfte, die Erzieherinnen und Erzieher ausbilden. „Ein Studium, das zur Ausbildung an den Berufskollegs berechtigt, ist nur in Dortmund möglich“, bestätigte Michael Kremer. „Und die Zahl der Absolventen dort reicht nicht aus, um landesweit alle Berufskollegs zu bedienen. Wir haben auch auf der Lehrerebene einen Fachkräftemangel.“

Dezernent Terodde will sich in dieser Sache in Abstimmung mit den Kommunen an das Land wenden. Mit der Kölner Bezirksregierung ist er ohnehin schon im ständigen Gespräch über den Fachkräftemangel.

Und er lernt dabei ständig dazu, wie er im Ausschuss berichtete. Beispielsweise, dass etwa Absolventen der Katholischen Fachhochschule nicht an Kollegs ausbilden dürfen. „Ich dachte bisher, Master ist Master. Aber das ist wohl nicht so.“ Lehrer an Fachschulen müssen einen Hochschulabschluss haben, der Fachhochschulabschluss reicht nicht. Auch darüber will er mit dem Land sprechen.

Und darüber, den Fachkräftebegriff im Kinderbildungsgesetz zu erweitern, damit auch zum Beispiel Logopädinnen, Grundschullehrer oder Menschen mit ausländischen Abschlüssen, gegebenenfalls nach weiterer Qualifizierung, in Kitas arbeiten dürfen. „Das Thema Fachkräftemangel wird uns in den nächsten Jahren stark belasten“, prophezeite Terodde im Ausschuss.

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