Kunst- und Kulturzentrum in Monschau: Kaum zu übertreffende Intensität

Von: Peter Stollenwerk
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Große Schauspielkunst und Fotografie auf internationalem Spitzenniveau haben beim Projekt von Sandro Miller und John Malkovich zueinandergefunden. Das Ergebnis dieser außergewöhnlichen Kooperation ist jetzt im KuK in Monschau zu sehen. Foto: Peter Stollenwerk
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Das KuK hat sich als Schauplatz und Begegnungsstätte für Fotokunst von Weltrang etabliert. Auch bei der Eröffnung der neuen Ausstellung war der Andrang deshalb groß.

Monschau. Selten sind sich in einem Projekt der Fotograf und sein Hauptdarsteller so nahegekommen wie es Sandro Miller und John Malkovich gelungen ist. Sandro Miller, der Fotograf, und John Malkovich, der geniale Schauspieler, die ein freundschaftliches und professionelles Miteinander verbindet, haben in einer an Intensivität kaum zu übertreffenden Kooperation berühmte Bilder aus dem Weltfundus der Fotografie neu interpretiert.

Malkovich ist auf Millers Fotos als Alfred Hitchcock, Che Guevara, Marylin Monroe, Salvator Dali oder Muhammad Ali zu sehen – angelehnt an Ikonen und Meisterwerke der Fotografie, die durch ihre Popularität vielen Menschen vertraut sind. Für Malkovich scheint keine Rolle zu schwer zu sein, und Miller mit seiner akribischen Präzision inszeniert sein Gegenüber mit Können und Respekt.

Eine Serie von 44 Aufnahmen aus diesem Projekt ist noch bis zum 2. Juli im Kunst- und Kulturzentrum (KuK) der Städteregion in Monschau zu sehen. Da wäre es natürlich von der emotionalen Begegnung her das Höchste der Gefühle gewesen, wenn die beiden berühmten Amerikaner bei der Vernissage in Monschau leibhaftig zugegen gewesen wären. Diese Überlegung scheiterte aber am organisatorischen Aufwand. Dass man die beiden Künstler einfliegen lässt, ist für das KuK vielleicht noch eine Nummer zu groß, auch wenn sich das Ausstellungszentrum in der historischen Altstadt längst als Schauplatz und Begegnungsstätte für Fotokunst von Weltrang etabliert hat.

Vor rund 60 Besuchern eröffnete Städteregionsrat Helmut Etschenberg die zweite Fotoausstellung des Jahres 2017 unter dem Titel „Malkovich, Malkovich, Malkovich – Homage to Photografic Masters“, die für ihn selbst das bisherige Highlight darstellt und „Zuspruch verdient“. Gerade diese Bilder zeigten, „dass Fotografie mehr ist, als einen Augenblick für die Ewigkeit festzuhalten“. Millers Aufnahmen erzählten Geschichten, „die unser Innerstes berühren“. Die Fotografie erweise sich in dieser Ausstellung einmal mehr als „vielschichtige und dynamische Kunstform. Gute Fotos lassen uns nicht kalt.“

Etschenberg zeigte sich fasziniert von der Projektidee, auf dem Foto immer wieder dieselbe Person in ihrer Wandlungsfähigkeit darzustellen. Er vergaß auch nicht, KuK-Leiterin Nina-Mika Helfmeier für deren enormen Anteil am Zustandekommen der Ausstellung in Monschau zu danken.

Ihr war dann auch die Einführung in die Ausstellung vorbehalten. Sandro Miller, der als einer der weltbesten Werbefotografen gelte, habe es in diesem Projekt geschafft, die große Schauspielkunst von John Malkovich, die man von Film und Bühne kenne, in Fotos widerzuspiegeln.

Acht Monate dauerte die Recherche, in einem Fotostudio in New York setzten die beiden ihre Idee dann um. Die Idee ist zwar nicht neu, aber in Millers Interpretation faszinierend. Dass alleine 150.000 Perücken zur Verfügung standen, gibt einen kleinen Einblick in die Ernsthaftigkeit und Besessenheit des Projektes und ihrer Initiatoren. Malkovich beweise dabei diese seltene Fähigkeit, innerhalb von Sekunden neue Gesichter und Charaktere zu zeigen. Mit Behutsamkeit und großem Respekt vor den Originalfotos sei es Miller gelungen, „unsterbliche Fotografien“ zu schaffen.

Die Ausstellung löst ebenso Heiterkeit und Erstaunen wie auch Betroffenheit und Nachdenklichkeit aus – und sie verleitet zur Vordergründigkeit. Selbst derjenige, der in der Welt der Fotografie nicht zu Hause ist, wird einige Motive wiedererkennen, die sogar auf Kaffeetassen und T-Shirts vermarktet wurden und zum Vergleich mit dem Original auffordern.

Darum aber geht es Sandro Miller nicht. Er würdigt vielmehr Meisterwerke der Fotografie. Da kam er an großen Namen nicht vorbei.

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