Städteregion - Kulturforum rückt Lage der freien Künstler in den Fokus

Kulturforum rückt Lage der freien Künstler in den Fokus

Von: Michael Grobusch
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Diskutiert am Donnerstagabend in Stolberg über die Lage der freien Künstler: NRW-Kulturministerin Christina Kampmann (SPD). Foto: Caroline Seidel/dpa
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Bekannt und engagiert: Heinrich Schafmeister ist Schatzmeister des Bundesverbandes der Film- und Fernsehschauspieler. Foto: Imago/R.xHardex

Städteregion. Man kann wahrlich nicht behaupten, dass das städteregionale „Kulturforum der Sozialdemokratie“ in der öffentlichen Wahrnehmung untergeht. Wenige Monate nach seiner Gründung im vergangenen Herbst und der bemerkenswerten Auftaktveranstaltung mit dem stellvertretenden SPD-Bundesvorsitzenden Thorsten Schäfer-Gümbel in Aachen wollen die Initiatoren am Donnerstag ein weiteres kulturelles Ausrufezeichen setzen.

Im historischen Ambiente des Kupferhofes in der Enkereistraße 19 in Stolberg wird es dann ab 19 Uhr in erster Linie um die Situation der freien Künstlerinnen und Künstler gehen. Gesprächspartner von Moderator und Kulturforum-Gründer Norbert Walter Peters sind die NRW-Kulturministerin Christina Kampmann und der Schauspieler Heinrich Schafmeister.

„Wir müssen die Rolle der freien Künstler in der Gesellschaft neu definieren“, betont Peters und verweist auf den Kulturförderplan 2016-2018 des Landes Nordrhein-Westfalen, in dem er gute Ansätze sieht. Es könne nicht sein, „dass ein Solist mit einem Bruttogehalt von knapp 1800 Euro seine Familie durchbringen muss. Da müssen wir eine andere Wertigkeit, eine langfristige Planungssicherheit und damit eine bessere Arbeits- und Lebensperspektive schaffen“, fordert Peters, selbst frei schaffender Musiker und Leiter einer privaten Musikschule.

„Kulturelle Bildung für alle“

Das Kulturforum trägt den sozialdemokratischen Anspruch zwar im Namen, soll aber ausdrücklich allen Interessierten unabhängig von ihrer politischen Gesinnung oder Zugehörigkeit offenstehen. Das entspricht dem selbst formulierten Anspruch der Initiatoren, Kultur für die gesamte Bevölkerung zugänglich zu machen. Das sei längst noch nicht der Fall, betont Janine Köster.

Zwar gebe es schon in vielen Kitas kulturelle Angebote. „Oftmals sind sie aber mit Zusatzkosten verbunden, was Kinder aus prekären sozialen Verhältnissen schon im frühen Alter benachteiligt“, kritisiert die kulturpolitische Sprecherin der städteregionalen SPD-Fraktion. Die Alternative müsse freie kulturelle Bildung für alle sein. „Und zwar von Anfang an.“

So wird der Zusammenhang von „Kultur und Finanzen“ in Stolberg also unter zwei Gesichtspunkten beleuchtet werden. Und nicht nur dort. Auch bei der Bundesversammlung der Kulturforen der Sozialdemokratie Ende Juni in Kassel will Norbert Walter Peters das Thema auf die Tagesordnung setzen lassen.

„Eine tolle Anerkennung“

Wie auch weitere Anregungen, zu dem ihn der Bundesvorstand aufgefordert hat. „Das ist eine gute Gelegenheit, uns auch überregional einzubringen, und eine tolle Anerkennung für unsere bisherige Arbeit“, freut sich Norbert Walter Peters. Teile des dort Diskutierten und Erarbeiteten sollen, und damit wird es dann am Ende doch (partei-)politisch, in das Programm der SPD für die Bundestagswahl im September aufgenommen werden.

So weit wird der Wirkungskreis des „Gesprächs am Kamin“ im Stolberger Kupferhof vermutlich nicht reichen. Muss er aber auch nicht, unterstreicht der Gastgeber und stellvertretende Bürgermeister Patrick Haas. „Wir wollen zunehmend mit Kulturschaffenden und Kulturinteressierten ins Gespräch kommen. Und Kultur findet vor Ort statt. Deshalb müssen wir nicht nur in Berlin oder Düsseldorf ansetzen, sondern vor allem in den Kommunen“, fordert er.

Am Donnerstag ist das Stolberg. Weitere Kommunen in der Städteregion sollen in den nächsten Monaten und Jahren folgen.

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